09.06. Selbsteinschätzung und Realität

Die Schüler segeln relativ selbstständig bei leichtem Ostwind. Sie schaffen es mehrheitlich, die Luvmarke zu erreichen. Doch zuweilen bricht das Chaos aus. Paddeln erlaubt, werden zuweilen Wenden auf der Stelle gefahren. Des öfteren sichten wir Dwarslöpper, mit backer Fock treiben sie auf dem Wasser. Die geplante Theorie fällt zunächst aus. Sie kommt am Nachmittag: Segelstellungen, Anluven, Abfallen, Wende und Halse – parallel Knoten. Dann stehen Maddel, Astrid, Flo und Achim mit auf dem Steg und beobachten das Treiben der Crews auf den Menhiren. Unermüdlich steigt Maddel auf das eine und andere Schiff, um Grundlagen zu schaffen. Die Kommunikation an Bord schwirrt aneinander vorbei – doch sie kommen vorwärts. Am frühen Abend: Reflexion – was war gut, was war schlecht. Irgendwie haben sie es ja geschafft auf dem Boot zu agieren. Dann kommt meine Bewertung, deren Grundaussage sich in Selbstüberschätzung der Schüler darstellt. Was kann ich wirklich, kann ich Segeln beurteilen, wenn ich es nicht kann, warum soll ich mich in einer Gruppe melden, wenn ich etwas nicht verstanden habe. Wer soll an Bord das Kommando haben – nicht nur, was habe ich falsch gemacht, sondern, wie kann ich es besser machen. Nach dieser Rede, die Mike, der Lehrer gut moderiert hat, ich bin schon langsam beim Abschalten, klopft es an meiner Tür. Eine Schlange stehen die Schüler auf der Treppe, wollen mit mir reden, wissen, was war falsch ... Es ist fast 20 Uhr als Mike auf ein Abschlussgespräch erscheint, wir haben etwas in Bewegung gesetzt ...