24. April - Die Sonne gleißt durch die Scheibe

sonniger Blick zum StegDie Sonne gleißt durch die Scheibe. Ein Präsentkorb für meine lieben Müllmänner steht bereit. Sie haben schwer zu arbeiten, denn gestern habe ich die letzten vier Tonnen mit nassem Seegras befüllt, mit 20 cm breiten und 5 Meter langen Bohlen einen Schienenweg durch den Sand bis zum Teerweg gelegt. Zweimal bin ich durch Unachtsamkeit vom Weg abgekommen, hab geflucht wie ein Rohrspatz, dann musste ich die Gleisbreite von 66 cm auf 58 cm reduzieren. Zwei tote Vögel und ein verwesender Fisch wurden eingebettet – ist es eine Sisyphusarbeit? Glücklicherweise segeln meine beiden Schüler selbstständig, versuchen mit einem Trainersegel noch Vortrieb zu erzeugen. Nachmittags segle ich mit ihnen in den Yachthafen, übergebe zunächst das Ruder an Sven, später auch an Horst, mit dem sich immer wieder nette Gesprächsstränge ergeben. Die Wertschätzung deutscher Kultur jenseits aller Überheblichkeit. So erfahre ich, dass wir den Begriff der Krawatte den Kroaten verdanken, dass die Japaner zu Neujahr „Freude schöner Götterfunken" singen ... schließlich stimmt Horst das Katzenduett von Rossini an. Zurück am Steg weise ich beide in das Einhandsegeln ein, und sie dürfen einen Luvanleger fahren. Anschließend geht es mit Sven in einem Gewaltmarsch durch die Motoren-, Bootskunde und Segelphysik, denn er wird schon am Sonntag seine Prüfung zusammen mit den Hamburgern ablegen. Ein Steglieger, der mir schon einen lieblichen Weißwein schenkte, bietet mir selbstgefangenen Fisch an. Abends kommen meine See-Leute: Navigation – Nicole, Manfred und Jan mit Kursdreieck und Zirkel ...