31.10. Café Sorgenfrei

Zwei weitere Menhire sind an Land gemaddelt, der Feuergetaufte lagert nun in Gurten unter der Decke. Erste Klappenkopien stehen vor der Fertigung. Die Tür der Wulfvilla hängt immer noch schief, die Verandastützenauflage wird gemörtelt, die beiden Meisenknödel sind verschwunden, das Vogelhaus zeigt Spuren der Frequentierung auf. Spontan entscheidet sich Konstanze, ins Café Sorgenfrei zu fahren, um dort die milde Herbststimmung zu geniessen. Dank meiner nicht vorhandenen Kenntnisse der landseitigen Annäherungspunkte entwickelt sich die Fahrt dorthin als Logikrätsel. Angekommen nehmen wir den anlandigen Wind als störend war –welche Milde sollen wir hier spüren? Dennoch tragen uns unsere Beine tapfer bis zum Café. Zum Empfang ist ein großes Schild aufgestellt: „bis Weihnachten zu!“. Auf dem Rückweg erstehen wir neben den vielen Zutaten für unser Chinaessen Rattengift, Spiegel für Bad, kleine Schrauben für den Wulffschen Türrahmen. Die eigentliche Abendsonne erleben wir auf unserem Teint streichelnd vor dem Edekaladen bei gegrilltem Hähnchen mit Pommes. Im Häuschen am See halten wir abends unsere Lesestunde, da tauchen CT und SU auf, erzählen von ihren Stau- und Transportkapriolen – Kaninchen und Motorrad und der bald wieder auf BMW-Basis beruhenden Mobitlitätsstudie. Der Samstag warm, goldener Spätsommer. Nach einer gewissen Rahmenhandlung begibt sich CT auf Dora – Badegast: SU. Das Ostgelände wiegt sich im Sound des Laubpusters. Vor der Veranda: Fütterung der Enten mit Fotoversuch ... es sind die Weibchen, die sich aus dem Wasser trauen, um die Brocken zu unseren Füßen aufzunehmen. Kleine Ausruhphase – Dora steht an der Werft auf plattem Wasser – Schnippelphase ist angesagt. Ingwer, Knoblauch, Lauchzwiebeln, Chilischoten, Zwiebelschneiden mit der Brotmaschine, Aushöhlen der Gurke, Zerteilung der Aubergine in Spalten. Das bereits eingelegte Fleisch in einer Marinade aus Sake, süsser Sojasauce kommt in den Bräter. Den Magen voll sitzen wir bei schwimmenden Teelichtern zu viert zwischen den Segeln, die nun gewissenhaft geräuchert bestimmt noch eine Saison länger halten .... Zwischendurch gratuliere ich Jun in Shanghai zu ihrem Geburtstag ... Müde schleppe ich mich in die Koje, Konstanze kommt erst vier – Zeitumstellung fünf – Stunden später.....