08. Dezember - Ghana XI

Früh bin ich auf. Es gibt kein Wasser. Auf meine Bemerkung: kein Wasser – weniger Geld für die Unterkunft, gibt es kein Verständnis. So lassen wir uns mit dem Taxi zur STC-Station bringen, der Bus soll aber erst gegen 12 Uhr fahren. So landen wir wieder bei einem Minibus, der einen guten Eindruck macht. Sogar eine Klimaanlage (sprich: Lüftung) hat er. Wir haben etwas mehr Beinfreiheit und sind schnell aus der Stadt heraus. Wir malen uns bereits aus, dass wir noch einige Zeit haben werden, Takoradi näher anzuschauen, da platzt ein Reifen. Eine unbestimmte Zeit (gefühlte drei Stunden) verbringen wir am Straßenrand, bis ein Ersatzreifen gebracht wird. An Bord nimmt so etwas zuviel Platz weg. Die Zeit zieht sich, so ein bisschen komme ich mit den Mitreisenden, unter anderem drei typischen Muttis in Kontakt. Am Zielort lassen wir uns mit einem Taxi zum Harbor View Point bringen, entgegen den Angaben des Reiseführers existiert dort leider keine Unterkunft mehr. Wir landen im Queens Palace.
Aus dem Kühlschrank unseres Zimmers dringt schlechter Geruch und eine rötliche Flüssigkeit. An der Rezeption erkläre ich Kühlschrank und halte mir die Nase zu. Es gelingt, dieser wird gereinigt. Ein dunkles ungemütliches Zimmer, Toilette und Dusche auf dem Gang. Im überdachten Freiluftrestaurant thront ein Weißer, der keinen sympathischen Eindruck macht. Drei Mädels sind für die Bedienung zuständig. Weitere Gäste gibt es nicht. Wir trinken eine Kleinigkeit und beschließen auswärts zu essen. An einem größeren Hotel werden wir nach längerem Suchen fündig. Konstanze versucht sich mit einem Fufu-Gericht.  Fufu ist ein klebriger Brei auf Maniokbasis, zuweilen kommen auch Kochbananen dazu. Neben uns nimmt eine Truppe Amerikaner Platz, kurze Hosen, Stoppelhaarschnitt, wahrscheinlich eine Arbeitsgruppe aus Ghana.  
Zurück im Hotel genehmigen wir uns noch ein Fläschchen Smirnoff-Ice. Unter dem Kronenkorken zeichnet sich ein Rostring ab.  
An der Rezeption gilt es nun ein Taxi für den nächsten Tag zu organisieren. Konstanze startet eine tolle Schmeichelaktion, indem sie mit den dortigen Männern über Fußball redet und die deutsche Sympathie mit der ghanaischen Mannschaft während der letzten Weltmeisterschaft bekundet.  
Nachts zieht ein gewaltiges Gewitter über uns hinweg.