25.12. Kampf mit Väterchen Frost
Frohe Weihnacht wünsch ich allen. So schön das Schneekleid die Realität bepudert, so hässlich ist das Eis. Gnadenlos umklammert es meinen Steg und die Achterpfähle. Heute Morgen, das erste Mal seit langer, langer Zeit, bin ich nicht um den Binnensee gegangen, nein beim Morgengrauen habe ich mich in die Watthose gequetscht, lange Unterhose, die alte Segeljacke und los. Der vordere Stegteil ist inzwischen mit einer Eisschicht bedeckt, glücklicherweise konnte ich die Fußstapfen des Vortages nutzen. Auf Dora habe ich den Motor gestartet –Leihgabe vom Long-Boat – dann ging es los: Vor- und Zurück, endlos röchelte der Außenborder vor sich hin, der Bug lag landeinwärts, nun wollte ich ihn bei Nordwest gen See drehen. Spateneinsatz, nur nicht die Schraube treffen ... ich kam mir schon vor wie der Typ, der immer einen Stein den Berg hoch rollt, kurz vor dem Ziel Pech hat, das nun schon seit Menschengedenken. Immer wieder peilte ich über den Burgkorb auf den Horizont, dreht sich die Kiste oder nicht. Welch Flüche stieß ich wohl aus, den Spaten in das Eis stoßend, gelobt seien meine Erinnerungen an die sibirischen Straflager, Sturheit und Trotz bringen mich weiter ... letztens hat mich doch einer beim Eisschollenherausschmeissen aus dem Wasser photographiert – Scheiß Paparazzi, glaubt wohl an Romantik bei Eisfüssen ... Endlich – die Erde ist doch eine Scheibe – dreht sich der Menhir, Dora schaut nach Nordosten, nimmt Fahrt auf, das Eis knackt und bricht in große Schollen. Die Westseite des Steges wird angegriffen, vorwärts stürmen und langsam zurück. Die Eisschollen verkeilen sich – Amundsen, die Fram, gefangen im Packeis. Der Osten ist leichter zu bewältigen, der Wind steht nicht gegenan. Endlich parke ich Dora rückwärts am Steg ein, schaffe es nach gelinder Zeit ... ich hätte heulen können, doch, wie mache ich einen Knoten in gefrorene Schoten. Ermattet gelange ich in meine Wohnung, ein Chaos, überall liegen Klamotten rum, die Watthose hat schon lange ihre Dichtigkeit verloren, blutet schon aus offenen Wunden.
Blick ins Internet: Temperaturentwicklung, Wasserstandsprognosen sind zur Zeit mein Favoriten. Nach dem Höchststand soll es nun fallen – ein büschen Entwarnung – allerdings zwischendurch immer wieder Anstiege. Zweite Schicht – vorsichtig näher ich mich mit Spaten und Harke bewaffnet über das spiegelglatte ufernahe Eis den ersten Achterpfählen. Sie neigen sich gewaltig zur Landseite. Meine naiven Gedanken: zwei Segelboote – Modell – hatte ich im Einsatz. Ich dachte, wenn gewichtsstabile Boote sich immer wieder aufrichten, wäre das Bewegung, Eis könnte sich nicht bilden ... Schneelast und Undichtigkeiten führten zu Kenterung, Untergang und Mastbruch, mein Pinguin aus Styropor, den ich stolz von der modernen Hausfrau erstanden hatte, ist einfach verschwunden. Am Steg sind noch genügend poröse Bruchnuten vorhanden, sobald das Wasser fällt, muss ich Eisschollen herausholen, um eine freie Rinne zu schaffen. Der hohe Wasserstand behindert mich, habe ich endlich neben dem Breieis ein Loch durch die große Eisschicht gehämmert – ungeahnte Muskelgruppen lassen grüßen – verschwindet der Spaten fast vollends unter der Wasseroberfläche .... wieder oben, die Plastiksäcke um die Faserpelzsocken haben sich bewährt, die Pelzsocken waren zu groß .... dritter Akt: noch einmal Spaten, Beil, Plastiktüte, Kabelrolle, Tauchpumpe und Tauwerk. Auf dem Steg schlage ich mit dem Beil ein Klampe frei, um die Maschine zu sichern ... für die Kabeltrommel wird ein Areal im Eis reingehackt, damit sie auch bei Wind nicht wegweht, sie läuft .... Der Motor bei Dora läuft noch im Leerlauf, das heiße – blöder Gedanke – hält den Stegkopf frei. Morgen müssen Optis her und Tauwerkführung über die Achterpfähle - also, ich tringe jetzt eine Flasche Wein und gehe schlafen. Gut nur, dass ich endlich das Weihnachtsgeschenk für Heiko und Bettina fertig habe – ich bin mit Konstanze natürlich ein büschen stolz drauf – kann aber noch nix verraten ....
- 31.12. Adieu 2010!
- 29.12. Der Kampf geht weiter, Tag für Tag und manchmal auch des nachts ...
- 25.12. Kampf mit Väterchen Frost
- 20.12. Der Winter
- 13.12. Außenalster statt Binnensee
- 10.12. Galloway-Rippchen und Decken spachteln....
- 08.12. Grauer Himmel
- 03.12. Eissegeln
- 01.12. Eisiger Wind
- 28.11. Sonnentag!
- 27.11. Schnee!
- 26.11. Erster Schnee!
- 22.11. Der erste Frost kommt!
- 21.11. Herbstliche Regenzeit
- 31.10. Café Sorgenfrei
- 25.10. Heroldsche Grabbeigabgen
- 23.10. Einzelkurse
- 10.10. Sportboot See-Kurs
- Nina
- 04.10. eine ruhige Woche....
- 27.09. Absegeln + Hochwasser
- 26.09. Fehmarntörn von CT
- 24.09. Sommertag
- 22.09. Endlich wieder Sonne!
- 18.09. Herbst - Wasser und Sturm!
- 17.09. Flachwasserwoche
- 12.09. Regatta & Film & Entenbraten
- 10.09. Prüfung + IT-ler!
- 09.09. Reisebericht
- 06.09. Ausflug mit Dora
- 05.09. Endlich Ostwind und Sonne!
- 04.09. Prüfung und Nina als Fotomodell
- 03.09. Ausflug zur Aalkate
- 02.09. Die zweite Crew der Augenoptiker und schöne Sonne!
- 01.09. Ein schöner Segeltag!
- 31.08. Sie fallen wie die Fliegen....
- 30.08. Regenzeit
- 29.08. Graues Wetter aber guter Wind....
- 25.08. Viel Wind und kein Wasser!
- 21.08. Prüfung und nächtliche Unruhe
- 20.08. Ein schöner Tagesanbruch...
- 19.08. Endlich Wind
- 18.08. Regenzeit und eine Lanze für Claus
- Jungfernfahrt, Katamaran mit Sitzgruppe und motorisiertes Flüchtlingsboot unter den Augen des Gesetzes....
- 14.08. Dora wird aufgeriggt...
- 12.08. Er ist da....
- 11.08. Gemischtes Wetter...
- 09.08. Krach in der Nacht und Romantik im Morgengrauen!
- 07.08. Gute Prüfung!
- 04.08. Der Montagsansturm

