29. November - Ghana II
Gestärkt durch eine Omelette und Instant-Café – das Standardfrühstück für Europäer – wollen wir zunächst die Busbahnhöfe erkunden – ein vollkommen sinnloses Unterfangen, wir wir noch lernen sollten. Florence bringt uns zum Tro-Tro-Bus-Stop. Kleinbusse ab VW-Bus-Größe fahren bestimmte Strecken ab, nehmen zwischendurch immer wieder Fahrgäste auf oder setzen sie ab.Für den weiteren Transport stehen STC-Busse zur Verfügung, die meistens zweimal am Tag die großen Strecken bedienen, daneben gibt es Metro-Busse, die aber warten, bis sie voll sind. Da kann sich die Abfahrt schon einmal um ein/zwei Stunden verzögern; mit den Mini-Bussen kommt man dafür fast überall hin. Auch hier gibt es Unterschiede, sie starten aber alle erst, wenn die Kiste voll ist, das heißt, wenn 16 bis 24 Leute dort in Viererreihen sitzen. Kinder zählen nicht, sie werden auf den Knien gefahren. Bei langer Fahrtzeit können sie für größere Leute recht unbequem werden. Der Zustand ist ebenfalls sehr unterschiedlich, was sich besonders bei den Stoßdämpfern bemerkbar macht.
Im Fahrtwind finden wir angenehme Kühlung, ruhig ist es fast nie, Radio und emsiges Geschnacke umgibt uns. Wir landen im ersten Rondell, mehrere davon umgeben Accra und sollen den Verkehr leiten. Nach kurzer Zeit sind wir schweissüberströmt, doch begeistert, weil wir kaum angebettelt oder von Verkäufern belästigt werden. Wir schnappen uns das nächste Tro-Tro in Richtung Busstation. Wir wollen Auskundschaften, wie wir morgen von Accra in Richtung Volta See kommen. Wir finden eine STC-Station – doch keine Infos. Bei den privaten Bussen, Gewusel und Lärmpegel sind enorm, nennt man uns einen Preis, der nach Ausbeute klingt. Erst später begreifen wir, das viele Leute die Währungsreform noch nicht verinnerlicht haben, 24 000 Cedits – Landeswährung – sind dann 2,40 €, nach der neuen Regelung sind nun 2 Cedits ca. 1 €.
Im Fahrtwind finden wir angenehme Kühlung, ruhig ist es fast nie, Radio und emsiges Geschnacke umgibt uns. Wir landen im ersten Rondell, mehrere davon umgeben Accra und sollen den Verkehr leiten. Nach kurzer Zeit sind wir schweissüberströmt, doch begeistert, weil wir kaum angebettelt oder von Verkäufern belästigt werden. Wir schnappen uns das nächste Tro-Tro in Richtung Busstation. Wir wollen Auskundschaften, wie wir morgen von Accra in Richtung Volta See kommen. Wir finden eine STC-Station – doch keine Infos. Bei den privaten Bussen, Gewusel und Lärmpegel sind enorm, nennt man uns einen Preis, der nach Ausbeute klingt. Erst später begreifen wir, das viele Leute die Währungsreform noch nicht verinnerlicht haben, 24 000 Cedits – Landeswährung – sind dann 2,40 €, nach der neuen Regelung sind nun 2 Cedits ca. 1 €.
Der anhaltende Lärm, er wuselige Verkehr, die Hitze, die Enge, die vielfältigen Gerüche (besonders schön: Fisch und Abfälle) nagen an unserer Kondition. Ich bin für den Abmarsch an die Küste – die Hoffnung auf eine frische Brise. Freuten wir uns bisher noch darüber, das das Belästigungspotential klein ist, hängt sich jetzt eine Klette an unsere Fersen. Ein Mann spricht uns an, drängt mir seine Adresse auf und wird zum getreuen Schatten. Alle Hinweise, dass wir alleine sein möchten, freundliche und lautstarke Äußerungen, fruchten nix. In seiner Penetranz erinnert er mich an die alte Frau, die uns auf der chinesischen Mauer verfolgte, um Karten und Bildbände zu verkaufen. Endlich die Rettung: wir betreten eine offene Bar. Der Kellner hilft uns, den Verfolger zu verjagen. In diesem Wortwechsel ging es gleich heftig zur Sache. Auf alle Fälle streiten die Leute hier gerne laut, für uns nicht immer leicht zu begreifen, wie ernst die Situation tatsächlich ist.
Wir wollen weiter an den Strand. Auf dem Weg werden wir von Herr Schmitz angesprochen: „Are you from Us. No – Germany, oh I’m from Cuxhaven, my wife is from Hannover. Er wirkt jovial – die Wahl der Städte schafft Vertrauen, seine Frau möchte uns gerne kennen lernen, sie ist Deutsche und freut sich auf Kontakt in der Muttersprache. Er will uns dann auch gleich zum Strand fahren … Im Gespräch taucht wohl auch der Geldwechsel auf. Es ist Sonntag – die Wechselstuben haben geschlossen. In machen Hotels soll es aber möglich sein. Wir wehren erst einmal ab, erklären ihm, dass wir lieber mit dem Tro-Tro zum Beach fahren wollen. Er zeigt sich verständnisvoll und verabredet sich für 14 Uhr mit uns am Strandeingang, seine Frau will er dann mitbringen.
Am Beach bezahlen wir Eingang und laufen den mit Strandbars gepflasterten Weg ab. Hier kommen sie natürlich, die Abfangjäger … schließlich entscheiden wir uns, unseren Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Herrlichen Blick auf die Brandung, es gibt viel zu gucken, weil gut besucht. Doch immer wieder schieben sich die Strandverkäufer in unser Gesichtsfeld. Tücher, Zigaretten, Süßigkeiten, Sonnenbrillen – es nimmt kein Ende. Wir üben uns erfolgreich in höflicher Verneinung. Meistens bleiben sie freundlich. Mein Tabak erregt Aufmerksamkeit. Ein findiger Bursche schleppt eigenen Tabak an – braune Klumpen mit anstrengendem Geruch. Als er merkt, dass bei mir kein Absatz möglich ist, will er meine Tabakdose haben, wenn sie leer ist, damit er mit dieser Verpackung mehr Glück hat. Etwas Besonderes im Angebot: Pferde am Strand, gegen Entgeld können sich Leute herumführen lassen.
Gegen 14 Uhr warten wir vor dem Eingang auf Herr Schmitz nebst Frau. Wir sind in freudiger Erwartung, erhoffen wir uns doch auch genauere Infos und Verständlichkeit. Denn Englisch ist zwar Amtssprache in Ghana, doch Betonung und Aussprache machen die Informationsvermittlung manchmal schwierig. Er hält mit seinem Auto an der Straße, seine Frau ist nicht an Bord. Trotzdem steigen wir ein. Seine Frau wäre noch in der Kirche, sie arbeitet ansonsten als Krankenschwester. Zunächst würde er uns beim Geldwechsel helfen. Wir fahren in eine vornehmere Gegend. Zwischendurch erzählt Mister Schmitz auf Nachfragen, dass er als Ingenieur auf Frachtern weltweit fährt, er zwei Kinder habe und einer seiner Verwandten im Finanzministerium gearbeitet hätte. Beim Passieren eines stattlichen Hauses gibt er den Kommentar ab, hier wohne sein Schwager – ein Arzt. Wir landen im Hotel. Dort werden wir einem Vermittler vorgestellt, der den Umtausch vornehmen soll. Es gibt auch eine Art Rezeption, an der sporadisch eine Hotelangestellte auftaucht. Nebenan ist ein offener Raum, dort läuft der Fernseher, zwischendurch wird Essen aufgetragen. Mr. Schmitz kommt zur Sache: je mehr Geld gewechselt wird, desto günstiger der Kurs. Nein, lieber Dollars, keine Euros. Wir geben unseren Betrag und Herr Schmitz gib 1000 $ von seinem Geld. – Falschgeld oder er trifft sich lachend mit dem Vermittler hinter dem Hotel – Der Vermittler geht, kurze Zeit darauf, bekommt Mr. Schmitz einen Anruf, und bevor wir es realisieren, ist auch er verschwunden. Nach einer qualvollen Stunde dämmerte es uns: wir sind gründlich beschissen worden. Die Hotelangestellte meinte, wohl einen der Herren zu kennen, schwankte aber in ihrer Aussage. Später kommt sie mit einer Handynummer, bei der sich aber niemand meldet. Scham, Wut, Verzweiflung, Enttäuschung stürzen auf uns ein, doch die Erkenntnis bleibt. Wir sind durch die Hitze und Reizüberflutung wohl so geschafft gewesen, dass wir keine Warnsignal mehr erkannt haben:
Gegen 14 Uhr warten wir vor dem Eingang auf Herr Schmitz nebst Frau. Wir sind in freudiger Erwartung, erhoffen wir uns doch auch genauere Infos und Verständlichkeit. Denn Englisch ist zwar Amtssprache in Ghana, doch Betonung und Aussprache machen die Informationsvermittlung manchmal schwierig. Er hält mit seinem Auto an der Straße, seine Frau ist nicht an Bord. Trotzdem steigen wir ein. Seine Frau wäre noch in der Kirche, sie arbeitet ansonsten als Krankenschwester. Zunächst würde er uns beim Geldwechsel helfen. Wir fahren in eine vornehmere Gegend. Zwischendurch erzählt Mister Schmitz auf Nachfragen, dass er als Ingenieur auf Frachtern weltweit fährt, er zwei Kinder habe und einer seiner Verwandten im Finanzministerium gearbeitet hätte. Beim Passieren eines stattlichen Hauses gibt er den Kommentar ab, hier wohne sein Schwager – ein Arzt. Wir landen im Hotel. Dort werden wir einem Vermittler vorgestellt, der den Umtausch vornehmen soll. Es gibt auch eine Art Rezeption, an der sporadisch eine Hotelangestellte auftaucht. Nebenan ist ein offener Raum, dort läuft der Fernseher, zwischendurch wird Essen aufgetragen. Mr. Schmitz kommt zur Sache: je mehr Geld gewechselt wird, desto günstiger der Kurs. Nein, lieber Dollars, keine Euros. Wir geben unseren Betrag und Herr Schmitz gib 1000 $ von seinem Geld. – Falschgeld oder er trifft sich lachend mit dem Vermittler hinter dem Hotel – Der Vermittler geht, kurze Zeit darauf, bekommt Mr. Schmitz einen Anruf, und bevor wir es realisieren, ist auch er verschwunden. Nach einer qualvollen Stunde dämmerte es uns: wir sind gründlich beschissen worden. Die Hotelangestellte meinte, wohl einen der Herren zu kennen, schwankte aber in ihrer Aussage. Später kommt sie mit einer Handynummer, bei der sich aber niemand meldet. Scham, Wut, Verzweiflung, Enttäuschung stürzen auf uns ein, doch die Erkenntnis bleibt. Wir sind durch die Hitze und Reizüberflutung wohl so geschafft gewesen, dass wir keine Warnsignal mehr erkannt haben:
- Steige niemals in ein fremdes Auto…
- Wir hätten auf keinen Fall einsteigen dürfen, ohne dass seine Frau da war.
- Sofort fragen, ob man von der Person ein Foto machen kann…für die Freunde zu Hause…
- Ausweis und Führerschein zeigen lassen….
- Ich hätte nach der Adresse, Straßennamen in Cuxhaven fragen können, dabei ein zwei Fangfragen einfliessen lassen können.
Wir stehen später am Straßenrand, wollen mit dem Tro-Tro zum Hostel zurück. Nun gibt es aber mehr als ein „house of former president“ in Accra. Außerdem sind wir wohl nicht in dem gebuchten Hostel untergebracht. So landen wir im Dunkeln in einem völlig verkehrten Stadtteil. Glücklicherweise hat Konstanze die Telefonnummer von Florence. So können wir in ein Taxi steigen. Nach einer weiteren, langen Irrfahrt – die Taxifahrer kennen sich auch nicht so aus, behaupten aber oft das Gegenteil – mehreren Telefonaten mit Florence – landen wir erschöpft in unserem Hostel. Sie bedauern uns in netter Form, besorgen mir auch noch von der Tankstelle ein Bier, das man oft nur dann bekommt, wenn eine leere Flasche mitgebracht wird. Sie meinen auch, dass das Hotel involviert sei.
Meine Nerven liegen blank, Konstanze steckt es besser weg. Für mich ist die Reise zu Ende – ich will nach Hause. Das Vertrauen ist weg, die Energie, sich in einer fremden Zivilisation zurecht zu finden, ist weg …
Meine Nerven liegen blank, Konstanze steckt es besser weg. Für mich ist die Reise zu Ende – ich will nach Hause. Das Vertrauen ist weg, die Energie, sich in einer fremden Zivilisation zurecht zu finden, ist weg …
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