13.07. Der Ostwind ...



Lange zögert der Wind, bevor auf Ost er schwenkt, und uns bei strahlendem Sonnenkleid fünf Windstärken schenkt. Die Menhire preschen, Schaum vor dem Bug, durch die Wellen. So manch ein Anleger kann dann mit der Richterskala bemessen werden Claus, Heaven, Maddel und in memoriam alter Zeiten – Frank Zimmermann weisen 12 Schüler in die Pinnenkunst ein. Merle, Nina und Tim – die Dompteusen und Dompteur der Optimisten - geben Segelregeln vor. Dann kämpfen die kleinen Wesen mit dem Paddel gegen den Ostwind, bis die Optiinsel erreicht ist. In meiner Altgruppe ist die Halse angesagt. Iris, Kai und später Michael, die Altvorderen; Johanna, Jan, Hans-Christian die Youngstercrew und unser Actionpaar – Julia und Benedikt. Trotz zunehmenden Windes führen sie weiter die großen Segel, stehen zuweilen auf zwei Rädern, führen Pirouetten vor: durch die Halse an den Wind der Kenterung bis auf einen Hauch nahe ... Plötzlich, Benedikt im vollen Körpereinsatz, verlässt das Boot in einem ungeplanten Stunt. Der Kamerasucher fängt diesen einsam Kopf in der blauen Leinwand des Wassers ein. Julia reagiert, schnappt sich die verlassene Fockschot, stößt die Jolle durch den Wind, zurück zu Herrn Schröder, der in den Fluten wartet. Vor ihm kommt die Jolle im Wind zum Stehen, die letzten Meter legt Benedikt schwimmend zurück, Julia nimmt Fahrt auf, über die Leeseite kämpft sich der Vorschoter ins Bootsinnere zurück. Zwei kleine Helden sind geboren. Soviel Wind, Sonne und Aktion macht müde, ein Gefühl, das ich mit Iris teile. Vor uns die Gesetzeskunde, die zu erläutern mir obliegt. Tapfer schlagen wir uns durch, den des öfteren auftauchenden abschweifenden Fragestellungen nur mühsam Gegenwehr gebend. Konstanze, Kraft im Schlaf getankt, trotzt der Gewittergefahr, rüstet Springbok für einen kleinen Ritt. Heiko und Lisa, später auch Flo, geben sich die Ehre ihrer Anwesenheit. Nach dem Grillen unter der Regie Heavens wollen wir eigentlich bis Mitternacht durchhalten, um meinen Geburtstag zu begrüssen. Karin Finke gesellt sich zur Verandacrew, die sich dort versammelt, dem Schauspiel dramatischer Wolkenbilder folgen zu wollen. Grummeln, einige Blitze, heftige Böen – der große Knall lässt auf sich warten – zum Glück. Wir sehen es ein, unsere Körper fordern Schlaf, so begrüße ich das neue Lebensjahr mit schönen Träumen.