Wandersegeln mit der H-Jolle
im Regensommer 2011
Im August 2011 starteten zwei mit Blick auf das Wetter unerschrockene Segler zu einer kleinen Reise in die Schlei. Hoffnungsvoll, daß bald die Sonne und damit die Wärme käme, erstens für das Segeln, zweitens für das Baden, drittens für das Trocknen allerlei Utensilien. Diese Hoffnung – dieses sei vorab schon erledigt – erwies sich als hartnäckig und zugleich vergebens. Es war eine Regen- und Sturmtour, es kam zu einer kleineren Badeszene, ein Ankerversuch endete im Treiben, die Segelsachen sind bis heute nicht trocken, die Glieder rheumatisch, das Schiff durchgehend wunderbar.
Die Tour war geplant von Heiligenhafen, Segelschule Bennewitz, über die Kieler Förde bis zur Schlei, Schleswig und zurück. Das schöne Maasholm an der Schleineinfahrt konnten wir ausgiebig kennenlernen, insbesondere der Blick nach Westen über das Wasser hin auf den immerdunklen, von Regenschauern und Böen durchwirkten Himmel wurde uns solange eine tägliche Wiederholung, bis wir mit Sturmgroß und Fock eine erste Flucht ergriffen. Diese endete in Starkregen, starken Böen an unserem vor erst einer Stunde verlassenen Liegeplatz im Maasholm. Ein zweiter Ausreißversuch gelang wieder inmitten von Starkregen zwei Tage später Richtung Kappeln, wo uns durch die Brücke ein nettes Yachtpaar durchschleppte. Gerade dort war nämlich gerade kein Wind, um gescheit die Brücke passieren zu können. Hierzu kurz die Bemerkung der Unvereinbarkeit zwischen den meisten Yachtbesitzern oder -seglern und den Jollenwanderern. In Damp lagen wir mit unserer alten blauen Baumpersenning zwischen dicken weißen Segelyachten. Eine alte Holzlady in feinstem, etwas geflicktem Baumwollzwirn zwischen edlem Plastik. Klar, wer mehr Stil hatte...
Die Schlei ist ein wunderbares Segelrevier für eine H-Jolle, überall kleinere Stege, Ankermöglichkeiten, so daß auf der Suche nach Regendeckung genügend Auswahl bestand. Längere Abschnitte feinster Segelmöglichkeiten, die Große Breite mit schönem Blick auf den Schleswiger Dom. Und das Aufkreuzen von Schleimünde nach Schleswig ermöglicht es jedem Schauenden, die Schleiküste von allen Seiten zu betrachten. Nach Passieren der Brücke in Lindaunis fanden wir so Stauerweth, einen kleinen Steg eines kleinen Segelvereins. Keine großen Yachten neben Pauline, so daß diese endlich einmal aufatmen konnte. Und erstmals kein Regen, so daß das Unterpersenningkriechen entfiel und damit die blauen Flecken verringert und die demütige Haltung in den aufrechten Gang übergehen konnte. So starteten wir am nächsten Tag mit hoffnungsvollem Blick nach Westen – Ergebnis wie gehabt. Im Sprühregen ging es weiter, dann tatsächlich Sonne zwischen den Wolken. Ein schöner Tag Richtung Missunde kündigte sich an, bis wir beim Öffnen der Lenzklappen feststellen konnten, daß eine dieser auch beim Schließen weiter lenzte – leider in das Boot. Also Abfallen Richtung Hülsen, wo der bisher einstündige Segeltag mit Ausräumen aller Segelsäcke, Verholen und Umkippen der Jolle zwecks Reparatur der Lenzklappe sowie folgendem Auspützen und Einräumen eine über dreistündige Unterbrechung erfuhr. Der mehr oder minder freiwillige Handwerker – zugleich der liebevolle Besitzer Paulines – stand damit längere Zeit im frischen Schleiwasser, was mit einem feinen Salat im nahen Hafencafé belohnt wurde. Zumindest hat es in dieser Zeit nicht geregnet. Beim dann späterem Weiterfahren – mit bangem Blick auf die Steuerbordlenzklappe – schlief der Wind mit abendlichem Seufzer ein, so dass Missunde mit schönem Treiben erreicht wurde. Eine idyllische Gegend, welche insbesondere durch den Sonne vorhersagenden Wetterbericht noch schöner wirkte. So begannen die zwei einzigen regenfreien Tage. Einmal hin nach Schleswig bei ruhigen 1-2 Beaufort, dann einen wirklich sonnigen Flautentag mit Besuch bei den Wikingern. Der anfangs schöne Sonnentag darauf mit achterlichem Wind wehte auf glattem Wasser Pauline allen Yachten davon. Sie brummte sacht vor sich hin – und wäre nicht ein Gewitter aufgezogen, wäre sie bis Heiligenhafen geweht. Aber nun durfte die Persenning dieses Mal in Arnis zeigen, was sie kann. Auch Maasholm war wieder sehr schön mit dem Blick auf die dunklen Regenböen. Das Café im Dorf ist warm und trocken, hat kalorienreichen Kuchen zum Aufbau einer körpereigenen Fettschicht gegen Sturm und Kälte. Pauline trotzte dem starken Sturm auch im Hafen, sie rüttelte alle Böen wacker ab.
Trotzdem war sie für die Rückfahrt über die stürmische Ostsee bei 6-7 Beaufort zu zart (und vielleicht auch schon etwas zu betagt), so daß sie rollenderweise ihren Heimathafen in der Segelschule Bennewitz erreichte.
Hier wird sie träumen von wärmender Sonne, Windstärken um 3-4 Beaufort, kleineren Ausflügen in die Gegend und einem schönen Sommer 2012 mit vielen kleinen Stegen und Häfen im südlichen Dänemark. Zusammen mit ihren mitsegelnden Menschen, welche Nässe- und Kriechfolgen erst beheben müssen, ist sie weiter munter und unternehmungslustig auch für weitere Touren. Schießgebiete, welche sie zu großen Umwegen nötigten, überhebliche Yachties und ironische Hafenmeister können sie in ihrer Segellust, ihrer Schönheit und ihrem Charme nicht beeinträchtigen. Und sie wird so lange um eine weitere Reise werben – sie weht ja so gern –, bis die Segler sich auf weitere Badeszenen, Ankerversuche, das schaukelnde Indenschlafgewiegtwerden und insbesondere auf Maasholm freuen ...
Aktuelles
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Praktikanten und Optilehrer 2012
Auch in der kommenden Saison stellen wir gerne wieder Praktikanten und Opti-Lehrer ein. Bei sechs Wochen könnt Ihr auch Eure Segelscheine erwerben. Ihr werdet je nach Neigung in der Kundenbetreuung, Ausbildung, Instandhaltung und Werbung eingeführt und eingesetzt. In der freien Zeit könnt Ihr die Einrichtungen der Segelschule nach Absprache frei benutzen.
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Piratencamp 2012 - Möwewochenende und Seekurs
Die Termine für die Piratencamps 2012 stehen fest:
Erstes 22. bis 28. Juli 2012
und zweites 29. Juli bis 4. August 2012.
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- 14.05. tolles Segelwetter
- 13.05. harte Böen - Ida & ein Igel
- 12.05. starke Böen & Küchenputz
- 10.05. Menhirfallverholung & Gewitter
- 07.05. Stromfalle - Schwert - Kreuz in der Fahrrinne
- 06.05. Pfadfinder, Nicole und ein Fastsommertag
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