Das Piratencamp I beginnt!

Am Samstag verabschieden wir Christiane und Andreas, unter Segel erleben wir sie leider nur auf Entfernung. Nach der Filmgeschichte wollen Stanzerl und ich noch das Hafenfest besuchen, vielleicht noch eine Kleinigkeit essen. Wir erleben auf dem dänischen Kriegsschiff eine Trompetensignal, sehen das beleuchtete Riesenrad, werden dann vom Regen eingedeckt. So finden wir uns im Senioreneck ein. Hier tummeln sich schon die Leute – das Piratencamp formiert sich. Annette, Thomas, Pia, Anne und Claudia mit Arvid sind schon eingetroffen. Nach einem kleinen rühmlichen Klönschnack gehen wir in die Koje.

Der Morgenwalk ist grau – es scheint wieder Regen zu geben. Ich begebe mich auf den Boden, um die Piratenzelte und Friteuse zu finden, muß einiges umräumen. Mit Thorsten sortiere ich die Flaggen, wir bilden eine Reihe und verstauen diese sowie das Partyzubehör in den hinteren Kisten. Auf einem Rollbrett versuche ich, meine Fortbewegung auf dem Kriechboden zu perfektionieren. Papierkram sortieren, Überblick für die Woche verschaffen. Wir haben eine Gleitergruppe, eine SBI-Gruppe, ca. 18 Optis, Rest Schnupper, Junior und Grund. 

Abends, die Piraten sind fast vollständig, legen drei Motorboote zur Hafenrundfahrt ab. Mit Stanzerl und Birthe sitzen wir auf der Terrasse, bewundern den schönen Sonnenuntergang – das Wetter hat endlich ein Einsehen – und warten auf das Feuerwerk. Mein heutiger Morgenwalk wird mit einem tollen Sonnenaufgang belohnt.

23.07. Filmteam!

Der Samstag beginnt Regen und dem Beladen eines Menhirs mit der Ausrüstung eines Film-Teams. Eine Riesenkamera – Listenpreis um die 70000 € - mehrere Stative, Taschen mit Wechselobjektiven, Filtern werden ab Bord verstaut. Ein kräftiger Regenschauer verzögert die Abfahrt. Endlich heißt es „Leinen los!“ Bei mir an Bord: Caro, ein weiterer Kameramann, der Regisseur – das Gepäck,  fast vollständig in der Kajüte verstaut – geht es in die Kreuz nach Osten. Es gilt die Warderspitze zu runden. Das Storyboard sieht vor, dass Benji – ein Newcomer in der Hamburger Musikszene – vor dem Hintergrund des Meereshorizontes – Seewasser mit der Hand schöpft, entkräftet über Bord fällt und wieder auftaucht?

Der kräftige Ostwind mäßigt sich, wir drehen bei. Kamera und Stativ werden aufgebaut, dabei hängt aber die Großschot im Rücken von Caro. Ich muss sie dichter holen, ohne dabei in die Wende zu kommen. Spitzer Winkel zum Wind, da muss ich mit der Pinne austarieren. Birthe führt fatalistisch grinsend das Long-Boat. Benji scheint mit einem schönen Lachen zu jeder Schandtat bereit. Bühnenreif zeigt er zwischendurch auf das Logo des Segelschulpullovers, den er trägt. Aufnahmen aus verschiedenen Entfernungen, dann wieder störende Schiffe am Horizont, immer wieder neue Anläufe von Birthe, die auf Kommando Leerlauf schaltet und sich unsichtbar macht. Es klappt nicht immer, da ist ihr Kopf noch zu sehen, ihr Arm ... Beiliegend vertreiben wir geschwind gen Westen, müssen zurück kreuzen, dabei nicht zuviel Krängung, die Kamera muss gestützt werden. Wieder beidrehen, den richtigen Winkel finden und halten!

Die Zeit zieht sich – ich bin innerlich darauf eingestellt, einzig die kalten Füße nerven. Die Gesichter des Teams unterliegen einer gewissen Veränderung – schleichendes Unwohlsein und Harndrang. Doch wir nähern uns dem Finale. Zweimal muss Benji von Bord gleiten, bleibt aber nicht lange genug unter Wasser, weil ihm die Luft aus den Lungen gepresst wird! Beim ersten Mal stemmt er sich mühelos ins Long-Boat, das zweite Mal sieht schon mühsamer aus. Endlich runden wir den Graswarder, in der Bucht entdecken wir vier kleine Jollen: mein Stanzerl, Mareike, Stefan und der Vater von Birthe trotzen dem grauen Himmel. Die Filmcrew wechselt auf das Long-Boat. Ich segel mit großem Metallkoffer und Stativ meinen Merkur.

Regen setzt wieder ein und den Beteiligten zu – da kommt das Signal: Rücksturz zur Erde. Auf Vorwindkurs mit durchgehendem Schmetterling passiere ich die Optiinsel, lasse das Schwert sausen und werde von Birthe in Empfang genommen. Während ich mich umziehe, die erste Bratwurst vom Grill verzehre, legt unsere tapfere Birthe von Orleans mit dem Filmteam noch einmal aufs Wasser ... Zum Abschluss gibt es Gegrilltes – müde aber hoffentlich zufriedene Gesichter umgeben mich.
Alle sind sich einig, eine sympathische Truppe haben wir bei uns gehabt. Jetzt sind wir auf das Musikvideo von Benji gespannt ǃ-)

21.07. Bilderbuchtörn und Yachten im Hafen!

Am Dienstag ruft das Wetter zu einem Fehmarntörn auf. Leichter Ostwind lässt sieben Menhire aus der Bucht kreuzen. Mit Crecente und Gummiboot besichern wir die kleine Flotte. Cornelia bei mir an Bord kann das Steuer übernehmen, so kann ich mich der Kamera, dem Buch und der Sonne widmen, allerdings macht unser Boot seinem Ruf als Schaukelkasten alle Ehre. Unter strahlend blauem Himmel erreichen wir die Orther Bucht, lassen den schweren Pflugscharanker fallen. Mit den Motorbooten shuttlen wir die Schüler an die Mole, legen uns dann an den kleinen Steg vor dem Grill, um die gewohnte Curry-Wurst zu verspeisen. Birthe manövriert die Crecent ... Für den Rückweg entscheiden wir Sturmsegel – eine gute Entscheidung. Geschwind queren die Schiffe den Sund ... ein guter Törn geht zu Ende.

Abends mache ich mich auf den Weg in den Kommunalhafen, dort sollen die Yachten vom Verein nach ihrer Mittwochsregatta einlaufen. Viel zu schnell – es ist kurz nach 20 Uhr – laufen sie ein, vorneweg der Star mit Heiner und Maddel. Später erzählt er mir, dass sie sich mit dem Spinnaker am Olifanten eingefädelt hatte und Befürchtungen um den Mast hatten.

Am Donnerstag droht Regen, doch dieser kommt erst spät am Nachmittag. So können die Schüler noch in Ruhe trainieren. Meine Andreasgruppe segelt bis zum Mittag. Eine Schülerin verzweifelt am Kreuzen. Ich gehe an Bord und kann sie etwas beruhigen. Eventuell will sie im Sommer sogar wiederkommen, was mich freuen würde. Andreas verlässt die Schule, deshalb habe ich mich mit Eva unterhalten, die die Segelgeschichte weiter tragen will. Abends gibt es noch Motorentheorie mit Cornelia und Jutta.

Der Freitag beginnt mit Sonnenschein und leichten Winden. Gegen 13 Uhr haben wir zwei Binnler, drei Ostwindler, zwei Grund-, einen Junior- und vier Optiprüfungen.

19.07. Ruhiger Wochenstart

Es sind nur zwanzig neue Schüler, die am Montag zu uns kommen. Merle bekommt sieben Optimisten. Dabei sind die Kinder von Katze und ME, von Birthe und Thorsten, der nach langer Zeit wieder in der Segelschule aufgeschlagen ist. So kann ich mich heraushalten, mit Dieter einkaufen und abends die erste Binnentheorie mit Cornelia und Jutta machen. Gegen 19 Uhr taucht noch ein See-Schüler zu einer Einzelstunde auf.

Am Dienstag übernehme ich dann die Gruppe von Andreas, der mit acht Schülern hinzukommt. Thorsten, Birthe, Niklas, Maddel und Nele helfen in der Ausbildung. Bei mir an Bord: Joy und Simon, die schon im letzten Jahr dabei waren, sowie Eva, deren Freund eine Yacht hat. So habe ich relativ leichtes Spiel. Auf Raum-  und Vorwind geht es bis zur Ansteuerungstonne, um auf dem Rückweg zu kreuzen. Nachmittags üben wir das An- und Ablegen. Ab 16 Uhr sitze ich mit Michael, Jutta und Cornelia auf der Steuerschüssel – praktische Motorenkunde. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite. Bei leichten Winden und blauem Himmel genießen wir das Leben.

16.07. Grüppchensegeln und Molenkrach!

Am Freitag Abend merke ich zum ersten Mal die Saison: den ganzen Tag werde ich immer wieder aufgehalten und gestoppt, es sind aber auch viele nachträgliche Geburtstagswünsche dabei, Anfrage auf Anfrage wird an mich gerichtet: eine Frau möchte anfragen, ob ein Katamaran bei uns anlanden kann, ein anderer will einen Trailer bei uns abstellen, Anmeldungen und Nachfragen ... abends bin ich erschöpft. Habe ich doch tagsüber sechs Leute aus einem Verein aus Wedel, die bei uns die Jolle kennenlernen wollen. Sie haben in Ihrem Verein nur zwei Kieljollen. Abends veranstalte ich noch ein Kentertraining mit ihnen.  

Bettina und Heiko haben sich erfolgreich Mühe mit Flammkuchen gemacht, da erst bemerke ich meinen Hunger, habe ich doch bisher an dem Tag nur ein Brot gegessen ... Ich muss mich zurückziehen, muss mal für mich allein sein. Am Samstag geht meine Gruppe auf die Möwe. Nach Landerklärung mit Auslegerbedienung gehe ich auf die Schiffe. Zwischendurch habe ich Gelegenheit, eine Mütze Schlaf zu nehmen. Denn am Abend steigt das Dinner auf der Optiinsel – Mark-Ennos Geburtstag gilt es zu feiern. Birthe und Stefan sind samt Kinder dabei. Die Kinder paddeln mit einem Opti umher, haben schon nachmittags bei Fastflaute meine Möwe verfolgt, um sich dort anzuhängen. Max hat das große Kommando.  Dennis besorgt Grappa und Linie. Die Jugend will zum Angeln. Es bleibt nur die Steuerschüssel – sie diskutieren, kommen dann mit dem Optischlauch zu uns, um zu tauschen, denn mit einem Schlauchboot kannst Du doch nicht angeln!!!

Wir verholen uns nach dem Abbau auf die Lästerbank. Kaum in der Koje bei Stanzerl, wird es draußen laut. Die Jugend spielt Flunky-Ball beschallt mit einem Ghettoblaster. Ihre Lärmentwicklung stellt die Autokraft in den Schatte und beweist: „Oropax“ hilft nicht bei dieser Belastung. Am nächsten Morgen zieht mein Donnerwetter über sie her – es dauert, bis sie sich entschuldigen .... hoffentlich muss ich das nicht so bald wiederholen. Maddel betreut seine 470iger-Damen und Niklas zwei Laserfrauen. Niklas hat Gestern zwei Anfängerinnen betreut, von denen eine am Nachmittag lieber mit Ihrem Partner auf Möwe segeln wollte, die andere aus persönlichen Gründen nach Hause musste.

Das war ein ganz schönes Wunschkonzert mit den OSGlern ... einige sind dann am Sonntag garn nicht erschienen. Hier müssen wir etwas ändern, sonst ufert es aus. Vormittags bin ich mit meiner Gruppe am Dalben, habe einen Regenschirm installiert, um ein Dach über dem Kopf zu haben. Der 470iger zieht unter Spi vorbei. Mittags mach Klaus seine Binnenprüfung. Nachmittags wollen wir zur Nordtonne ... Daraus wird nix, die Gruppenleiter wollen auf 470iger, die anderen in der Bucht üben. Abends, die meisten Leute sind schon abgefahren, kommen die neue, die auch im Haus schlafen wollen. Gegen 19 Uhr gibt es die Hausbesprechung ... Zu diesem Anlass gibt es von Merle, Nele und Niki einen Apfelkuchen mit durchgestrichenem Lautsprecher :-))

14.07. Ein schöner Geburtstag!

Der erste Walk in neuen Lebensjahr. Kurz vor 5 Uhr bekomme ich einen roten Himmel zu sehen. Ich walke durch die Geisterstadt des Hafenfestes, das sein erstes Warm-up hinter sich hat. Ich treffe auch nur Sicherheitsleute. Kurz vor 24 Uhr habe ich die Koje aufgesucht, nachdem es eine nette Doppelkopfrunde gegeben hat: Stella, Jean, Matthias, Marco, der die H-Jolle von Detlev gekauft hat, Thomas sitzen mit mir im Freisitz. Jean in voller Bocklaune bringt uns zu exzessiven Ergebnissen. Beim Fünferbock auf keine 6 gereizt und verloren schießt mich in die endlosen Weiten des Negativen. Doch der Kampf geht weiter, da wird mein Endspurt jäh unterbrochen – Nele, Merle und Niklas tauchen mit einer Erdbeertorte auf, dich ich kurzerhand, unter viel Gelächter zu Brei schneide. Dabei ist es schon die zweite Torte des Tages, die erste hat Bettina mir überreicht, die ich zusammen mit ihr, Heiko, Wolfgang aus Berlin und der Tochter von Matthias – die mir drei Pralinen schenkt – vertilgt. Zwischen diesen Schlemmerstücken liegt ein leckeres Schnitzelessen aus Cornelias Händen. So geht dieser Tag mit vielen Wünschen, Telefonaten und ein wenig Segeln dahin.

Aus Urzeiten der Segelschule kommt ein Segelschüler, der 1983 mit der Uni aus Frankfurt bei mir war. Franziska und Evelyn besuche ich auf der Möwe, der Ausleger, dein Freund und Helfer. Klaus und Irmela bekommen Sondertraining von Dieter. Morgens habe ich noch die Ausbildung abgesagt, doch ab Mittag lässt der Wind nach. – es kann wieder gesegelt werden. Zwischendurch versuche ich verzweifelt, meine HDV-Cassetten zu überspielen. Nach unzähligen Versuchen, bekomme ich es einigermaßen hin.
Ein runder, schöner Tag….:-))

13.07. Wolken, Wind und Wellen!

Der Sonntag klingt mit lauen Winden aus. Herr Dennis kommt ins Schleudern, Wasserbomben fliegen durch die Luft. Wir unternehmen einen Ausflug zur Seebrücke und zum Futterkutter am Kommunalhafen.

Am Montag kommen neue Schüler, Merle geht mit drei Optischülern an den Start. In meiner Gruppe sind noch Stefan und Kimmo von letzter Woche sowie Irmela und Klaus vom Samstag. Neu kommen Evelyn und Franziska hinzu, die ihre Kenntnisse auffrischen wollen. Bei Maddel, Cornelia und Niklas versammelt sich eine Gruppe von Schnupperleuten, Juniorseglern und Grundscheinlern. Zunächst haben wir südliche Winde, dann Regen und ein Gewitter überrascht die Boote. Gestern durchgehender Pladderregen. Auf meinen Walkrunden tolle Sonnenaufgänge, seltsame Lasterversammlungen und Wellen…..

09.07. Zwei schöne Segeltage!

Am Freitag kann ich mich um Stefan und Kimmo kümmern. Wir beginnen mit Knotenkunde, gehen zur praktischen Motorenkunde über und deckeln alles mit einem spaßigen Kentertraining. Stanzerl macht ihr Homeoffice. Immer wieder hören wir die Nachrichten über die Demos in Hamburg. Cata-Christian, Steffi, Henning, Matti und Tine, Bernd aus Lübeck, Josephine sie alle finden sich beim gemeinsamen Grillen wieder, das die Überreste der Schulklasse vertilgt. Mit Dennis habe ich das Mastenlager durchforstet – wir sind fündig geworden: der Mast von Roland IV ist wieder da, eine neuer Mast für die Optiinsel gefunden, von Dennis begradigt und gemeinsam aufgestellt.

Am Samstag sitze ich mit Regine, Irmela, Klaus und Hakan vor der Tafel, um sie später Dieter in die Hände zu geben.  Aus zwei OSGlerinnen werden vier, ein 470iger und eine Möwe werden in Marsch gesetzt. Josefine geht mit Walter  auch auf die Möwe. Immer mehr Segler aus dem Umfeld machen sich aufs Wasser. Cata und Christian starten mit ihrem Katamaran, Stanzerl segelt zunächst Springbok, später ihren Laser. Steffi nimmt den gleichen Weg. Dennis segelt mit Mattis einen Menhir. Mareike und Stefan segeln Laser, später ihren Hobby. Tine hat ihr Debüt auf dem Laser. Maddel gesellt sich dazu. Fantakai gibt ein Zwischenspiel, bevor er zur Weltmeisterschaft nach Sonderborg weiterreisen will. Ein schönes Bild mit den vielen Gleitjollen zeichnet sich am Strand ab. Die Mittelmeerjolle unter der Leitung von Cornelia und Niklas erleidet einen kleinen Ruderschaden. Dennis entwirft ein Werbeplakat für die Bretterbude. Auf der Suche nach einem geeigneten Bild, kommen wir auf die Idee, ein neues aufzunehmen.

Mit Crecent legen wir ab, um Tine und Mattis auf der Möwe vor die Linse zu bekommen. Stolz überreicht mir Herr D. später sein Werk, allein der Werbespruch ist mir ein wenig peinlich. Da erreicht uns ein Anruf: Der 470iger mit Leonie und Yvonne ist durchgekentert in der Dalbenbucht. Mit Niklas und dem roten Schlauchboot starten wir zur Rettung. Die Lage hat sich entspannt, das Boot liegt auf dem Wasser, die Ruderanlage hat sich ausgehängt. Die beiden Seglerinnen sind etwas erschöpft. Ein kleines Motorboot beim Familienangeln hat sich ihrer angenommen, sie zu Fisch und Nutella eingeladen. Niklas zieht sich um, er will den 470iger mit Yvonne nach Hause segeln. Mit Leonie auf dem Schlauchboot bleibe ich in der Nähe, bis der 470iger die Werft passiert hat. Abends produziert Cata mit einigen Helfern Spaghetti für die Truppe. Ingwer und Knoblauch gebe ich als Extra bei mir hinzu. Dann endet der Abend mit einem Doppelkopfspiel, das Christian mit zwei Traumsoli dominiert.
Damit endet ein wunderschöner Segeltag.

07.07. Toller Törn nach Fehmarn!

Am Dienstag betreue ich mit Niklas die zweite Kentergruppe. Der Versuch mit dem Long-Boat vor Anker zu gehen scheitert wieder gnadenlos. Mit der Steuerschüssel umkreise ich das Geschehen, beide Motorboote bekommen kurzfristig die Ankerleine in die Schraube. Starke Böen machen das Verholen nicht leichter. Schließlich entscheide ich, die Möwe direkt an die graue Boje anzubinden. Aber auch das nimmt Zeit in Anspruch. Das Setzen der Segel – ein kleines verdrehtes Drama, die Fockschot löst sich ... Endlich können wir mit den Übungen beginnen. Die fertigen Crews verbringe ich gleich zum Steg. Die übrigen Menhire kreisen auf ihrem Trainingskurs -  betreut von Maddel und Cornelia. Gegen 16 Uhr gebe ich die spezielle Grundscheintheorie zum Besten.

Am nächsten Tag steht Fehmarn auf dem Plan – Westwind um 3 Bft. Vier Schüler, meine beiden Binnenleute und ein Verleihmenhir bleiben vor Ort. Cornelia hat ein Auge auf sie. Maddel fährt mit dem Schlauchboot – neuer Motor – voraus. Ich folge später mit Crecent – hinter dem Warderhaken steht etwas Welle, die Flotte kann die Kirche anliegen, sogar etwas nach Westen vorhalten. Es sind Bilderbuchbedingungen, die uns gegen 12 Uhr vor Anker gehen lassen. Mit Waldemar, Maddel und Niklas sitze ich am Imbiss – es gibt die obligatorische Currywurst. Für Maddel bringe ich ein Bier, das er aber nicht möchte und so von Niklas verarbeitet wird :). Eine Lehrerin steigt in Orth aus, möchte lieber auf dem Landweg zurück. Zwei Menhire steuern auf dem Rückweg den Klaustorfer Turm direkt an, während vier andere Boote extrem nach Luv ausscheren, um dann in einem großen Bogen an den Warderhaken zurückkehren. Ab hier entwickelt sich eine kleine Kreuz bis zum Steg. Ein gelungener Ausflug beseelt die Stimmung. Abends grillen wir mit der Truppe, Stanzerl gesellt sich zu uns.

Am nächsten Morgen sollen sich meine sieben Prüflinge einsegeln. Parallel erkläre ich Stefan und Kimmo das BüB. Um 10 Uhr stehe ich mit Helga am Stegkopf – leichte drehende nördliche Winde – eine ganz neue Situation für die Schüler, die nach drei Tagen Übung durchbrochen vom Kentertraining, ihre Fähigkeiten zeigen sollen. Es gibt deutliche Unterschiede in den Leistungen. Mein kleiner Star ist Pauline, sie zeigt die beste Performance beim Segeln. Die Unterschiede schreiben sich in der Theorieprüfung fort – eine zerklüftete Gebirgskette der Leistungen. Helga muss einige Nachprüfungen durchstehen. Sie wird die Scheine nach Einzelgesprächen vergeben ... Die Abreise der Gruppe naht – sie hinterlassen ein geordnetes Schlachtfeld – es war ein gute Gruppe.

Niklas hat Geburtstag, wir gratulieren. Nachmittags bin ich in der Menhirausbildung. Maddel bereitet das Schlauchboot für die Optis vor ... Später Eisessen mit Stanzerl, Seebrücke und Abendsonne auf dem Menhir. Danach schauen wir den Live-Stream über die G20-Demonstranten, die der Reporter in netter Form zu Protestanten konvertieren lässt. Kurz vor Koje läuft dann noch Herr Dennis ein.

04.07. Helgas Schulklaase!

Am Samstag reisen sie an, Helga und zwei Begleiterinnen sind schon als Vorauskommando zugegen. Mit Steffi, Mareike, Stefan und einigen Segellehrern gehen wir zum Chinesen. Die Hälfte der Truppe war schon im letzten Jahr bei uns. Dank der vielen Helfer haben wir am Sonntag einen guten Einstieg: Julian, Claus, Olaf, Maddel, Christian – der Sohn von Helga – , Volker, das sind die Schiffsführer. Bei mir an Bord drei Wiederkommer und einen Neuling, der schnell umsetzt. Bei kräftigen Westböen kann ich sie nachmittags schon mal allein segeln lassen.

Am Montag ziehe ich neun Schüler ins Kentertraining. Dieter übernimmt zwei externe Schüler, die neu anfangen. Manfred will uns helfen, braucht aber nur Stegdienst zu machen. Niklas ist zur Unterstützung angereist. Meine Gruppe geht am Nachmittag auf die Möwen: Südwestwind, böig – sie halten sich gut. Kentern mal bewusst, mal mit Absicht. Eine Möwe, die in der Böe immer abfällt, muss ich allerdings auf Kurs bringen. Das Schlauchboot bekommt einen neuen Motor und soll Heute einsatzfähig sein.

01.07. Eine Woche mit sechs Schülern!

Am Dienstag kommt der erwartete Schwachwind. Er bringt uns nach langer Kreuz bis zur Osttonne. Am Mittwoch kommt der Starkwind wieder, wir trainieren das BüB. Meine Jungs, zu früh auf Freifahrt geschickt, landen an der Mole. Nachmittags kentern Justus und Jasper mit der Möwe, während Hendrik mit seinem Sohn und Mirjam mit Thomas zusammen segeln.

Am Donnerstag teilen wir die Crews neu ein, bei den Jungs ist jetzt jeweils ein Erwachsener an Bord, so können wir den Vormittag noch segeln. Nachmittags brist es derart auf, dass wir das Segeln einstellen. Am Freitag treffen wir uns bei Dauerregen: Theorie taktisches Segeln und der Film mit den Flugaufnahmen. Dann beschließen alle einmütig – Segeln im Dauerregen bringt keinen Spaß. Ich bekomme unverhofft Freiraum, kann mit Dieter gemütlich einkaufen.  Abends treffen Olaf und Steffi ein.

Am Samstag betreue ich Steffi und Daniel, die am Sonntag Prüfung machen wollen sowie Siegbert und Christian, die nach längerer Zeit wieder in das Segeln einsteigen wollen.
Wir warten auf das Eintreffen der Schulklasse…..

27.06. Meine Welt von oben!

Am Montag stehen sechs neue Schüler vor der Tür. Nach kurzer Einweisung sticht Volker mit Hendrik, Mirjam und Thomas in See, während ich mich mit der Jugend umgebe, die Söhne der vorher genannten – Jasper, Justus und Jannis. Während der Ausbildung kommt Dennis mit dem Motorboot, überreicht mir ein Brötchen mit Krustenbraten. Nun heißt es Koordination: böenbedingt führe ich die Großschot, muss beim Wendeüben auch die Seite wechseln, gleichzeitig den herrlichen Geschmack genießen und Anweisungen geben. Letztendlich wird nur ein kleines Stück der See übergeben. Nachmittags fiebre ich dem Ende entgegen, denn inzwischen habe ich Termin gemacht.

In Grube wartet der Gyrokopter auf mich – Stanzerls Geburtstagsgeschenk vom letzten Jahr. Dennis bringt mich hin. Nach kurzer Bemerkung über meine kurzen Hosen, steige ich vorsichtig in den Leichtbau, bekomme einen Helm auf den Kopf, Mikrofon für die Sprechfunkverbindung vor den Mund. Dann geht es schon los. Der Motor muss sich warm laufen – der Pilot erkläre mit die Geräte, wir besprechen die Route. Die Kamera ist bereit. Da wir gegen den Wind starten, brauchen wir nur eine kurze Startbahn. Wir haben horizontale Flügel für den Auftrieb und einen vertikalen Propeller für den Vortrieb. Beides wird zunächst durch den Motor angetrieben, dann aber werden die horizontalen Flügel ausgekuppelt und nur noch durch den Wind angetrieben.
Schnell verwandeln sich die Landschaft, die Gehöfte und kleinen Städte in eine Spielzeugwelt, wie ich sie noch aus den Eisenbahnplatten meines Vaters kenne. Welch ein Glücksfall, haben wir doch eine Fernsicht bis ca. 100 km – blauer Himmel und gesprenkelt mit kleinen Wolkenformationen. Fehmarn in Sicht, die Brücke und das Meer. Faszination – das Wasser erscheint statisch, allein die Surfer und Kiter wirken bewegt. Vielleicht liegt es daran, dass die Wellen kreisförmige Rotationen vollziehen, ihren Impuls nur an die nächste Wasserteilchen weitergeben. Verzweifelt schwenke ich die Kamera von einer Seite auf die andere, möchte ich doch diese tollen Bilder festhalten für die Ewigkeit. Das Spiel der Reflektionen wirken zuweilen surreal.

Heiligenhafen: die Seebrücke, das neue Dorf mit den beiden Hotels, der Yacht- und der Fischereihafen und endlich – die Segelschule. Ernüchterung bei der späteren Sichtung der Fotos: alle Zoomaufnahmen sind unscharf, zu stark ist wohl die relative Bewegung bei einer Entfernung von ca 300m über dem Grund. Flachwasser sieht von oben allerdings sehr scheckig aus, der Grund wird sichtbar, während über den tieferen Teilen die Reflexionen Gemälde schaffen. Die Steilküste können wir leider nicht anfliegen, weil die Sicherheitsvorschriften bezüglich der dortigen militärischen Übungsgebiete dies verbieten. So bleibt – ich habe einen Gutschein über 90 Minuten – noch Zeit für Fehmarn: die Brücke, Orth, Lemkenhafen, Burgtiefe, Puttgarden und die vielen Felder, deren gerade Einteilung auch vom Piloten kommentiert wird, die Technik hat auch hier ihren Einzug gehalten.

Zum Schluss geht es noch einmal nach Heiligenhafen und zur Segelschule. Das nächste Mal werde ich das Wasser um den Steg azurblau streichen – doch so ist es wirklich – von oben! Dann habe ich fast alles gebannt: den Markt, die Hafenkante, den Kreisel vor der Einfahrt – vergessen habe ich nur eine Aufnahme von der Dalbenbucht – schon ein Vorwand, diesen Flug zu wiederholen oder an liebe Menschen, die diese Gegend kennen, zu verschenken.

Danke Stanzerl – ein tolles Geschenk, dank Beratung durch den Piloten auch mit Wetterglück zum Glanze poliert räkle ich mich wohlig in der Erinnerung. Ein technischer Mitarbeiter des Flughafens, der aber auch viel mit Zuggeräten und Wohnwagen zu schaffen hat, in seinem Leben auch den Segelbooten verhaftet ist, fährt mich nach Hause. Fast alle Bootstypen, die er erwähnt, kenne ich, so ergibt sich ein ertragreiches Feld von Klönschnack aus Austausch, das wir mit einem Kaffee bei mir ausklingen lassen. Was für ein gelungenes Unternehmen – danke Stanzerl !!!

26.06. Abreise und Sonntagsspiele!

Die Waldörfer bereiten ihre Abreise vor, es nieselt. Reinhard und Rebecca  leiten die Gruppe mit Bravour. Der Bus kommt, ein Abschiedsphoto, dann gibt mir jeder Schüler die Hand, adieu ....

Ich wende mich Steffi und Daniel zu, die das BüB trainieren sollen. Volker segelt mit Aleksej und Andreas. Julian will etwas bei Flutschfinger laminieren – das Harz wird aber nicht hart. Ich bringe das Long-Boat ins Spiel. Christian wird sich um den Mastrohling kümmern. Mit Dennis checke ich die Ruderanlage von Vera, er wird auch die schöne Pinne anbringen. Peter und Stefan segeln auf der Möwe – böiger Westwind mit starken Böen. Jan bringt seine Mutter aufs Gelände – sie wird vier Wochen bleiben. Cata backt einen Nutella-Kuchen. Matthias bringt ein Standup-Board, Grund für Stanzerl und Dennis, den Neo anzuziehen – viel Spaß und natürlich der Kopfstand. Abends gibt es lecker Cata-Pizza, bevor wir mit den Verbliebenen eine schöne Runde Doko spielen.

Zwischendurch wurde die Webcam wieder angeschraubt und dank neuem Netzteil wieder online gestellt. Jetzt ist das Bild wieder aktuell!

25.06. Waldorf, die zweite Hälfte!

Nach der Grundscheintheorie rufen wir zum Kenterspaß ... die Bilder zeige ich später auf dem Monitor, doch Dringenderes lenkt ab. In den Schulungsraum läuft Wasser aus dem Duschbereich. Die Dauerbenutzung für Mensch und Neo führt zur Überlastung. Mit Björns Hilfe checken wir alle Abflüsse ...

Der Donnerstag kommt grau und windig. Sieben von zweiunddreißig wollen sich der Prüfung stellen. Mit Sturmgroß geht es in die Kreuz ... .sie schaffen es. Parallel trainiert Steven mit Björn, beide wollen am Freitag die Prüfung für den Sportbootführerschein Binnen ablegen, doch Björn hat vergessen, seine Unterlagen einzureichen. Am Abend sitze ich mit Dennis bei Holzfeuer auf der Terrasse. Er nimmt auch am Freitag die Prüfung für den Grundschein ab, später kommt Axel hinzu, um bei Steven die amtliche Prüfung durchzuführen. Rebecca unternimmt mit den Schülern eine Wanderung zur Steilküste. Unser Maddel repariert die Pumpe, beseitigt Ablagerungen an den Schwimmern. Abends treffen Stanzerl, Cata und Christian ein – Herr D. lädt zum Burgeressen für die gesamte Meute – ca. 40 Personen.

Am Samstag fährt die Schulklasse nach Fehmarn. Volker übernimmt zwei Schnupperschüler, die sich bereits eine „Fam“ gekauft haben, und nun lernen wollen, wie damit umzugehen ist. Ich übernehme vier Well-Sailing-Schüler, die ihr zweites WE bestreiten wollen. So sitze ich mit Daniel, Ronald, Martina und Anne bei Sturmsegeln auf dem Menhir, um die Halse zu üben. Cata und Christian bauen ihren Katamaran auf. Peter kommt aus Lüneburg, im Schlepptau Stefan, ein Freund, der wohl früher viel gesegelt ist. Abends wird gebeefert.

Am Sonntag Morgen walke ich gegen 4 Uhr bei verhangenem Himmel um den See, treffe auf der Seebrücke Rebecca und einige Schüler – leider kein Sonnenaufgang, nur ein ganz kleiner roter Punkt im Himmelsgrau zeigt den Tag an.... Die Gruppe reist jetzt ab...

22. 06. Die Waldörfer

32 Schüler aus Tübingen mit den Lehrern Rebecca und Reinhard sowie zwei Oberstufenschülerinnen, die schon vor einigen Jahren bei uns waren haben ihre Zelte aufgeschlagen. Am Montag können wir mit acht Schiffsführern aufwarten: Dieter, Claus, Matthias, Manfred, Björn, Maddel, Volker und ich. Nur leichter Wind bewegt die Boote, so ist es gut, dass am Dienstag der Wind auf 3 bis 4 Bft zunimmt. Nachmittags unternehmen wir einen Ausflug zu Osttonne, wo die Welle die Kinder beeindruckt, hoffentlich auch etwas Respekt schafft. Für die Duschen ist inzwischen ein Thermostat eingesetzt worden.

Am Abend spielen wir mit Andrea, Jean, Stella und Matthias Doppelkopf, es wird allerdings etwas frisch im Freisitz. Dummerweise vergesse ich den Müll. Jetzt müssen wir improvisieren, denn in 14 Tagen ist die nächste Schulklasse bei uns. Am Mittwoch halte ich eine Ansprache: unsere Ansprüche bei einer Grundscheinprüfung: sie führt dazu, dass die Gruppe sehr überschaubar wird. Einige steigen auch während der Theorie aus, weil sie keinen Bock auf den Stress haben.

Nachmittags trainieren wir den Prüfungskurs, wobei die Nichtprüflinge nun zunehmend lustloser reagieren. Zwei Chaoscrews rammen die Optiinsel derart vorsätzlich, das ich sie zusammenstauchen muss. Eigentlich wollen wir am Donnerstag nach Fehmarn, doch die Gewittervorhersage verhindert es, der Regen kommt dann auch gerade, als wir die Boote klarmachen wollen. Bei Fastflaute treiben die Boote eine Runde in der Bucht, bevor der Dauerregen einsetzt. Doch am Nachmittag zeigt sich wieder die Sonne, die nächste Front soll erst am Abend kommen.

19.06. Die einen gehen, die anderen kommen…

Dazwischen liegt eine schöne, kleine Ruhephase. Am Freitag segelt Bad Pyrmont noch bis 11 Uhr, dann setzt sich der Bade- und Spieltrieb durch. Mit Henning gibt es Konfirmationsgrillwürste und Salat, Björn fügt einen Kartoffelsalat hinzu.

Der Samstag beginnt windig, gegen 5 Uhr sehe ich die ersten Surfer in der Welle. Die Badeplattform der Seebrücke wird von den Wellen malträtiert, ein kleines Teil löst sich. Henning und Björn gehen segeln ... Laura, Stefan, Max und Jan besuchen uns. Stanzerl hat ein Date mit Max auf der Möwe. Später weiß er nicht genau, wie er es finden soll – zu groß zu schnell. Mit Henning brechen wir zu einem kleinen Spaziergang zur Seebrücke auf, dort gibt es nach Stanzerls Meinung das beste Eis. Wir bewundern auch den barrierefreien Zugang zum Beach Hotel. Am Hafen nehmen wir die Pinguin in Augenschein – sie wartet auf eine Hardy-Scheibe – dort lesen wir auch die liebevolle Beschreibung eines Admirals Cuppers for sale.

Wir bereiten uns auf die Ankunft der Schulklasse vor. Volker verstärkt uns in der Ausbildung. Letzte Wäsche wird gewaschen, Hand- und Geschirrtücher zusammen gelegt. Steffi putzt das Bad. Die Werkstatt muss aufgeräumt werden, nach getaner Arbeit platziere ich einen Kaktus auf der Werkbank. Einkäufe für die Schulklassen, letztlich vergesse ich das Brot. Maddel und Stanzerl gehen dann doch noch ein wenig segeln. Sabine und Lothar, Julian mit Freund, Volker und Björn sowie Henning mit einer Kollegin legen ebenfalls ab. Arrival: die Schulklasse landet mit ihrem Bus. 32 Schüler bauen ihre Zelte auf, nachdem wir zuvor noch einige Boote verrückt haben. Die Tür im Bad wird verschlossen – Trennung von Männlein und Weiblein. Der Notdienst kommt, damit die Temperatur des Duschwassers reguliert, Verbrühungen vermieden werden. Sie gehen baden, das heißt vornehmlich die Damen geben sich dem kühlen Nass hin, während die Jungs den Stegkopf bevölkern. Björn erlebt eine etwas unruhige Nacht, eine Schülerin hat Geburtstag, ein gewisser Lärmpegel ist die Folge. Ich schlafe bis in die frühen Morgenstunden, unten wird zum Frühstück gedeckt. Die Firma Richter liefert 20 Rammbretter – der Tag kann beginnen. 

16.06. Ausbildung und Prüfung!

Am Morgen verhole ich mich mit sechs Menhiren an den Dalben – wir wollen Circle-Training probieren. Es sind nur wenige Schiffe, die mein Stationsboot umkreisen. Eine Crew sticht besonders hervor: sie kann keinen Am-Wind-Kurs halten, übersteuert, die Fock kommt back, sie werden in die Wende gedrückt. Dieses Schauspiel wiederholt sich fast permanent – sie sind eindeutig überfordert, obwohl Maddel und ich schon an Bord waren. So sitzen die Rudergängerinnen oft auf der falschen Seite, vermeintliche Wenden werden zu Halsen. Andere segeln mit Bravour in meine Ankerleine. Bei einigen klappt es aber mit der Halse. Froh alles ohne größere Blessuren überstanden zu haben, segelt die Flotte zurück, muss aber auf der anderen Stegseite anlegen. Glücklicherweise sind auch noch die Gruppenleiter mit ihrem kleinen Motorboot zugegen.

Währenddessen trainieren meine Prüflinge unermüdlich. Denn um 19 Uhr soll Axel kommen, wir haben die Prüfung vorgezogen, weil am Freitag böser Wind kommen soll. Maddel betreut eine Lasergruppe in der Bucht. Nachmittags segeln alle in der Bucht: sechs Laser, zwei Möwen, sieben Menhire malen bunte Bilder auf das Wasser. Die kleineren Boote finden Kentern lustiger als segeln. Wir haben nun Ostwind – es gibt glücklicherweise keine Molenlieger, dafür aber teils heftige Anleger, die an meinen Nerven zerren. Anweisungen und Erklärungen haben bei dieser Gruppe eine sehr kurze Verfallszeit. Das zeigt sich auch an Bord meiner Damencrew, die ich noch einmal auf Kurs zu bringen versuche. Geschafft lege ich mich danach auf Balkonien ab, schaue nach meinen wartenden Prüflingen, Stimmung stabil?

Axel kommt: Christof übernimmt die erste Runde, es folgen Jutta und Astrid. Alle müssen das BüB wiederholen – zu schnell und zum Teil eigenwillige Kursgestaltung. Schließlich sitze ich mit Axel bei Zaubergetränk und rücken die Welt wieder gerade. Gegen 21 Uhr verhole ich das Motorboot – ein langer Tag geht zu Ende.

14.06. Hochzeitsausklang und Segel-AG!

Am Montag geht das große Aufräumen weiter. Die Pinguin erleidet einen kleinen Seenotfall. Die Fockschot gerät in den Propeller. Das Schiff wird zurückgeschleppt. Der Sohn von Alf geht auf Tauchstation ... Die Gruppe aus Bad Pyrmont läuft ein: 25 Schüler turnen bei böigem Westwind auf den Menhiren. Mit  Jutta, Christof, Björn, Astrid und Susanne sind wir nun dreißig Schüler. Maddel und ich segeln bei den Crews mit, viele zarte, kleine Menschen, die mit dem kräftigen Wind kämpfen müssen. Doch es geht ganz gut, wenn auch ein Vorsegel mit dem Unterliek nach oben gesetzt wird, die Scheuerleisten ihren Dienst tun, und die Halsen ohne Blessuren geschehen. Nachmittags kommen zwei Möwen hinzu, die sich ohne Kenterungen bravurös schlagen.

Heute soll es nach Fehmarn gehen. Mit sieben Menhiren und drei Motorbooten stechen wir in See. Neu ist die Welle für die Kinder, zuweilen verschwinden die Schiffsrümpfe in den Wellentälern.  Fast genauso lange wie die Überfahrt dauert das Anlegen. Dann schutteln wir die Schüler in den Hafen. Nach kurzem Imbiss geht es bei nachlassendem Wind und kleiner Welle gen Klaustorfer Turm. Dann heißt es wieder: kreuzen. Vom Dalben aus geht es gegen den Wind – es dauert wieder seine Zeit, bis alle Schiffe sicher am Steg vertäut sind. Insgesamt eine gelungene Überfahrt.

12.06. Die Hochzeit:

Das nächste Gewitter kündigt sich an, welch ein Glück haben wir doch mit dem Wetter gehabt. Außer einigen wenigen Regentropfen herrschte eitel Sonnenschein mit wolkigen Abschnitten. Die erste kirchliche Trauung am Stegkopf. Auf der Optiinsel spielt die Band die Wunschweisen des Paares, allein der Kontrabass stehe auf dem Steg. Ringe tauschen, Gebete und die Fürbitten einiger Freunde geben der Sache den feierlichen Rahmen. Dann wartet schon das Long-Boat – Jule und Dennis haben ein „just-married-Segel“ samt Mast und Drehvorrichtung gebaut. Mit Anita am Nebelhorn schallt die Verlautbarung ihrer Eheschließung über das Wasser – die meisten grüßen freudig zurück.

Schon vorher gab es einen tollen Sektempfang mit zwei taffen Damen. Für die Kinder hülle ich mich in das Eisbärenkostüm, um Eis zu verteilen. Vor dem Zelt wird die tolle Bettina-Torte angeschnitten. Es gibt lecker italienische Pasta. In der Hütte spielen die Musiker auf – gute Musik findet auch Dennis – gute Sängerinnen, sowohl am Steg als auch hier. Ein kleines Lagerfeuer wird entfacht, die Kinder grillen ein Würstchen ... In der Dunkelheit zeigt sich Stanzerls Wirken: auf dem Gelände leuchte unzählige Ballons mit LED-Lichtern. Der Steg wird zur Landebahn, hat sie doch noch mehr Windlichter gebastelt, die den ganzen Steg illuminieren – mögen hier Anita und Alf einfliegen. Hier hat Stanzerl ein kleines Kunstwerk geschaffen.  Ein Feuerwerk unterstreicht die Glückswünsche. An der Getränkebar geht es – unterstützt vom Schlangenschnaps – weiter bis in den frühen Morgen. Ich bade in den Lobgesängen der Gäste, welch ein besonderer Platz dies doch sei – sie gehen in der Atmosphäre auf. 51 Meldungen zum Lichterlotto, das erst möglich wurde, weil die Erkenntnis sich durchsetzte, dass es einen Anschalter gibt. Dennis vermarktet die Aktion, allerdings gibt es ein Licht zuviel, was Stanzerl huldvoll zugetragen wurde.

0230 im Bett geht es um 7 Uhr auf den Walk. Kleines Frühstück – ich beginne die Schiffe zurück zu bauen, Flaggen runter, drehen, wobei mir Felix, der Sohn von Anita viel hilft. Viele Gäste möchten dann doch segeln – Alf, sein Sohn, Dieter und Matthias helfen, zwischendurch ein Verleih und die Schüler der Vorwoche. Südliche, böige Winde, Anlegen mit Paddel. Immer mehr wollen segeln, so müssen auch Dennis/Jule und Stanzerl dran glauben – sieben Menhire sind zeitweilig mit der netten Gesellschaft unterwegs. Ich versuche die Vorhochzeitordnung der Schiffe wieder herzustellen. Die Rückkehrer werden eingewiesen, sich bündig am Steg zu vertäuen. Bernd aus Lübeck kommt mit Freunden, können einen Menhir gleich übernehmen. Zwischenzeitlich baue ich die Möwen zurück: Kenterbälle neu justieren, Flaggen bergen, pützen und alles Tauwerk hochbinden ... Stanzerl kommt leicht gestresst zurück – Ausbildung ist nicht ihr Ding – da fehlt halt die Routine...

In der ganzen Zeit arbeiten Alf, sein Sohn und Anita unermüdlich, unterstützt von vielen Gästen, die hier eine große Kompetenz an den Tag legen. Fast alle betonen, dass sie durch die Atmosphäre meiner Schule sehr beeindruckt sind. Es wird viel geschwommen, gebadet und mit herzlicher Geste Abschied genommen. Abends kommen Lothar und Peter auf Kurzbesuch, die H-Jolle nimmt Kurs auf den Dalben. Ich nehme im Strandkorb eine Mütze voll Schlaf, sichte die Videoaufnahmen, kann sie nach einigen Schwierigkeiten auf den Rechner überspielen ....

Mit Jule, Stanzerl, Dennis und Lothar nehmen wir bei großer Schwüle Kurs auf die Seebrück – ein Eis lockt. Wir alle hängen nach dem großen Fest etwas durch – doch das war es wert. Die Gruppe, die ab Montag bei uns segelt, meldet sich – das Wetter soll eine unwirtliche Richtung nehmen – ich plane schon den nächsten Tag. Ich glaube, wir haben dem Brautpaar ein schönes Event ermöglicht. Sie haben alles technisch gut vorbereitet – doch Flaggenparade, Illumination und zum Teil Schiffsführer können wir gerne für uns verbuchen.
Es war ein schönes Erlebnis !!!!!!!!!!!!

10.05. Hochzeitsvorbereitungen und Gewitter

Alf wird schon nervös, das Zelt ist noch nicht da. Als es endlich kommt, wird gearbeitet. Heiko, Dennis und Jule dekorieren mit Spinnaker und Kristalllüster. Ich beginne mit dem Setzen der Flaggen – Mareike, Stefan und Jonas – vom Törn zurück und begeistert – helfen. Wilfried, Thomas und Freund tauchen auf, sie wollen einen Törn Richtung Rügen starten, wollen von mir Informationen. Nach einigen sprachlichen Pirouetten, die mein Nichtwissen widerspiegeln sollen, kann Dennis einige Infos einträufeln. Die drei Herren in bester Ferienlaune nehmen diese in sich auf ... oder?

Bühne, Zelt, Getränke, die Hochzeitstorte unter den kundigen Händen von Bettina – alles nimmt seinen Lauf. Dann kommt das Gewitter, der Wind dreht von Ost auf West. Einige Flaggen verheddern sich an den Unterwanten. Das Hauptgebiet ist durchgezogen, ich verbringe mich in die Watthose, um die Möwen nach der neuen Windrichtung auszurichten. Es reicht für die gesamte rechte Stegseite – Dennis und Heiko helfen.

Die ersten Gäste – Anita ist schon eingetroffen – laufen ein. Ich lerne Mutter und andere Verwandte kennen. Ein Ehepaar aus London mit Themenfelder Segelsport und Piraterie. Die ersten Getränke werden gereicht. Dennis zaubert mit helfenden Händen lecker Kartoffelsalat und schmackhaftes Grillfleisch – ein guter Rum danach, dann ruft die Koje. Beim Walk heute Morgen ist der Himmel noch bedeckt – erste Sonnenlöcher am Horizont lassen hoffen.

08.06. Südliche Wind mit etwas Regen und Böen!

Am Dienstag segelt die Gruppe von Meike unter Maddels Regie, Heiko und Stefan springen als Schiffsführer ein, während ich mit Meike, Christoph und Jutta die Halse trainiere. Beim Anlegen, das sie schon selbstständig durchführen entfährt mir ein fürchterlicher Schrei. Christoph düst mit dem Menhir am Steg vorbei, will dann eine Halse wenige Meter vor der Mole hinlegen. Ich höre schon den Kunststoff bersten, da erreicht ihn mein Befehl: „Ruder nach rechts“ ... Puh, das war knapp.

Abends erhole ich mich mit Jean, Matthias und Stefan beim Doko. Ein tolles Blatt auf der Hand, nur Kreuz und Pik 10 als Balast. Da spielt Jean das Herz-As vor, ich werfe eine Zehn ab und verkünde ein Re. Ich spekuliere mit Jean zu spielen, reize weiter und spreche das seltene „Schwarz“ aus! Es klappt und ergibt im Mehrfachbock gute 152 Punkte ...

Am Mittwoch segeln wir nur vormittags, weil der Wind immer garstiger wird. Am Donnerstag kommt Astrid hinzu, die ebenfalls die Binnen-Prüfung für Segeln ablegen möchte. Der Südwester hat die Bucht fast trocken gelegt, selbst Lothar’s Schiff liegt auf Grund. Wir fahren uns auch gleich fest, können uns aber mit dem Bootshaken befreien. Über die Fahrrinne segeln wir zum Dalben. Maddel kommt später mit drei Menhiren im Schlepp nach. Alf ist inzwischen sehr fleißig, die Hütte ist leer geräumt, der Platz für das große Zelt vorbereitet.

Gestern schon ist Bettina – unsere begeisterte Balletttänzerin –eingetroffen. Ob denn genügend Platz für die Hochzeitstorte im Kühlschrank sei ... Der Wettergott scheint ein Einsehen zu haben – schönes Wetter für Samstag ist zu erwarten. Am Nachmittag erkläre ich meiner Crew das BüB, während Maddel mit seiner Truppe das Kentern übt. Mareike und Stefan segeln bei böigen Südwinden ihre Laser….

06.06. Ein ruhiger Montag!

Vormittags führe ich Jutta und Christof in das Segeln ein. Vor sechs Jahren haben sie hier ihren Grundschein gemacht. Bei drehendem, böigem Südoster nähern wir uns den Grundlagen an. Nachmittags kommt Meike aus Berlin dazu. Parallel segeln einige Verleihleute. Nach langer Zeit taucht Burkhard aus Lübeck mit einer kleinen Crew auf. Herr Rohde ruft mich später an, dass er sie in der Orther Bucht auf den Haken genommen haben ... Eine Damencrew mit zwei kleinen Kindern leiht einen Menhir, der später quer am Steg liegt, der Palstek hat wohl nicht gehalten. Steffi und Gerd segeln mit der Möwe. Michael sucht seinen Slipwagen, findet ihn im Seegrashaufen, segelt dann mit seinem Cat in der Bucht. Heiko gesellt sich mit seinem Zugvogel dazu. Dennis beglückt uns mit Wiener Schnitzel und Spargel.

Dann beginnt das Warten. Eine kleine Truppe von jungen Leute, die ihr freiwilliges soziales Jahr machen, soll ankommen. Die Wochenendgäste brechen auf – nur Heiko hält die Stellung. Das Wetter soll kritisch werden, so müssen wir den heutigen Tag – Dienstag – gut nutzen ….

05.06. Pfingstrosen auf dem Wasser!

Heiko und Jannis besuchen uns nach ihrem Törn. Cornelia und Jan beziehen ihre Hütte, während PC-Nils auf dem Steg schläft. Wir haben ein sehr gemischtes Programm: Acht Schüler von Well-Sailing sitzen vor der Tafel, Maddel betreut zunächst sechs, später acht OSG-ler; Gesa kentert mit Rahel; Janis, Kai, Manfred, Sven und Silvia sind auf Prüfungskurs. In der Ausbildung helfen: Nils, Jan, Dieter und Julian, nachmittags Matthias. Ich sitze nach dem Unterricht auf der Möwe, zeige Rahel und Gesa die Wendetechnik.

Abends gehen Jannis, Jan und Julian – die drei (J)ungs auf Fischfang, während der Rest dem Grillen anheim fällt. Kai – unser Chilene – produziert köstliche Pisco sour, Leonie feiert ihren Geburtstag sektisch, unsere Haustruppe – erweitert um das Hochzeitspaar Anita und Alf – frönt Aperol-O-Saft und World’s End-Rum. Nach langer Zeit kommen wieder meine Paprika mit Ingwer auf den Tisch.

Der Sonntag beginnt mit grauem Regenwetter, die Gleiter sind zögerlich, dann betreut Jannis zwei Laser in der Bucht, Maddel zwei Gleiter im Revier. Dennis taucht auf – er war auf einem Konzert in der Elbphilharmonie. Der Wind nimmt zu, wir rüsten teilweise auf Sturmsegel um. Gegen 13 Uhr läuft Axel ein – die Prfung beginnt, während die Anfänger gleichzeitig am Steg üben. Morgens habe ich noch die Bahn verkürzt, die Ostboje nach Westen verholt, bei Dauerberieselung die Grundscheinprüfung bei Benni abgenommen, weil Berit zum Seifenkistenrennen möchte, Theorie an die Tafel gezaubert und Fröhlichkeit gegen die Düsternis gesetzt. Unter Anspannung und kräftigem Wind zeigen die Prüflinge ihre Nervosität – Sven pfählt sich beim Ablegen, Janis zeigt Kamikaze-Halsen und selbst Manfred prescht forsch an den Steg. So kommt es zu einigen Wiederholungen. Die anlegenden Frischlinge werden tiefer an den Steg geleitet – Dieter herrscht über den Steg. In der Theorie gibt es leider einen Durchfall, bei der Scheinverteilung bürokratische Ärgerlichkeiten ... Axel und Dieter bekommen ihren verdienten Zaubertrank – Verabschiedung der Crew. Die Gleiter sind ausgepowert, machen sich ebenfalls auf den Heimweg, bis auf Ines und Boris – das Großfall des 505-ers ist ausgerauscht – hat der Zeppelinknoten doch nicht gehalten.

Das Wetter hat wieder ein Sommergesicht – bei blauem Himmel und vier Windstärken rüsten Springbok, eine Möwe mit Julian, eine mit Nils einhand, ein 470iger mit Jannis und Jan, ein zweiter mit Ines und Boris. Mit Dennis nehme ich das neue Motorboot – wir gehen auf Fototour – allerdings halten wir uns nicht lange genug in der Welle auf – Kritik von Stanzerl! – machen also nur gemäßigte Fotos. Deshalb legt sie noch einen Kopfstand auf dem Contender nach. Haben wir schon an Bord mit einem kleinen Imbiss begonnen, so führen wir ihn an Land fort. Bei mir setzt das große Gähnen ein – ab in die Koje, um am nächsten Morgen um 0430 Uhr den Walk in den Sonnenaufgang zu erleben ...

02.06. Vögel, rudern, segeln und Flaggen!

Silvia und Gesa üben fleißig ihren Prüfungskurs, nachdem wir tags zuvor wegen Starkwind abbrechen mussten. Nachmittags segeln wir zur Osttonne, bei 4 Bft steht noch eine gute Welle, Gesa strahlt ob der Achterbahnfahrt. Alf ist wieder vor Ort, schleift an der Pinguin, säubert den Strand, es treibt ihn um. Maddel kämpft verzweifelt mit einer Curryklemme, deren Schrauben aufgrund einer verrosteten Stahlfeder den Lösungsversuchen lange Widerstand leisteten. Ich setze schon einmal das Flaggenalphabet von Eiche zum gelben Mast und weiter zur Mastaufrichtungsbirke. Maddel flucht abends, weil er mit seinem Laser mit dem Mast hängen bleibt. Matthias und Bollo schauen rein und helfen uns.

Heute herrscht schwacher Wind. Silvia wird ihre ersten Einhanderfahrungen auf dem Menhir machen, Gesa wird sich auf der Möwe vergnügen.

31.05. Abreise-Sonntag

Der Sonntag beginnt müde. Nur schleppend können sich einige aufraffen, in See zu stechen. Maria segelt Laser! Hobbit treffe ich am Morgen beim Start zu meiner Walkrunde. Er sitzt mit zwei weiteren Jungs am Rumtisch. Nach meiner Rückkehr sehe ich ihn noch einmal und er sagt: „Das ist so eine nette Gruppe. Ich solle mich nicht schämen, ihn zu fragen, ob er Ausbildung machen wolle.“ Es beginnt die große Abreise.

Stanzerl und ich sind fast allein, da meldet sich die Pinguin an. Der Einlauf verzögert sich, wir nehmen die Steuerschüssel und fahren ihnen entgegen. Anita und Alf legen ihr Hochzeitsboot – die Saling ist das Kreuz – vor Anker. Am Montag begrüße ich Silvia und Gesa – meine Schüler für die Woche - . Das Flaggenalphabet ist sortiert. Maddel bereitet die Gleiter vor, am Wochenende kommen die OSG, Prüflinge und Schnupperleute ...

27.05. Schöner Segeltag

Am Freitag erkläre ich an der Tafel das An- und Ablegen, wir wollen die Boote selbstständig machen, so dass sie ohne Lehrer auskommen. Auch Springbok läuft aus. Cornelia – sie will im Juni helfen - und Jan besuchen uns, beziehen die hintere Hütte. Vom Boden hole ich die Flaggen – Vorbereitungen für die Hochzeit von Anita und Alf. Stanzerl kommt mit ihrem Contender zurück, zeigt uns ihren Kopfstand an Bord. Die Gleiter machen Ihre Erfahrungen, entdecken den „gemeinen Fahrrinnentaucher, der aufgrund eines genetischen Defektes ständig zu tauchen versucht, was sein natürlicher Auftrieb verhindert.
Gegen frühen Abend veranstalten Folker und Bernd ein weiteres Kentertraining. Stanzerl macht ihre köstlichen Nudeln mit Melone. Auf der Terrasse haben dann Katze, Laura, Stanzerl und ich eine Geheimsitzung.

Am nächsten Tag – es ist wenig Wind vorhergesagt – beschliessen wir eine Revierfahrt zum Dalben. Fast alle Menhir, Möwen und ein 420iger finden sich dort ein. Der Wind ist besser als gedacht, Gummiwurst und das neue Motorboot sind ebenfalls im Einsatz. Ich sitze auf der Steuerschüssel, habe mir aus einem Regen- einen Sonnenschirm gebastelt. Auf dem Rückweg kann ich einige Fotos vom Springbok schießen, Stanzerl versucht sich einbeinig im Trapez. Nachmittags legen wir einen Übungskurs in der Bucht aus. Acht Laser und die Menhir/Möwenflotte treiben sich herum. Ich besuche die Crew Kea und Dio, um ihnen das Auslegerhandling näher zu bringen. So geht ein schöner Segeltag mit hochsommerlichen Temperaturen zu Ende. 

26.05. Schnupperkurs Osnabrück – erster Tag

21 Anfänger sitzen im Schulungsraum: Bernd, Dieter, Hobbit, Maddel, Folker helfen als Schiffsführer, Frauke macht einen eigenen Menhir auf.  Moritz betreut die Auffrischler und Gleiter. Bei kräftigen Winden werden unter Sturmsegeln die ersten Erfahrungen gesammelt. Bei mir an Bord: Kea, Anna und Dio. Am Mittag trifft Heaven mit seinem Ablatus Bruno ein. Katze und ME haben uns besucht. Jonas schaut rein, er macht mit der Uni mit sechs Yachten einen Törn auf der Ostsee. Nachmittags gehen vier Gleiter – Stanzerl vorne weg – und zwei Menhire Richtung Osttonne.

Plötzlich an der Werft: eine Yacht vor uns, eine hinter uns, da schießt auch noch ein schwarzer Rumpf aus der Werft heraus – nur mit Hartruderlage können wir ein Tackling vermeiden. Beim Anlegen ist meine Crew schnell müde, obwohl der Wind noch gut ist. Julian und Bernd veranstalten noch ein Kentertraining, während mich bereits andere Sorgen planen, zeigt mir Maddel doch einen Holzwurmbefall am Haus, Bohlenstücke lassen sich herausbrechen. Schnell erstelle ich einige Fotos, die ich an Lothar und Dennis weiterleite. Mit Kea, Bruno und Stanzerl sitzen wir abends im Freisitz und schwingen die Karten….

25.05. Prüfung

Mit dem ersten Boot segle ich den Kurs vor. Die Halse hat schon brachiale Züge. In den Böen drücken bis 6 Bft in die Segel. Glücklicherweise gibt es kaum Welle. Alle haben sie Respekt vor dem Wind bekommen, einige Tränen können getrocknet werden. Viele lernen in diesen zwei Stunden mehr als in der übrigen Zeit. Die BüB’s sind sehr gut, das Stoppen mit dem Groß hat sich durchgesetzt. Die Anleger sind dafür als sehr forsch einzustufen. Axel und Jan übernehmen die Prüfungsvorsitz, die Theorie beginnt, dann legen bis zu vier Menhire ab – meine Schüler zeigen Nerven und Leistung. Sonja fungiert als Coach. Die praktische Motorprüfung zieht sich in die Länge, es ist schwierig, die Steuerschüssel auf Kurs zu halten. Gegen 14 Uhr können die Führerscheine verteilt werden. Statt Schnittchen gibt es Knoten bei der Arbeit. Fazit: Verdammt kurze Ausbildungszeit und Wetterrisiko, den heutigen Wind hätten wir früher gebraucht. Es bleibt bei allem Erfolg eine amputierte Ausbildung: Kentertraining, Segeln auf der Zweimannjolle, Verkehrserfahrung in der Fahrrinne, Ausflug ins Revier, geschweige denn die Geschwaderfahrt nach Fehmarn. Ich hoffe, einige werden zu einem Auffrischungskurs wiederkommen.

Während noch die letzten ihre Sache packen, läuft Folker schon ein – wir erwarten 30 Leute aus Osnabrück zum Schnupperkurs. Die Staulage führt dazu, dass die Ankunft sich bis in den späten Abend hinzieht. Maria besucht uns seit längerer Zeit wieder. Mit Stanzerl klönen wir zunächst auf der Terrasse, setzten uns dann zu den grillenden Schülern, wo ich viele bekannte Gesichter begrüßen kann. Es geht weiter….

22.05. Ein Sonntag im Mai!

Der Tag beginnt mit einem Test, den einige auch bestehen, andere hängen aber noch bedrohlich in der Wissenskurve. Motorboot und Boje-über-Bord sind angesagt. Dieter übernimmt die Steuerschüssel, kurze Zeit später versagt die Lenkung. Bollo ist zunächst nicht zu erreichen. Als er kommt sagt er uns, er hätte alles erneuer, dieses Kabel jedoch nicht, weil es noch ginge. So kann Maddel – in seinem neuen Sommerlook – dieses noch austauschen. Auch die Gummiwurst hat Startschwierigkeiten – wir brauchen sie aber am WE für die Gleiter.

Flutschfinger geht aus seinen ersten Törn. Die liebe Sonja wird mir eine Flasche Weißwein besorgen ). Abends gibt es die Segelphysik, wo ich Gdanken der Logik zu entfachen versuche. Die Wochenendgäste fahren alle ab – es wird ein ruhiger Abend. Die Schüler gehen mit den Surfbrettern baden – einige versuchen sich am Segelspiel (Brettspiel!)…Henning – mit Familie und Dennis auf Törn – schickt mir die Doppelkopfergebnisliste, klar, dass Vatti vorn ist. Am nächsten Morgen aufwachen, Klo verstopft….die See spiegelglatt – wir hoffen auf Wind.

21.05. Zweiter Ausbildungstag!

Um 0410 Uhr stehe ich an der Uhr, bereit zum Walk um den Binnensee. Auf der Seebrücke herrscht noch Dämmerung, die rot-orange Sonne steht erst am Fischereihafen über der Kimm. Zurück bereite ich die Übungsarbeit vor. Die Schüler haben gestern die zweite Theorieeinheit bekommen, da sie zu Hause schon Vorbereitungen gemacht haben, bin ich auf das Ergebnis gespannt. Der Wind war tagsüber ideal, wir konnten das An- und Ablegen und die Halse lehren. Parallel haben Manfred und Dieter mit der Motorenausbildung begonnen.

Abends haben wir mit Swantje, Hobbit, Mareike, Stefan, Heiko, Stanzerl den Grill verwöhnt. Der Rum wurde dann vor dem Haus mit Seeblick genossen. Dort treffen wir auf Sonja, die Besuch von ihrem Mann und Sohn hat. Jener hat eine Drohne mitgebracht, damit tolle Fotos erstellt. Stanzerl, Mareike und Stefan waren mit den Lasern auf dem Wasser. Es wurde auch wieder Kopfstand geübt, diesmal mit Beingrätsche, fehlt nur noch, dass Emma hindurch springt. So ging  ein schöner Sommertag zu Ende. Erfreut habe ich die Nachricht vom Bestehen meiner See-Schüler erhalten. Nun gilt es bei flautigen Südwinden eine Programm zu gestalten.

20.05. Schulklasse!

Spät am Donnerstag beginnt der Einlauf der Lüneburger unter Sonja. Christiane als Quereinsteigerin kommt hinzu. Am Freitag teilen wir die Gruppe in acht Crews ein. Bei leichten bis flautigen Winden aus Südost beginnen wir unser Training. Unterstützt werden wir von Sonja, Maddel, Dieter, Manfred und meinen drei See-Schülern: Gesa, Lara und Fiete. Immerhin können wir nachmittags mit den ersten Freiflüge starten.

Hobbit bastelt mit Heiko unter Hochdruck an Flutschfinger, können später am Steg anlegen. Abends sitzen wir auf der Terrasse beim heißen Stein, dann droht wieder ein Gewitter, zieht aber vorbei. Wir beschließen den Abend mit einem Memoryspiel, das wir von Ulrike und Achim bekommen haben. Sie haben uns vor einiger Zeit besucht, Bilder, die sie während ihres Aufenthaltes gemacht haben, sind zu einem Memory verarbeitet worden – schöne Idee.

Heute zeigt sich zunächst ein grauer Südwester mit Flachwasser und Böenstruktur….Die Gruppe macht einen guten Eindruck, am Mittwoch wollen sie Prüfung machen – da ist noch viel zu tun.

09.05. Im Durchschnitt mäßiger Wind!

Am Freitag herrscht noch Starkwind, produziert mit seiner Ostmelodie drei Molenküsse. Karin und Sandra wechseln ihr Segelkleid auf Sturm, um dann Axel und Frank Hagen zu zeigen, wie ein Panzer fährt ... Jens fährt als Stabilisator mit. Unter Motor müssen sie bei Seitenwind durch ein Bojentor zirkeln und ungewohnt einen Kopfanleger durchführen, obwohl der Wind auf Stegparallel plädiert. Der Segelschein wird dann ausgiebig gefeiert, das Segeln am nächsten Tag hintenan gestellt.

Am Wochenende herrscht Schwachwind: Henning, Dieter, Maddel und ich übernehmen unsere Well-Sailing-Starter-Crews. Evelyn übt mit Jens auf der Möwe. Es ist eine lustige Gruppe: „Was hast du im Täschchen? – Mein Einkaufstäschchen!“ Abends brennt ein kleines Lagerfeuer, von Henning entfacht, der uns auch kulinarisch vorzüglich versorgt, zum Spargel auch den passenden Wein präsentiert. In der Crew sind auch zwei Chilenen und Benji, der in Bogota gelebt hat – Stoff für Klönschnack.

Hobbit ist mit seiner Helfercrew am Flutschfinger: Julian, Willi und Bernd legen Hand und Geist an. Ich bedauere, dass es noch keine ferngesteuerten Laminierroboter gibt, die sich auch in die kleinsten Winkel vorarbeiten könnten. Seglertonsur: meiner Crew erkläre ich den neuesten Trend: im Nackenbereich wird 5 cm über dem Kragen ein kreisrundes Loch rasiert, um den achterlichen Windeinfall besser spüren zu können.

Am Sonntag schwächelt der Wind: Manfred und Kai: beide konnten ihre Vorkenntnisse nicht geheim halten, finden sich auf der Möwe wieder. Nachdem der Sturm der letzten Woche unseren neuen Eduard gefällt hat, umgebe ich die Optiinsel mit einem Bauzaun, in der Hoffnung, den Fäkalienbelag zu minimieren. Der Montag zeigt wieder Starkwind: mit Jens auf der Möwe – Wendetechnik ohne Standphase und Halsen ohne Krängung, nachmittags segelt er allein unter Großsegel…..

16.04. Ostern!

Kalte Ostern ... Dieter kümmert sich um drei Schüler ... der Rest bemüht sich, das Gelände für die Saison auf Vordermann zu bringen. Wir beginnen, den Vogelschreck zu bauen, der allerdings in den ersten harten Böen nur ein kurzes Dasein führt. Alle Mann an Deck, bzw. an die Optiinsel, sie muss ins Wasser verbracht werden. Da es an Kompetenz nicht mangelt, brechen immer wieder Diskussionswellen wabernd über das Geschehen.

Endlich auf 1-2-3 reduziert, kommen wir zu bewegenden Szenen. In Luv des Steges angelascht, legen heftige Böen den Mast, an dem der neue Eduard schwingt, in die Waagerechte. Dort liegt er dann – an empfindlicher Stelle geknickt. Matthias‘ Frau versorgt die Helfer mit schmackhafter „Chili sin carne“.

Matthias bringt ein Whiteboard in der Küche an, ist auch bei der Wässerung der Insel vorne mit dabei. Stanzerl wirbelt mit Lappen und Wischmob durch die Räume, arrangiert das Einräumen in der Hütte. Eine neue Leuchte wird im Bad von Hobbit und Hardy installiert. Er bringt auch den Vogelabschreck­rotations­körper in die Ruder­anlagen­halterung der Möwe ein. Unsere „Jugend“ nimmt den Strand in Angriff. Ein danieder­liegendes Slipwagen­deichsel­auflager wird neu in das Sandreich eingebracht, bevor die Armee der Sauberkeit mit Harke, Rechen, Forke dem Seegras den Garaus macht. Der Abend klingt mit Spargel und Schinken aus.

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