09. Dezember - Ghana XII

Auf der Suche nach Morgenkaffee durchstreifen wir die Straßen. An einer unscheinbaren Bude werden wir fündig. Hier werden Eier, Brot und Getränke verkauft. Drei ältere Frauen – eine hat uns schon vorher auf dem Weg nettfrech angesprochen – setzen sich zu uns. Die normalen Spielchen: Augenrollen, Namen aufschreiben, dann will eine meine Telefonnummer – „I call you!“. Auch an meiner Pfeife wollen sie nuckeln, was ich aber abwehren kann. Letztendlich werde ich aufgefordert, für alle den Kaffee zu bezahlen.  
Unser Taxi kommt, für ausgehandelte 40 Cedits (20 €) geht es über eine Stunde Richtung Safari Beach-Club. Zum Schluss ist der Weg ungeteert und zerklüftet, letzteres wahrscheinlich durch heftige Regenfälle entstanden.  
Wir erreichen unser Beach-Ressort, genießen einen ersten, teuren Kaffe, dazu scrambled eggs. Außerdem bestelle ich added bacon für 4,5 Cedits.  
Die Anlage wirkt sehr natürlich, die Möbel sind aus Materialien der Gegend gebaut. Sie sind charmant windschief und strahlen ein romantischen Hemmingway-Charakter aus. Es wird genagelt, kunstfertige Holzverbindungen suchen wir vergebens. Unsere Hütte, direkt am Atlantik, wird von einem schönen Himmelbett beherrscht, Schrank und kleine Kommode aus Bambus runden das Bild ab. Im Hintergrund haben wir eine Außendusche und ein Plumpsklo, daneben einen Ascheimer. Die Seefront können wir mit der vierflügeligen Tür ganz öffnen. Zwei gemütliche Korbsessel laden zum Genießen ein. Neben einem deutschen Pärchen sind wir die einzigen Gäste, so können wir uns die Strandliegen aussuchen. Sie stehen unter Palmen und sind mit einem hölzernen Gitterdach geschützt. Neben all den anderen Gefahren der Tropen, soll das plötzliche Verscheiden durch herabfallende Kokosnüsse eine Spitzenstellung einnehmen. Das Wasser im Atlantik ist sehr warm, die Brandung haut Dich um, macht aber keine Angst. Beim ersten Strandspaziergang besuchen wir das nebenan gelegene Green Turtle Beach-Ressort, das mehr Backpacker-Ambiente ausstrahlt als unsere Luxusherberge. Für den nächsten Tag buchen wir eine Mangroven-Kanu-Tour, Turtle-Sichtungen bei Nacht sind auch möglich. Am Rand zum nächsten Dorf erleben wir, wie das Dorf gemeinsam ein riesiges Netz einholt.
Den beginnenden Abend läuten wir durch zwei Cocktails ein: Hemmingway und Big Black, ohne Eis…. Das Abendessen, schon nachmittags bestellt rundet den ersten Tag genüsslich ab: Vorspeise: garlic bread mit Schrimps, die ich gar nicht bemerke. Hauptspeise: beef und Kartoffeln. Nachspeise: Pfannkuchen  mit Honig. Dazu wird eine Wein aus Südafrika gereicht. Nachts unterhält uns ein tropisches Gewitter.