11. Dezember - Ghana XIV

In der Morgendämmerung nehme ich ein Bad im Atlantik. Bei Frühstück treffen wird das erste Mal auf den General Manager. Er will wissen, warum wir den Chief besuchen wollen. Es scheint ihm nicht recht zu sein. Vielleicht hat er Angst, das wir falsche Erwartungen auslösen, gleich ein Projekt starten wollen. So verzichten wir darauf. Schon bei Annäherung an das Dorf laufen uns Kinder entgegen, nehmen unsere Hände und laufen mit uns durch das Dorf. Die Hütte stehen derart dicht beieinander, dass wir das Gefühl haben, deren Intimsphäre allein beim Durchlaufen zu stören. Ich filme nur ganz verstohlen aus einiger Entfernung das idyllische Dorf. Über ein alte Holzbrücke kommen wir auf den Weg, der zur Schule führen soll. Dieser ist stark zerfurcht – wieder Produkt sintflutartiger Regelfälle, und erschreckend mit Abfall übersäht.
An der Schule löst unser Erscheinen Chaos aus. Schreiend umlagern uns die Kinder. Als ich dann noch die Polaroid-Kamera zücke, ist es ganz aus, sie stürmen auf mich, jeder will ein Bild. Erfolglos versuche ich sie auf Abstand zu halten, damit wir eine größere Gruppe ablichten können. Schließlich kommen die Lehrer und führen und zu einem etwas ruhigeren Plätzchen hinter der Schule. Soweit sie dürfen drängen sich die nach vorne, um an diesem Ereignis teilhaben zu dürfen. So, wie wir die Informationen filtern können, arbeiten hier vier Lehrer mit 560 Schülern. Wir fragen uns, wie hier überhaupt Unterricht möglich ist, eigentlich rennen die Kinder nur umher. Beruhigt stellen wir später fest, das Schüler sich bei anderen Schulen auch in den Klassenräumen aufhalten. Es fehlt wie an allen Schulen vor allem an Schulheften und Schreibzeug. Zu gerne würde ich einer normalen Schulstunde einmal beiwohnen. Wir hinterlassen bei den Lehrern eine Spende von 50 $ und werden prompt zur Fußballmeisterschaft der Schulen im nächsten Februar eingeladen.
Mittags sind wir im Safari-Beach zurück. Nach einem Mittagsimbiss versuchen wir mit Hilfe von John unsere Planungen für die nächsten Tage zu konkretisieren. Wir wollen in den Osten, ohne in Accra übernachten zu müssen. Ein letzter Abend direkt am Wasser, wir geniessen dieses Paradies im Rauschen des Atlantiks.