Tagebuch 2010

31.12. Adieu 2010!

Welch ein Abschiedsgeschenk: Tauwetter, aber ist es das Ende des kalten Krieges? Die schöne weiße Welt ist hässlich geworden, das äußere Kleid verschmutzt. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Drei Pumpen haben wir Gestern in den vorderen Stegbereich versetzt. Die Achterpfähle sind mit Tauwerk verbunden, damit wir uns mit einem Opti als nichtfreifahrende Fähre längs hangeln können. Die Gunst der Stunde gilt es zu nutzen. Unter großen Mühen haben Bettina und Heiko den Eingang frei geschaufelt – Skype-Kommentar von Dennis, wenn Heiko Schwierigkeit mit dem Schnee habe, solle er doch eine Schaufel zu Hilfe nehmen. Dafür wurde er prommt aus der Fassprobe Barbados-Rum ausgeschlossen. Ko hat jetzt einen neuen Freund – Dieter, der inzwischen einiges aus dem Nähkästchen zu plaudern weiß. Unter seinem Einfluss hat Ko ein Werbeplakat an unseren Schaukästen angebracht: Eishacken 2,50 €. Den einsetzenden Ansturm an Interessenten – er tendierte gegen Null – konnte Uschi kaum bewältigen.

 

29.12. Der Kampf geht weiter, Tag für Tag und manchmal auch des nachts ...

Solche und ähnliche Sätze kommen mir in den Sinn. Doch erfüllt es Dich mit neuer Kraft, nicht mehr alleine im Felde zu stehn. Treue Kameraden, CT und Ko, haben den Schulterschluss gesucht. Beil, Axt, Harke, Spaten und ein Gemüsesieb bilden das trotzige Waffenarsenal, verstärkt durch drei Tauchpumpen und die eisbrechende Dora. Schwester Uschi sorgt derweil für das leibliche Wohl. Heute gibt es die wohl besten Reibekuchen nördlich des Polarkreises. In perfektem Trimm geht CT die Eisfront an, schiebt sich herauf, verlagert dann behände sein Gewicht, so kann nach der dritten oder vierten Wiederholung die Eisdecke brechen. Doch wohin mit den Schollen, kein Abnehmer weit und breit, in ihrer imposanten Größe widerstehen sie auch jedem Verkleinerungsversuch. Das Unterwasserschiff des Menhires dürfte mittlerweile auch blank gescheuert sein. Am schwierigsten ist die Wende, die nur durch pedantisches Vor- und Zurück, mehreren Spatenstichen und viel Geduld gelingt - CT hat sie. Im landseitigen Frontabschnitt kämpfen Ko und ich den Häuser/Pfählekampf, Loch für Loch arbeiten wir uns vor. Dank der Beständigkeit des Einsatzes geht es flott voran, in der gewonnenen Zeit hängen aber die Flügel kläglich herab. Einen Opti haben wir in die Abwehr eingebaut, er gibt scheinbare Sicherheit, wenn wir uns auf vermintem Boden bewegen, dort, wo tückische Schwächungen des Eispanzers zu einem kühlen Bade laden. Einige Achterpfähle sind schon verloren. Die horizontale Bewegung der Eisdecke zieht sie mal in die eine und dann in die andere Richtung. Bei Flut zieht sie seewärts, weil landseitig Wasser austritt, bei Ebbe meist seewärts .... Nachts träume ich von sehr länglichen Eislöchern, von Gummimuffen, die die Vertikalbewegung auffangen, oder von Schachtellösungen, in ein dickes Rohr kommt eindünnes und so fort, es darf aber durch Vereisung keine dauerhafte Verbindung entstehen ... Doch wir haben es wohl im Griff: morgens starte ich mit CT das rituelle Binnenseerund. An der neuen Promenade vom Yachthafen zum Ferienzentrum südlich stehen nun große Leuchtfinger. Zumeist in Vierergruppen wechseln sie synchron ihr Licht von gelb, grün, rot, violett, orange bis blau - Heiligenhafen steuert Veränderungen an. Traditionell gibt es im Einkehrschwung auf den Hafen die Fütterung der Vögel, um noch einmal tolle Fotos zu zaubern, die aber mehr dem Zufall überlassen sind .... So sehen wir dem Jahreswechsel und einer Milderung der Temperaturen entgegen, um uns dann für den Rest des Winters noch die richtigen Strategien zu überlegen. Toll auch der Umgang mit der Öffentlichkeit: fragt mich doch einer, was ich in meinem Ornat aus schwerer Watthose, Segeljacke, Kapuze und langen Gummihandschuhen vorhabe, weil er meiner so das Haus verlassend erblickt. Ich sage nur Eishacken, Heute umsonst, darfst mitmachen. Wie, warum – sie können es sich nicht vorstellen .... ehemalige Schüler kommen auf einen Kurzschnack und .... das Leid der Schule voll mitfühlend wird der Satz geboren: och, ich starte und lande auch lieber vom Strand - das ist nicht so kompliziert wie am Steg ..... ein weiterer Tourist, voll des Wissensdurstes, fragt, ob CT versuche auf das Eis zu fahren dass er das Eis damit zu brechen versucht, entzieht sich seiner Vorstellungskraft .... Tja, nun kommt der Jahreswechsel, ein Temperatur.... wäre mir lieber. Unsere kleine beschauliche Runde erweitert sich um Simone und Dennis. Doch auch der Homepagevater ME will sich mit Katze dazugesellen – auch schön .... So werden wir das Abschiessen der abgelaufenen Seenotsignalmittel bewundern. Bei afrikanischem Hühnchen muss das Eis doch den Kürzeren ziehen. In diesem Sinne: Einen guten Rutsch!

 

25.12. Kampf mit Väterchen Frost

Frohe Weihnacht wünsch ich allen. So schön das Schneekleid die Realität bepudert, so hässlich ist das Eis. Gnadenlos umklammert es meinen Steg und die Achterpfähle. Heute Morgen, das erste Mal seit langer, langer Zeit, bin ich nicht um den Binnensee gegangen, nein beim Morgengrauen habe ich mich in die Watthose gequetscht, lange Unterhose, die alte Segeljacke und los. Der vordere Stegteil ist inzwischen mit einer Eisschicht bedeckt, glücklicherweise konnte ich die Fußstapfen des Vortages nutzen. Auf Dora habe ich den Motor gestartet –Leihgabe vom Long-Boat – dann ging es los: Vor- und Zurück, endlos röchelte der Außenborder vor sich hin, der Bug lag landeinwärts, nun wollte ich ihn bei Nordwest gen See drehen. Spateneinsatz, nur nicht die Schraube treffen ... ich kam mir schon vor wie der Typ, der immer einen Stein den Berg hoch rollt, kurz vor dem Ziel Pech hat, das nun schon seit Menschengedenken. Immer wieder peilte ich über den Burgkorb auf den Horizont, dreht sich die Kiste oder nicht. Welch Flüche stieß ich wohl aus, den Spaten in das Eis stoßend, gelobt seien meine Erinnerungen an die sibirischen Straflager, Sturheit und Trotz bringen mich weiter ... letztens hat mich doch einer beim Eisschollenherausschmeissen aus dem Wasser photographiert – Scheiß Paparazzi, glaubt wohl an Romantik bei Eisfüssen ... Endlich – die Erde ist doch eine Scheibe – dreht sich der Menhir, Dora schaut nach Nordosten, nimmt Fahrt auf, das Eis knackt und bricht in große Schollen. Die Westseite des Steges wird angegriffen, vorwärts stürmen und langsam zurück. Die Eisschollen verkeilen sich – Amundsen, die Fram, gefangen im Packeis. Der Osten ist leichter zu bewältigen, der Wind steht nicht gegenan. Endlich parke ich Dora rückwärts am Steg ein, schaffe es nach gelinder Zeit ... ich hätte heulen können, doch, wie mache ich einen Knoten in gefrorene Schoten. Ermattet gelange ich in meine Wohnung, ein Chaos, überall liegen Klamotten rum, die Watthose hat schon lange ihre Dichtigkeit verloren, blutet schon aus offenen Wunden.

Blick ins Internet: Temperaturentwicklung, Wasserstandsprognosen sind zur Zeit mein Favoriten. Nach dem Höchststand soll es nun fallen – ein büschen Entwarnung – allerdings zwischendurch immer wieder Anstiege. Zweite Schicht – vorsichtig näher ich mich mit Spaten und Harke bewaffnet über das spiegelglatte ufernahe Eis den ersten Achterpfählen. Sie neigen sich gewaltig zur Landseite. Meine naiven Gedanken: zwei Segelboote – Modell – hatte ich im Einsatz. Ich dachte, wenn gewichtsstabile Boote sich immer wieder aufrichten, wäre das Bewegung, Eis könnte sich nicht bilden ... Schneelast und Undichtigkeiten führten zu Kenterung, Untergang und Mastbruch, mein Pinguin aus Styropor, den ich stolz von der modernen Hausfrau erstanden hatte, ist einfach verschwunden. Am Steg sind noch genügend poröse Bruchnuten vorhanden, sobald das Wasser fällt, muss ich Eisschollen herausholen, um eine freie Rinne zu schaffen. Der hohe Wasserstand behindert mich, habe ich endlich neben dem Breieis ein Loch durch die große Eisschicht gehämmert – ungeahnte Muskelgruppen lassen grüßen – verschwindet der Spaten fast vollends unter der Wasseroberfläche .... wieder oben, die Plastiksäcke um die Faserpelzsocken haben sich bewährt, die Pelzsocken waren zu groß .... dritter Akt: noch einmal Spaten, Beil, Plastiktüte, Kabelrolle, Tauchpumpe und Tauwerk. Auf dem Steg schlage ich mit dem Beil ein Klampe frei, um die Maschine zu sichern ... für die Kabeltrommel wird ein Areal im Eis reingehackt, damit sie auch bei Wind nicht wegweht, sie läuft .... Der Motor bei Dora läuft noch im Leerlauf, das heiße – blöder Gedanke – hält den Stegkopf frei. Morgen müssen Optis her und Tauwerkführung über die Achterpfähle - also, ich tringe jetzt eine Flasche Wein und gehe schlafen. Gut nur, dass ich endlich das Weihnachtsgeschenk für Heiko und Bettina fertig habe – ich bin mit Konstanze natürlich ein büschen stolz drauf – kann aber noch nix verraten ....

 

20.12. Der Winter

Er lässt uns nicht los. Nachdem CT und Bollo/Maddel als Eisbrecher fungiert haben – großräumige Preschen zeigen sich nun in der Decke – habe nach mich nach meiner Binnenseerunde in die von CT vorgewärmte Watthose begeben, um die östlichen Achterpfähle zu umsorgen. Diese waren nämlich schwer einzuspülen gewesen, weil wir hier viele Steine haben. Nach zwei Stunden habe ich sie freigelegt, Raudi zum schwojen gebracht. Wenn jetzt noch der angekündigte Südwester kommt, kann viel davon schwimmen, wenn nicht das Wasser vorher weg ist, und das Eis auf Grund liegt. Es reichen ja nur ein paar Tage Frost, schon zeigt sich in meiner Stegecke genügend Sammeleis, das zu einer mächtigen Schicht anwachsen kann – so ist nun tägliche Betreuung gefragt. Den Wettervorhersagen, sie drohen zwischendurch mit Plusgraden – kann ich nicht mehr trauen, zu schnell wechseln sie ihr Gesicht. Die Philippinen sind nun ins Wasser gefallen – nein, kein Tsunami – berufliche Veränderungen im Ko-Bereich erfordern physische Anwesenheit in den frühen Januartagen. Wir neigen das Haupt vor dem großen Schicksallenker und machen das Beste daraus ... Ja, und Hamburg: neue Laufschuhe – MBT – ungewohnt, dann spaßig; Muskelkater in ungeahnten Regionen. Abends schweifen die Gedanken an Ersatzurlaub ... nichts will uns gefallen. Wenigstens hat Ko ihre Weihnachtsgeschenke beisammen ... wir produzieren auch noch eines – später mehr .... Ach, wie verlockend ist jetzt der Gedanke an sonnenumwobenden Gestaden zu liegen, doch, wenn im Kopf das Eis schwimmt, wo bleibt da die Freude. Zwischendurch waren wir auch auch bei Laura, Max und Stefan und ihrem Lüttsten. Max hatte Geburtstag – unser Geschenk lag schon in einer anderen Version aufgebaut am Boden – war also nix. Ich habe mich dann zu ihm auf den Boden gelegt, um die Kinderpantasie geniessen zu können. Es ist unglaublich, mit welch einfachen Mitteln hier energiegeladene Geschichten entstehen, die sich weit von der Realität eines Erwachsenen entfernen. Allein der Umstand, dass Max noch keinen Palsteg beherrscht, er ist immerhin 4 Jahre alt, da muss es eine Nachbesserung seitens Laura/Stefan geben .... Daneben haben wir auch die schönen Winterbilder genossen: Weihnachtsmarkt, die weiße Schneedecke, die alles neu erscheinen lässt ...

 

13.12. Außenalster statt Binnensee

Zurück aus Hamburg, zurück von der Binnenseerunde mit CT blicke ich auf die eisfreie Ostsee. Saza und CT haben die Eismassen um den Steg zerlegt, Manfred Wöhrner hat sein nasses Element verlassen. Neue Laufschuhe habe ich erstanden und um die Außenalster eingeweiht – Stoßdämpfer und Blickfang ... Konstanze hat um 1355 ihre Präsentation in München, schon Gestern ist sie geflogen, weil dem Wetter zur Zeit nicht zu trauen ist. Diese Spannung bestimmte auch das WE, Ablenkung gab es mit der Wanderhure und der Päpstin. Wir müssen uns jetzt auf den neuen Eisgang vorbereiten. Heute werden Annika und Philipp wieder an die Decke gehen – die Woche kann beginnen ....

 

10.12. Galloway-Rippchen und Decken spachteln....



Gerade mit CT von der Seerundung zurück, Möwen auf 1,5 Meter über uns beim Füttern. Ein schöner Sonnenaufgang mit karibischen Pastelltönen belohnt uns, fehlte nur noch der Pina Colada-Empfang beim Abliefern der 13 Brötchen. Die Decke im großen Raum ist gespachtelt, der Vorraum leer geräumt. Die Mägen haben sich nach der Entenschlacht beim Chinesen und den Galloway-Rippchen wieder beruhigt. So geht es Heute frisch Richtung Hamburg ....

 

08.12. Grauer Himmel

Am WE soll es wieder etwas Plusgrade geben. Wir haben gesehen, wie schnell sich das Eis in der Bucht um den Steg sammelt. So werden wir uns also auf Eisabwehrmaßnahmen konzentrieren. Wahrscheinlich werde ich noch einige Tauchpumpen kaufen müssen. Das wird sich dann wieder auf die Energiekosten auswirken. Erdgas- und Wasserverbrauch waren in 2010 um 60% höher als im Vorjahr. Das sind Werte, die zu denken geben.

Während Maddel Laser und Menhir verschraubt, gehen Annika und Philipp an die Decke. Gestern haben sie die ganzen Rigipsplatten hereingetragen, während in der Küche ein dreiköpfiges Männertrio gastierte, das sich dem Klönschnack mehr verpflichtet fühlte als der Hilfe. So hätten sie doch leicht mit anpacken können, das Material wäre in kürzester Zeit verbracht worden – was gibt es doch für Egomuffler. Jetzt versuchen wir CT zu erreichen, weil noch nicht klar ist, ob alle Kabel verlegt sind ... doch er ist nicht erreichbar.

Ich habe die Entfernung des Backenzahnes und seiner gespaltenen Wurzel gut überstanden, wenn sie mich auch Gestern etwas ausser Gefecht gesetzt hat. Nichtsdestotrotz läuft die Binnenseerundung kontinuierlich weiter, heute eine halbe Stunde später und siehe da, wer stöckelt mir kraftvoll entgegen: Annemarie und Frank – ich glaube kaum, dass sie mich erkannt haben. Eine Karte ist von Merle eingetroffen, sie hat mich sehr gefreut. Indessen wieder viel Betrieb vor meinem Fenster, wo inzwischen zwei Vogelhäuser hängen ....

 

03.12. Eissegeln

Kat

 

           

 

                      

 

           

 

                      

 

                      

 

           
 

01.12. Eisiger Wind

Er treibt mich in kräftigen Böen Richtung Ferienzentrum, gut, dass ich Spikes an den Schuhen habe. Am Steinwarder dann kräftiger Gegenwind, mühsam geht es vorwärts. Selbst die Graugänse sind Heute zurückhaltend, verstecken sich lieber mit den Enten unter einer Brücke im Windschatten. Dennoch kommen schließlich zwei hervor, fressen das Brot aus der Hand. Plötzlich – ein Schreck – ganz dicht über mir schweben zwanzig Möwen, die mögliches Futter erspäht haben. Meinen Rundgang muss ich des öfteren unterbrechen, weil die Spikes ablaufen, ich muss sie wieder um den Schuh fixieren. Eine Freude ist der MP3-Player – da kann ich mich ganz in die Musik versenken. Da ich nach Liedern geordnet habe, gab es Gestern allerdings eine Dreiviertelstunde Amazing Grace ... Jetzt schaue ich aus dem Fenster, die Möwen stehen gegen den zunehmenden Wind in der Luft, halten sich mit minimalen Flügelschlägen. Das Wasser ist gefallen, doch der nächste Sturm ist angesagt, dann wiederholt sich das Bild von Montag .... Doch bis jetzt keine Schäden – danke unseren Steg- und Verandabaumeistern Philipp und Dennis. Nur Flutschfinger hat etwas am Steg genagt.

 

28.11. Sonnentag!

Das schöne Wetter haben wir dann ausgenutzt. Mit Konstanze wandere ich am Graswarder entlang. An der Wasserseite gibt es bald kein Durchkommen mehr. Auch vor dem Haus Wotan liegen nun Findlinge. Durchgänge zwischen den Häusern – wir finden nur noch zwei. Zwei Angler stehen im blauen Wasser .... An der Kirche treffen wir uns später mit Uschi und CT auf dem Weihnachtsmarkt bei Bratwurst, Erbsensuppe, Waffeln und Glühwein. Abends sitzen sie zusammen mit Galoschi, Welf und Maddel bei Dorsch in Bierteig. Gegen 7 Uhr Heute Morgen wieder Rundgang mit CT um den Binnensee.

 

27.11. Schnee!

Erste Wanderung bei Schnee. Der hat allerdings eine schöne Pulverform, wirkt ziemlich trittsicher. Die Räumungsarbeiten waren gegen 7 Uhr schon voll in Gange, obwohl nur eine dünne Schicht liegt. Sicherheitshalber meiden wir die glatten Holzplanken, kommen rasch voran. Am Yachthafen erleben wir einen imposanten Massenstart an Möwen, die Graugänse sind vom Rosinenbrot nicht begeistert, unsere Fischer haben Heute nur einen bescheidenen Fang vorzuweisen. Glücklicherweise kommt die Sonne durch, schafft ein freundliches Bild. Mein Vogelhaus am Fenster wird gut besucht, am Ufer stehen unzählige Blesshühner Spalier an der Wassergrenze ... Achim und Hiormi sind weitergereist, Gestern haben wir uns zum Essen getroffen, dabei Tipps für unseren bevorstehenden Urlaub auf den Philippinen erhalten.

 

26.11. Erster Schnee!

Ein erstes, wenn auch noch nicht geschlossenes Kleid liegt auf dem Steg, am Ufer und auf den Planen, die die Schiffe bedecken. Die frische, trockene Luft hat uns erfrischt. Wir haben Gestern bewundert, wie die Pfähle des Fluttores mit Vibration im Grund versenkt worden sind – eine neue Idee für uns? Beim Stöbern bin ich auf ein Buch gestoßen: Einfälle statt Abfälle – Bauanleitung für ein kleines Windrad; für die besseren Ingenieure unter uns gibt es dann einen Savonius-Rotor zum Bauen. An der Brücke kamen die Graugänse wild schnatternd auf uns zu. Nach dem das Brot aufgebraucht war, biss mir doch einer der Schnattervögel ins Hosenbein ... Am Hafen hatte eine Möwe eine Flunder vom Fischer ergattert. CT kaufte drei kleine Dorsche.

In der Segelschule ist mir die Decke fast auf den Kopf gefallen: die Firma die jetzt die Hängedecke bauen sollte, ist gestoppt, stattdessen wird Philipp eine konventionelle Rehgipsdecke einziehen, dessen Finish von Dennis gemacht werden soll – eine schwierige Geburt ... Die Kabel sind alle verlegt, die Lampen ab. Maddel hat das Tor geschlossen, Wärmedämmung angebracht. Er behandelt einen zweiten Menhir und den ersten Laser ....

 

22.11. Der erste Frost kommt!

Draussen heult der Wind, die Straßenlaternen werfen ihre schillernden Bahnen auf das schwarze Wasser, es ist kurz vor 7 Uhr. Gleich werden CT und ich wieder lostraben ... Am Sonntag waren die großen Strippenzieher am Werk. Unser lieber Heiko treibt an, Konstanze verstärkt – schon hat CT ein Dreierteam zusammen. Bettina und ich machen uns auf den Weg zum Leuchtturm – Fundstück der Wanderung: ein besondere Teetülle. Abends nach einem vollständigen Tatort liegen Ko und ich in der Wulfvilla, hören dem Plätschern des Wassers zu. Schön, das Heiko und Bettina uns besucht haben. Bei Uschi und CT regnet es durch die Astlöcher, wir kommen trocken davon. Am Montag – CT und ich entrichten unsere Brötchensteuer bei den Graugänsen – nicht Brand, wie ich inzwischen gelernt habe – mache ich mit Ko einen Gang durch die Stadt, besichtigen die Brillensammlung bei Loose, mein Tabakladen, dessen Betreiber am 18. Dezember in den Ruhestand gehen. Später holen wir CT vom Bahnhof ab, die Arbeit im grossen Raum geht weiter. Abends kommt der Deckenmann, wir entscheiden, wie welche Platten verwendet werden sollen.

 

21.11. Herbstliche Regenzeit

Heute ist der Himmel zwar bedeckt, doch wenigstens fällt kein Regen. Die letzten Tage waren mehr als feucht. Mit CT drehe ich morgens meine Runde um den Binnensee. Vorbei an den Silos, wo der Taubensammelplatz vor dem der Enten kommt, passieren wir die geschäftigen Angelkutter und folgen der neuen Promenade am Binnensee Richtung Ferienzentrum. Scharen von Enten und Blesshühnern tummeln sich auf dem Wasser, die Lufthoheit liegt bei den Möwen. Grandiose Liegebänke, Verweilbuchten und kleine Schwimmstege, die Stadt hat sich etwas einfallen lassen. In der großen Rechtskurve kontrollieren wir die Strömungsverhältnisse an den beiden Brücken, um dann wieder auf Ostkurs zu schwenken. Die Apartementsblocks ziehen an uns vorbei, die Kiki-Bar ohne jegliches Leben, ein trutziges Einfamilienhaus zwischen den Betonklötzen. Nun sind es Kaninchen, die vor uns die Straße passieren. Vorbei am Wohnmobilplatz schwenken wir gen Süden, hier erwarten uns drei Brandgänse. Diese klagen – wir haben es nach zwei Wochen verstanden – ihren Brückenzoll ein. Vielleicht wollen sie aber auch mit uns über die Sinnhaftigkeit des großen Fluttores diskutieren, das auf der Westseite installiert wird. Klimaerwärmung und Tsunami machen es möglich, Geldmengen ungeahnter Größe wandern von Lobbyisten gesteuert in viele Taschen, zurück bleiben Symbole einer zukunftsorientierten Verantwortung. Auf dem Rückweg zuweilen ein bizarres Bild: Entenversammlung: 50 bis 80 schnatternde Watschelgänger fordern vor dem Büro der LEV – landwirtschaftliche Ein- und Verkaufsgesellschaft – eine Erhöhung der Futterlieferungen. Verschwitzt, doch guten Mutes sehnen wir uns nach einer heißen Dusche – der Tage kann beginnen.

Das zweite Hamburgwochenende liegt hinter mir, ich mache meine Runde durch den Park von Planten und Blomen. Die Großstadt konfrontiert mich dann auch mit dem Bild eines Entwurzelten, der seinen Schniedelwurz in aller Öffentlichkeit zum Tränken eines Laternenpfahles herausholt. Konstanze zieht das große Auto-Los ... Dennis übergibt das Mannigemälde. Dieser hat seinen 70sten gefeiert. Unserem Prüfer zu Ehren schneide ich noch einen Film für ihn zurecht, aus Videosequenzen, die ich nach Durchsicht von 40 Filmen gefunden hatte, und abgefilmten Fotos, die mir seine Frau Helga noch vorbeibrachte. So konnten wir zusammen mit der Tochter Sabine, dem Sohn Thorsten, Axel Lohde, Maddel und Axel Malicke in der Vergangenheit schwelgen, und mit dem Brustton der Experten alle Schieflagen dieser Welt begradigen. Eine Woche zuvor sind Konstanze und ich nach Hannover gefahren, wurden dort von Dennis und Maria in den VW-Bus übernommen, die Fahrt geht gen Göttingen: wir besuchen unsere Bettina. 

Mit Heiko zaubert sie ein tolles Mahl, das in einen gemütlichen Abend mündet, an dem wir unsere Lebenslinien austauschen. Am nächsten Morgen schlendern wir durch Göttingen, Bettina zeigt ihre Seite als Fremdenführerin. Schon sitzen wir wieder im Zug gen Hannover. Dennis holt uns zur Weinverköstigung ab, wir treffen Philipp, Jens und Maria. In einer großen Halle werden italienische Spezialitäten und Weine dargeboten. Während Marias Wangen zart erröten, Philipp und Dennis einen Pakt schließen, diesen Abend nicht zu ernüchtern, müssen wir schon wieder in den Zug nach Hamburg. Die beiden Weinseligen eskortieren uns bis zum Bahnhof.

In der Segelschule hat der Brandmenhir inzwischen eine neues Outfit bekommen, CT hat einen blauen Innenanstrich geliefert. Im großen Schulungsraum werden Kabel gezogen, zum Teil werden die oberen Bretter der Wände entfernt, mit Zollstock, später Segellatte gestochert, hinunter bis zur Lochöffnung, wo später der Schalter sitzen soll. Morgen entscheidet sich, welche Decke der Raum bekommen soll.

 

31.10. Café Sorgenfrei

Zwei weitere Menhire sind an Land gemaddelt, der Feuergetaufte lagert nun in Gurten unter der Decke. Erste Klappenkopien stehen vor der Fertigung. Die Tür der Wulfvilla hängt immer noch schief, die Verandastützenauflage wird gemörtelt, die beiden Meisenknödel sind verschwunden, das Vogelhaus zeigt Spuren der Frequentierung auf. Spontan entscheidet sich Konstanze, ins Café Sorgenfrei zu fahren, um dort die milde Herbststimmung zu geniessen. Dank meiner nicht vorhandenen Kenntnisse der landseitigen Annäherungspunkte entwickelt sich die Fahrt dorthin als Logikrätsel. Angekommen nehmen wir den anlandigen Wind als störend war –welche Milde sollen wir hier spüren? Dennoch tragen uns unsere Beine tapfer bis zum Café. Zum Empfang ist ein großes Schild aufgestellt: „bis Weihnachten zu!“. Auf dem Rückweg erstehen wir neben den vielen Zutaten für unser Chinaessen Rattengift, Spiegel für Bad, kleine Schrauben für den Wulffschen Türrahmen. Die eigentliche Abendsonne erleben wir auf unserem Teint streichelnd vor dem Edekaladen bei gegrilltem Hähnchen mit Pommes. Im Häuschen am See halten wir abends unsere Lesestunde, da tauchen CT und SU auf, erzählen von ihren Stau- und Transportkapriolen – Kaninchen und Motorrad und der bald wieder auf BMW-Basis beruhenden Mobitlitätsstudie. Der Samstag warm, goldener Spätsommer. Nach einer gewissen Rahmenhandlung begibt sich CT auf Dora – Badegast: SU. Das Ostgelände wiegt sich im Sound des Laubpusters. Vor der Veranda: Fütterung der Enten mit Fotoversuch ... es sind die Weibchen, die sich aus dem Wasser trauen, um die Brocken zu unseren Füßen aufzunehmen. Kleine Ausruhphase – Dora steht an der Werft auf plattem Wasser – Schnippelphase ist angesagt. Ingwer, Knoblauch, Lauchzwiebeln, Chilischoten, Zwiebelschneiden mit der Brotmaschine, Aushöhlen der Gurke, Zerteilung der Aubergine in Spalten. Das bereits eingelegte Fleisch in einer Marinade aus Sake, süsser Sojasauce kommt in den Bräter. Den Magen voll sitzen wir bei schwimmenden Teelichtern zu viert zwischen den Segeln, die nun gewissenhaft geräuchert bestimmt noch eine Saison länger halten .... Zwischendurch gratuliere ich Jun in Shanghai zu ihrem Geburtstag ... Müde schleppe ich mich in die Koje, Konstanze kommt erst vier – Zeitumstellung fünf – Stunden später.....

 

25.10. Heroldsche Grabbeigabgen

Langsam zieht in Ordnung in das Herbstkleid der Segelschule ein. Eine der letzten Expeditionen brachte die heroldschen Grabbeilagen zu Tage. Die ersten Rahmen sind frisch gestrichen. Maddel nimmt seine Arbeit wieder auf. Das Wetter zeigt sich immer durchmischter, erster Raureif bildete sich auf Brücke und Strand. Michelle, der vorletzte Seeschüler des Jahres hat souverän seine Prüfung bestanden. Dank Uschi haben wir lecker Reibekuchen verzehrt. In der Villa Wulf schlafen wir noch mit Hilfe eines kleinen Heizlüfters. Auf der Veranda hängt jetzt ein kleines Vogelhaus....

 

23.10. Einzelkurse

Die graue Zeit beginnt, jeder Sonnenstrahl wird noch einmal freudig begrüßt. CT hat noch zwei Schüler, die mit Menhir und später Dora auf Tour zur Nordtonne gehen. Die Planungen für 2011 laufen. Ein Prüftermin für SRC wird festgelegt. Nina eilt souverän durch den See-Stoff, leider wird sie erst am 6. November zur Prüfung gehen ... Gerd und Michelle lösen sie ab, ersterer macht WE-Ausbildung, letzterer die ganze Woche, er wird Heute seine Prüfung ablegen. Bis auf die Jolle von Moritz haben die Landlieger das Lager geräumt. Missstimmung bleibt, weil Fritze Cat das einzige Gefährt ist, welches noch in voller Größe auf dem Gelände steht. Die Menhire werden mit Dachlattenkonstruktionen abgedacht, die am Steg verbleibenden Exemplare, fünf an ihrer Zahl, überstehen die erste Sturmanforderung. Flo gibt sich immer wieder ein Stelldichein, Heiko besucht uns, Dennis nimmt Maß am Schulungsraum. Der Herd wird repariert, Leisten angebracht, an der Dichtigkeit der Fenster gearbeitet. Derweil zaubert Uschi das eine oder andere leckere Mahl. Maddel macht mit Galoschi Urlaub, ab kommender Woche soll er sich der Laser annehmen, damit wir in der kommenden Saison alle einsetzen können. Die Anmeldungen für das erste Piratencamp laufen sehr gut an.

 

10.10. Sportboot See-Kurs

Der Kombikurs mit Praxis auf Segelyachten und Theorie über einen halben Tag. Mit Richard wechsle ich mich in der Theorie ab. 19 Leute haben sich für diesen Kurs angemeldet. Teilweise anstrengend der Unterricht, weil die Vorbereitungen der Schüler sehr unterschiedlich waren. Insbesondere die Älteren hatten ihre Probleme. Wie gut, dass ich mit meinen Leuten bereits ein Vorbereitungswochenende gemacht habe, das entlastet. Während also Inger, Afra, Rainer, Claus dem Stoff gut folgen konnten - Kenneth hatte sich auch vorbereitet, gab es bei den anderen immer wieder Verständnis- oder Speicherprobleme. So hatte ich auch bald einen Schüler morgens um 8 Uhr bei mir sitzen. Ihm folgte später noch eine zweite Person. Geduldig musst Du sein, bei den Antworten frühzeitig Ausweichmanöver erkennen, Verkrampfungen herunterfahren, Pausen befehlen, Hilfszeichnungen erstellen, in unermüdlicher Kleinarbeit dem Ziel näher kommen. Doch es klappt, obwohl ich mit allem gerechnet habe. Das mein Hauptsorgenkind erfolgreich war, löst in mir eine sehr große Erleichterung aus. In der Praxis fällt eine Frau durch, weil sie sagt, dass sie die Knoten nicht kann. Das ergibt eine kleine Verstimmung, hätte ich vor dem Beginn der Praxisprüfung noch einmal Knoten kontrollieren sollen? Die Schüler bestätigen mir aber, dass wir die Knoten geübt hätten, ich eine nochmalige Wiederholung öfter angeboten hätte. Wir hören eben nie auf, dazu zu lernen. Gestern habe ich mit einem neuen Kurs begonnen: Nina und Gerd sind die neuen Teilnehmer. Abends treffen der Freunde. Konstanze, Heiko, Dennis, Hobbit mit nettem Gitarre spielenden Onkel, CT und ich sitzen am Grill bei kleineren T-Bone-Steaks und grassierendem Klönschnack.

 

Nina

Ahoi, an alle die das Tagebuch lesen. Dieser Eintrag stammt ausnahmsweise nicht von Ralph, sondern von mir, Nina.
Heute ist im Rahmen meines Praktikums mein letzter Tag. Die drei Monate waren so schnell rum, dass ich am liebsten noch länger bleiben würde. Naja, eine Woche habe ich noch, denn in der nächsten Woche bekomme ich mit Christian zusammen Unterricht für den Sportboot-See.
Als ich bei Ralph angefangen habe, hatte ich keine Ahnung vom Segeln, doch Ralph hat mir ermöglicht neben meinen Aufgaben fürs Praktikum am Unterricht teilzunehmen und somit meinen SBI zu machen. Ich hab nicht nur segeln gelernt, sondern noch vieles mehr und es hat mir alles sehr viel Spaß gemacht. Egal, ob es geregnet hat oder die Sonne schien, wir sind immer raus auf die Boote.
Sobald ich den SBI hatte, durfte ich sogar selber unterrichten und das hat mir besonders Spaß gemacht. Ich habe vieles von den anderen Segellehrern gelernt und Geschichten erzählt bekommen.
In dieser Zeit habe ich viele Leute kennengelernt und Freundschaften geknüpft. Oft bin ich länger in der Segelschule geblieben, als ich musste (ich wohne nämlich nicht in der Segelschule, sondern in unserer Ferienwohnung) und habe mich zu den andern auf die Lästerbank gesellt, es war sehr amüsant.
Ich habe auf jeden Fall vor nächstes Jahr wieder zu kommen, d. h. wenn Ralph es erlaubt ;) und hoffe, dass ich einige Gesichter wieder sehe, aber auch neue Leute kennen lerne.

Für die weiteren Tagebucheinträge ist dann wieder Ralph verantwortlich^^

 

04.10. eine ruhige Woche....

Langsam geht das Wasser zurück. Die Reihen der Schiffe am Steg lichten sich, Probleme bereiten immer noch die vielen Landlieger, die ihre Schiffe nicht abgeholt haben. Maddel baut jetzt Menhirklappen nach ... allerings fehlen noch Mastrohlinge, die – bestellt – wohl nach lange auf sich warten lassen. CT ist für die Abplanung der Schiffe zuständig. 45 Dachlatten bilden das Grundgerüst, damit die Boote nicht durch Tauben und Blätter verdreckt werden. Von Dennis angedacht, liegt jetzt die Planung für den Umbau des Schulungsraumes in Philipps Händen. Erst, wenn die Frage der zukünftigen Beleuchtung gelöst ist, können wir die Elektrik verlegen. Dann soll die Decke neu verputzt werden. Herauskommen sollen eine Front mit Whiteboards, in sich vertikal und horizontal verschiebbar. Ein Bildschirm soll integriert werden. So können Foto, Film und graphische Darstellungen eingeblendet werden. Wieder eine große Winteraktion. Am WE hat der See-Kurs mit Richard begonnen, fast zwanzig Personen lernen halbtägig Theorie und Praxis auf zwei Segelyachten und in der Segelschule. Mit Konstanze sitze ich abends am Inkaofen, kochen zusammen mit Uschi und CT, lesen gemütlich, während ein Heizstrahler das 9 m² - Reich in wohlige Wärem taucht. Lisa auf Kurzbesuch geht mit Fritzecat noch einmal segeln. CT checkt Dora, ob sie heute Abend für die Lichterfahrt eingesetzt werden kann .... Wir träumen schon von - siehe Bild.

 

27.09. Absegeln + Hochwasser

Strahlender Sonnenschein begrüßte das Regattafeld. Fünf Menhire am Start: Nina & Ingo — Antje (später durch Helmut ausgewechselt!) & Stefan & Dennis — Tine & Henning — CT & Illmenaustefan — Kerstin & Daniel (der Sohn von Ingo) — Konstanze & Ralph. Leitung: Jakob & Flo. Ich hatte mir eine eigene Startlinie ausgesucht, durfte deshalb mit Stanzerl einen Strafkringel fahren, dann ging es Richtung Dalben. Nach ca. einer Stunde lagen wir wieder am Steg, genossen die Sonne, die Limetten und die Frikadellen, die JaFlo gestern gezaubert hatten. Im zweiten Lauf hatte unser Dennis, der mit Stefan auch das einzige Schiff führte, welches weihnachtlichen Schmuck hatte, Walpurga und Helmut im Gefolge. Wollte er Helmut doch woanders an Bord setzen, sorgte Jakob mit der Gummiwurst für geordnete Rückführung. Kurs: Ostttonne – Stanze gibt die Ruderführung an mich ab, mein Kurs führt knapp an der Landzunge vorbei, dort erwarten uns aber drehende Winde und so fallen wir im Feld zurück. In einem dramatischen Finish, Zieldurchlauf auf Video dokumentiert, ziehen wir noch an Tine/Henning vorbei auf den dritten Platz, während Stefan/Thomas schon am Steg weilen. Eigentlich sollten Dennis/Stefan zum Sieger gekürt werden, weil durch die Mitnahme Helmut die größte soziale Kompetenz bewiesen wurde. Abends kümmern sich Ingo, Konstanze und Henning um das Abendessen, und wird mit Linie gebührlich abgeschlossen.

Das Wetter schlägt um, Hochwasser, starker Ostwind. So laufe ich schon morgens in Stiefeln und vollem Ölzeug herum, überlege, was können wir tun. Parallel kümmert sich Klaus um die Ausbildung von sieben Leute, die von ihm und dem Wetter schwer begeistert sind. Optiinsel, Schlauchboot und Long-Boat werden an Land verbracht. Die Autoreifen werden alle aus dem Verschlag geholt, dann geht das Rangieren mit den Landliegern los. Auf mein Anschreiben hin haben sich nur Kai und ME gemeldet. Der Rest hüllt sich in Schweigen. Die Menhire lassen wir noch im Wasser, bereiten aber den Platz soweit möglich schon vor. Die Landlieger werden wir, wenn nötig an den Strand bringen, sobald das Hochwasser wieder zurückgegangen ist.
Bilder der Regatta auf facebook!

 

26.09. Fehmarntörn von CT

Reisebericht, letzte Fehmarnfahrt vor dem Absegeln

Nina fragt CT etwas empört, warum eigentlich gestern die fällige Tour nach Fehmarn nicht gestartet wurde, Nun ja, wenig Wind befürchtet, wie auch immer, jedenfalls- warum dann nicht heute? Gesagt, getan- nach kurzer Abstimmung mit allen segelinteressierten Anwesenden stand fest: Es geht nach Orth. Kurze Diskussion – Longboat oder Schlauchboot als Begleitung? Ralphs Vorschlag: Nehmt doch Dora! (Der neue, mit Motor und allem Komfort ausgestattete Luxusmenhir). Vorher aber noch mal Motor checken; mit freundlicher Hilfe von Flo Motoröl besorgt, keine 2 Stunden später startklar.

Kerstin, Antje, Stefan und CT mit Dora dem Luxusmenhir, Nina und Stefan als eingespieltes Team auf Möwe. Bei Sonnenschein und mäßigem Wind starteten wir, wobei der Wind zusehens einschlief. Gespräche über Geduld, Zen- Buddismus in einer spiegelglatten Ostsee. Dazwischen Gespräche über Kochen, Ernährung, (frei nach Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Schweins). Ab Landzunge Fehmarn unter Motor in den Orth-Hafen, Möwe im Schlepp. Im Pavillon wurde üppig gespeist und der Eine oder Andere Gerstentrunk intubiert. Bei 0-1 Bft. Gegenan konnte man auch sitzen bleiben. Die Gäste der Nachbartische wurden zusehends unruhig, diskutierten wir doch intensiv unter kriminologischen Aspekten den perfekten Mord, z. B. Gift, erwürgen, beim Segeln über Bord fallen. Eine etwas ältere Seglerin am Nachbartisch sah etwas fragend Ihren Begleiter an – ob sie gerade ihre Beziehung hinterfragte?

Um 14.30 Uhr fehlte dem Wind immer noch die entschlossene, richtungsweisende Energie, also unter Motor raus. Zuvor sorgte Nina noch mit einer akrobatischen Einlage für grosses Hallo: Mit federleichtem Sprung aufs Vordeck der Möwe glitt selbige der Belastung davon, und Nina bildete zwischen Möwe und Steg eine lebendige Gangway. Ein schneller Griff und die Gangway war geborgen, Handtasche usw. alles sicher, nur ein paar nasse Füße, sozusagen zum Lackieren präpariert. Leider stellte sich der Wind nicht mehr ein, also mit 2,3 PS, 1x nachtanken und unangenehmer Lautstärke zurück. Ab Graswarder dann wieder etwas Wind, 1Bft. gegenan, aber da war das Geschirr schon abgeräumt. Rechtzeitig vor dem später einsetzenden Regen findet ein letzter lauer Spätsommersegeltag sein Ende.

 
 

24.09. Sommertag

Plötzlich ist der Sommer wieder für einen Tag zurückgekehrt. Trotz dieser Wärme entfacht Nina ein Feuer, um die Äste und Zweige zu verbrennen, die Maddel mit Hinblick auf die Einwinterung der Schiffe abgeholzt hat. Noch stören auch die vielen Landlieger, die auf den Menhirplätzen ruhen. Drei Jollen wollen wir zumindest im Wasser lassen, denn es gibt Anfragen für Oktober, einige Leute wollen noch in den Herbstferien segeln lernen. Kerstin, Antje, Nina, Stefan und noch ein Stefan stechen mit CT in See Richtung Fehmarn. Das schöne Wetter neigt sich aber schon wieder dem Ende zu. Nachmittags soll eine Kaltfront aus Südwesten aufziehen und für Regen sorgen. Die Dora und eine Möwe werden den Törn wagen.

 

22.09. Endlich wieder Sonne!

Nach soviel Grau haben wir Gestern die Rückkehr des Sonnenlichtes genossen. Allerdings bleibt es frisch. Mich überkommen Kälteschauzer, wenn ich Nina in ihrem Sommeroutfit erblicke. Es kann ja wohl nur das Feuer der Jugend sein, dass sie von Innen erwärmt. Immerhin, beim Segeln trägt sie ja noch die Weste. Sie ist immer noch mit den Schildern für die Menhire beschäftigt, Schleifen, Nachmalen, mit G8 überziehen. Tagsüber hilft sie CT bei der Ausbildung. Sie ist nun schon so sehr Bestandteil der Segelschule, dass ich sie gar nicht mehr missen möchte. Die ersten beiden Tage waren auch noch einige Schnupperleute bei uns, jetzt besteht das Schülerfeld aus drei Personen: Antje, Kerstin und Jürgen. Heute Morgen habe ich den Sonnenaufgang festgehalten, dabei Antje auf dem Steg gesichtet. Später hat sie sich noch in die Fluten begeben ... tapfer, tapfer. Nicht nur die gute Erdbeer- und Brombeermarmelade....:-)). Mit CT Gestern kleines Steakfest bei mir oben, nachdem am Tag zuvor Kerstin asiatische Pfanne genzaubert hat ... sie besorgt auch täglich frische Brötchen. Maddel laminiert neue Menhirklappen, holt Möwen an Land ... es geht auf den Winter zu. Abends sitze ich bei Kerzenschein und Leselampe in der Villa Wulf.

 
 

18.09. Herbst - Wasser und Sturm!

Maddel verabschiedet sich nach Berlin! Heiko rollt mit dem Wohnmobil an. Gemeinsam mit Konstanze gehen wir Essen. Der Wirt – ganz Koch – belustigt uns durch seine Bedienwirrnisse, doch das Essen ist lecker. Heiko bekommt ein Traumsteak – aussen gebrannte Kruste, innen – lecker rosa bis leicht blutig .... ich konnte dagegen der Versuchung nicht widerstehen. Hühnerbrust in Erdbeersoße, lecker, kann ich Euch sagen. Abgeschmeckt mit grünem Pfeffer, Créme Fraiche und Paprikastückchen erquillt ein himmlischer Genuss im Rachen .... Konstanze spielt mit ihrem neuen Handy herum. Dennis ist bereits eingetroffen...., bereitet aber etwas vor. So sitzen wir bei mühsam entfachten Inkaofenfeuer. Gegen Mitternacht kommt CT, Flo nicht dabei. Eine ultrakurz anberaumte Besprechung, die Gerüchte zu Folge etwas Blondes an sich haben soll. Der Tag bricht an, das Wasser immer noch weg. Die WE-Gäste treffen ein. Von Richard, mit dem ich noch am Freitag die See-Antworten abgleiche, kommen nur vier Schüler, einer hat abgesagt, die Anderen fehlen unentschuldigt. So sitzen neun Schüler vor mir mit Blick auf die Tafel, die in Dennis Augen schon eine ganz neue futuristische Erscheinung haben wird. Nach der Theorie geht es zu dritt mit CT, Klaus und Nina auf Kurs Dalben. Bei Normalsegeln und angesagten Böen, da löst sich bei mir schon der eine oder andere besorgte Gedanke. Doch es geht gut, sie kommen nach hartem Kampf unter Long-Boat im Schlepp wieder zu Steg.

Kerstin ist wieder einmal zu Besuch, nimmt sich glücklicherweise den Matthias, der noch für die Prüfung im Oktober üben will. Nachmittags stechen sie wieder in See .... dabei geschieht Folgendes: ein Schüler vollführt eine Halse der drastischen Art. Glücklicherweise sind die Schiffe jetzt unter Sturmbesegelung! Die plötzliche Veränderung der Horizontallage des Schiffes irritiert CT, der – wie er bei einem späteren Verhör vollkommen nüchtern zugibt – gerade dabei ist, seine Fußnägel zu lackieren. So landet er in genussvoll in die lechzenden Wellen der geböten Ostsee. Die Schüler reagieren in ihrer Verlassenheit vollkommen richtig, sie lassen Alles los, was ja nicht selbstverständlich ist. Nach drei kreativen Kraulschlägen erreicht Ct lässig das Heck, hievt sich behände hinein. Nur unsere Vertrautheit mit ihm ist es zu danken, dass wir allein an seinem Gang erkennen – er läuft den Steg entlang – das gewisse Unbilden über ihn gegangen sein müssen.

Der Schalk steckte Heute schon des öfteren in den Menschen, so habe ich mir doch mal Überschuhe für unsere grünen Gehschlafsäcke besorgt, damit wir auch mit diesen Umhüllungen längere Wege zurücklegen können. Diese bestehen aus Latex – ein Stoff von dem sich Dennis unwiderstehlich angezogen fühlt. Er stülpt sich diesen Stiefel auf den Schädel, Konstanze bläst durch einen überlangen Strohhalm von unten hinein, und siehe ... der bisher schlaffe Stiefel erhebt sich in viagranischer Größe über dem blutgestauen Gesicht unseres Chefkomikers. Gleich in Sechsercrew wollen sie so – wir haben sechs Latexstiefel – bei Famila einkaufen gehen... - kurze Unterbrechung: Helmut aus Hamburg ruft an. Tja, dann Nina Heute – ich wollte es nicht glauben – während wir uns mit Parker und Weste gegen die gefühlte Kälte wappnen, trägt sie immer noch ihr sommerliches Outfit als stolze Standarte vor sich her. Bilder dazu findet Ihr über den Link zu Facebook. Während sich die Wolken nun weiter dramatisch über den Himmel schieben, das Blau zumeist die Oberhand gewinnt, stolpern Heikodennis über den Brombeerbaum. Die Erkenntnis des Vorhandenseins mündet in einer Wildschweinvision ... letztendlich wird daraus ein Gedicht aus Spanferkelkeulen mit selbstgemachtem Rotkraut, bei geknödelter Atmosphäre in einer Brombeerlache. Schon längst brennt das Feuer im Inkaofen – ich verabschiede mich für Heute....

 
 

Weiterlesen...

Seite 1 von 6