14.08. Dora wird aufgeriggt...

Nur kurz zeigt sich die Sonne fast blutrot über dem Horizont, dann wird sie vom Regengrau des Himmels geschluckt. Westwind zeigt die Flagge am Stegkopf. Zwanzig Schüler haben hier ihre Künste gezeigt. Axel steht mit Catharina am Stegkopf, leichter Ostwind treibt die Boote an. Die Theorie ist bereits erfolgreich abgehandelt ... Zweimal halte ich die Abschlussrede: nach dem Verteilen der Opti- und Grundscheine, sowie bei der Vergabe der amtlichen Befähigungsnachweise. Meine Praktikanten verankern mit Hilfe des GPS-Gerätes die Eckpunkte des Bojenfeldes. Nina schreibt die letzten Grundscheine, stempelt, hilft bei der Verteilung. Mit Hannah räumt sie die Hütte auf. Claus veranstaltet eine Möwenregatta vom Dalben über die Nordtonne zum Steg zurück. Anschließend gibt er noch eine Motoreneinweisung für Maja, die sich auf Bestreben ihres Freundes einen Tag zuvor entschlossen hat, den amtlichen Sportbootführerschein Binnen abzulegen. Sie wissen gar nicht, was sie damit für ein Stress auslösen, alle sollen jetzt reagieren und ihre Extrawürste verdauen. Herr Boudan hat ihnen denn auch gesagt, dass eine Prüfung erst Sonntag in einer Woche möglich ist. Doch gerade diesen Termin sollte ich doch auf Freitag vorverlegen. Jonathan, Christian und Lorenz takeln Dora auf. Mit Positionslichtern und Motor legen sie später am Steg wieder an, beobachtet von der Veranda. Hier sitzen Konstanze und ich gemütlich, schauen dem Treiben auf dem Wasser zu. Gundula und Silke üben auf einem Menhir, mit achterlichem Wind – ich will meinen Augen nicht trauen – preschen sie auf den Steg zu. Später meint Silke: „Als ich es gemerkt habe, war es schon zu spät!“ Verlust der grundlegenden Windorientierung – wieder einmal muss ich mir sagen, ich hätte darauf hinweisen sollen – bin ich mir doch wieder bewusst geworden, wie leicht der Anfänger sich verwirren läßt. Hoffentlich ziehen sie ihre Lehre daraus ... Jan, Jan und Maddel gehen auf Fischfang. Dennis kommt mit Spezialwurst aus Italien, scharf und sättigend. Mit Elisabeth und Familie feiern wir in ruhiger Atmosphäre bei Cidre aus der Bretagne unser 10-jähriges. Später kommen Yi, Jens, Nadine und Thomas zu einer kleinen Sitzung zu uns. Yi darf den Schlangenschnaps probieren, nachdem sie sich zweimal den Kopf heftig am Dachüberstand gestossen hat, sie kühlt die Stelle mit einer kalten Flasche chinesischen Zimtblütenweines ....