12. Dezember - Ghana XV
Marathon: Taxi-Bus-Taxi-Bus-Taxi.
Daniel bringt uns für 30 Cedits zur STC-Station. Während der Fahrt pflege ich immer wieder kurzen Small-Talk mit ihm, woraufhin er lacht, mir die Hand gibt und Daddy ruft. Langsam lerne ich, beim Händeschütteln die Hand so zu drehen, dass man zum Schluß mit dem Mittelfinger seiner Hand ein Schnappgeräusch mit dem Mittelfinger der anderen Hand erzeugen kann.
Daniel bringt uns für 30 Cedits zur STC-Station. Während der Fahrt pflege ich immer wieder kurzen Small-Talk mit ihm, woraufhin er lacht, mir die Hand gibt und Daddy ruft. Langsam lerne ich, beim Händeschütteln die Hand so zu drehen, dass man zum Schluß mit dem Mittelfinger seiner Hand ein Schnappgeräusch mit dem Mittelfinger der anderen Hand erzeugen kann.
STC-Busse sollen pünktlich sein und feste Abfahrtszeiten haben. Wir sind früh da, bekommen unsere Tickets, allein der Bus ist noch nicht da. Wenn welche herumstehen, steht nicht dran, wohin sie fahren. Ich versuche, bei den Leuten nachzufragen, ob dies der Bus nach Accra sei, zweimal bekomme ich die Antwort ja, einmal nein. So schlendere ich herum, filme unter anderem Plastiktüten von Karstadt und Spar, die hier an Ständen verkauft werden. Sofort kommt ein Offizieller, der mich fragt, was ich dort tue. Im Gespräch kann ich dann aber immer wieder ein freundliches Niveau erreichen, doch, sie sind misstrauisch. So filme ich auch zwei Plakate, auf denen Beerdigungsfeiern angekündigt werden. Das sind teure Angelegenheiten, weil sie als großes Fest mit Musik und Verzehr ausgerichtet werden, ein großes gesellschaftliches Ereignis. Deshalb werden die Leichen manchmal auch in Kühlhäusern gelagert, bis das nötige Geld zusammen gespart ist. Die Lagerung kostet natürlich auch Geld – ich denke an die Stromausfälle.
Eine Stunde zu spät, wir starten, haben komfortablen Platz. Nach einer ruhigen Fahrt dauert es ewig, bis wir unsere Station erreicht haben. Konstanze wird nervös, sie möchte nicht im Dunkeln in Akosombo ankommen. Sie macht auch eine Entdeckung auf dem Busbahnhof: ein Urinal für Frauen – lecker! Mit dem Taxi geht es nun quer durch Accra zur nächsten Station. Wieder dauert es seine Zeit, bis der Minibus voll ist. Schließlich murmelt der Fahrer noch ein Gebet, bevor es losgeht. Unser Fahrer fährt leider sehr langsam und vorsichtig. Die ohnehin schon lange Zeit, die man braucht, um Accra zu verlassen, dehnt sich immer weiter. Die ersten Berge tauchen in der Dämmerung auf. Wir versuchen zu erklären, wo wir raus wollen, um dann mit dem Taxi zum guesthouse zu fahren. Im Ort Aximpulo fragen wir nach, ob wir hier ein Taxi bekommen können, es ist bereits stockdunkel. Als sie Taxi und Hotel hören, werden wir wieder in den Bus verfrachtet und später scheinbar wahllos vor irgendeinem Hotel herausgelassen. Es sieht teuer aus, wir wollen aber das von uns herausgesuchte. Im Dunkeln an der Straße warten wir auf ein Taxi. Als endlich eines kommt, will er uns im Dunkeln nicht über die Straße gehen lassen, weil viele Autos nachts auch ohne Licht fahren. Der Taxifahrer will 10 Cedits, uns ist schon alles wurscht, weil wir kaputt sind. Zunächst fährt er 200 Meter ins Dorf, stellt dort den Motor ab. Er beginnt mit einem Verkaufsgespräch, wohin er uns am nächsten Tag fahren kann, inklusive einer touristischen Fährfahrt. Konstanze ist genervt, wir sagen ihm, er soll uns seine Telefonnummer geben, wir rufen ihn an. Er solle uns doch jetzt endlich ins Aylos Bay fahren. Er fährt mit uns in die Richtung, aus der wir gekommen sind, und siehe da: keine 200 Meter hinter der Stelle, wo wir gestanden haben, geht es zu unserem Guesthouse. Der Taxifahrer verzichtet auf die Hälfte des Geldes und nimmt 5 Cedits für die 500 Meter! Wir haben keine Kraft mehr, um zu diskutieren, streichen diesen Menschen aber von unserer Liste notwendiger Bekanntschaften. Wir wollen nur noch Ruhe, etwas zu essen. Das Ressort, direkt am Volta-River gelegen, macht einen netten Eindruck.
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