13. Dezember - Ghana XVI
Unser Ressort gefällt uns, das Essen scheint weithin bekannt zu sein, es kommen tagsüber Leute von außerhalb, um hier zu essen. Kleine Holzbrücken führen zu windschiefen, überdachten Pontons, wo man verweilen kann. Auf dem Fluss rudern Schwarze mit ihren Einbäumen, bieten kleine Touren an. Die Unterkunft ist sauber und geräumig. Die Außentüren sind oft mit Schnitzwerk versehen. Durch das Gelände führen Muschelwege, Muscheln, die mit ihrer Oberseite im Beton eingelassen sind. Die ganze Anlage macht einen gepflegten Eindruck, ständig wird mit den Reisigbesen auch über die Tische gefegt. Eine deutsche Frau versucht sich, ein Kind auf den Rücken zu binden. Als es nicht klappt, meint sie, ihr fehle der Sattel – gemeint ist der ausladende Hintern der Schwarzen. Wir sehen die seltsame Truppe von Belgiern wieder, die wir schon im Kinderheim gesehen haben. Die Aussicht am Fluss, der Ausblick auf die Brücke mit ihrem hohen Bogen, das wechselnde Publikum – hier können wir es aushalten. Doch wir wollen die Akosombo-Staudamm besuchen. Wir brauchen ein „Permit“, das zwei Kilometer vorher in einem Büro besorgt werden kann. Die Taxifahrer wissen das. Trotzdem setzt unser Taxifahrer uns direkt vor der Schranke am Damm ab. Der dortige Portier versucht noch telefonisch zu erreichen, dass wir ohne Erlaubnis hindurch dürfen. Nein, wir dürfen 2 Kilometer zurücklaufen. Immerhin haben wir dabei zuweilen einen netten Ausblick auf den unteren Volta-See. Auf einem Hof erblicke ich eine Ansammlung von Geiern unter Ziegen. Dann filme ich eine Feuerwehrauto, woraufhin einer der Angestellten noch einmal extra Position vor dem Wagen bezieht. Im Büro angekommen, gibt es wieder lange Wartezeiten. Dort können wir uns aber an Hand einiger Bilder über die Geschichte des Dammes informieren. Wir bekommen ein internes Taxi mit Guide, der auch kompetent sehr viel erklären kann. Der Staudamm stellt die Energiequelle Nr. 1 für Ghana dar. Er ist ohne Zement von Italienern gebaut worden. Allerdings führt die Klimaveränderung – das Ausbleiben der kleineren Regenzeit – zu Engpässen.
Nach dieser netten Besichtigung steigen wir in das übelste Taxi „you ever seen“. Es lässt ich nur über Kurzschluss der heraushängenden Kabel filmreif starten, die Windschutzscheibe ist mit Rissen übersäht. Der klapprige Allgemeinzustand lässt das Fortkommen wie ein Wunder erscheinen. Wir wollen zu dem Fährhafen, wo die Touren nach Norden starten. Konstanze träumt immer noch davon, an unserer ursprünglich geplanten Route anzuknüpfen. Eine Fähre nach Süden soll nicht mehr fahren. Der Hafen wirkt sehr öde, alles vergittert, keine Möglichkeit, sich gemütlich hin zu setzten. Es herrscht Niedrigwasser, deshalb werden bestimmte Häfen nicht mehr angelaufen, damit zerplatzen unsere Fahrpläne. Wir verhandeln mit unserem Driver, dass er uns für 10 Cedits zu unserer Lodge zurückbringt. Es geht heftig hin und her, dann möchte er von mir meine E-Mail-Adresse. Was er damit anzufangen gedenkt, ist mir schleierhaft. Ich erfinde:
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Zurück bestelle ich Essen mit Chili – ein Fehler in Ghana. Mir brennt nach einigen Bissen der Rachenraum derart, dass ich Weißbrot zum Abmildern bestelle. Die Bedienung kann das nicht begreifen, bringt vier Scheiben mit Butter und Marmelade. Was, will der Kerl zwischendurch noch frühstücken?
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