31.10. Absegeln 2017

Laura, Steffi und Katze – unser Discotriumvirat - zauberten ein Orga-, Deko- und Kostümfest. Segelnd in der Bucht galt es Fähigkeiten an der Kreuz und im Rückwärtssegeln zu zeigen. Im Outfit ging es dann zu Netto, galt es doch einen Melonenigel zu garnieren. Da haben die Leute schon geschaut, fragten zuweilen, von welcher Veranstaltung wir denn kämen.

Selbst die Polizei grüßte freundlich, stand ich dort im Silberanzug, pinkfarbene Perücke, rosa Balletröckchen, Jesusshirt, Fellstiefeln und Adidaslatschen! Ich musste mich ein wenig hergeben, da sonst der Maddel drohte, nicht mitzumachen. Denn es war sein Geburtstag, den wir feiern wollten.
Dennis war für die Gulaschgrundlage verantwortlich. Maddel wurde beehrt durch eine Bauchtänzerin. Dann haben wir ihn zu Wasser und in die Luft gehen lassen, versorgt mit intellektueller Naturkost. Ein berauschendes Fest und ein würdiger Abschluss für die Saison!

15.09. Wieder eine wechselvolle Woche

Die Stadt hat Ernst gemacht. Drei Halteverbotsschilder stehen gegenüber der Segelschule. Die Woche bietet Regenschauer, starke Winde und Böen. Doch am Mittwoch nimmt der Sturm seinen Anlauf. Während Dieter mich nach Bad Schwartau zur MRT fährt, ziehen sich die Wolken zusammen. Regengüsse und plötzliche Fallböen rasen über das Wasser.

Am nächsten Morgen – Ebbe soweit das Auge reicht – erspähe ich den ersten Wattwanderer. Doch Heute, am Freitag, ist das Wasser wieder zurück. Südwest mit Böen bis 7 Bft bilden den Hintergrund für die bevorstehende Prüfung.

02.09. Einen Tag Wind!

Am Mittwoch baut Maddel eine kleine Laserregatta. Folker und ich wachen über die Schülerschar, checken an Bord das BüB. Die Erkältung kommt zurück ...

Der Donnerstag bringt dann endlich mal Wind. Die Gleiter sind begeistert, gekentert. Bernd erzählt, wie sie auf „Verfolgungswahn“ kurz den Spi gezogen haben, die Bugwelle hinter den Mast gewandert ist. Yogi legt mit einer Yachthalse den Menhir fast auf die Seite. Krängung, Böen – sie machen das Segeln plötzlich wieder aufregend. Abends bekomme ich Besuch von einem Nachbarn, der sich über die Lautstärke beschwert, die am Abend zuvor von einigen Personen aus dem Senioreneck ausging. Ich mache eine Ansprache. Daraufhin ziehen einige los, sich zu entschuldigen. So kann hoffentlich Wind aus den Segeln genommen werden. Irgendein Nachbar scheint sich gegen die Schule verschworen zu haben. Moritz zieht mit seinem Wohnwagen ab, alle Autos parken nur noch auf einer Seite.

Am Freitag wieder schwächerer Wind – mit Folker berate ich den möglichen Prüfungskurs. Fantasievolle Schnittchenkreationen entstehen, ein Apfelkuchen schickt seinen Duft voraus. Herr Dennis nimmt ab 11 Uhr die Grundscheinprüfungen ab. Gegen 1230 Uhr laufen Frank und Axel ein. Drei Ostwindler sind auf Übungskurs. Folker moderiert, es zieht sich bei dem Leichtwind. Bei der Motorenausbildung wird bemängelt, dass die Schüler keine Kreuzpeilung erklären können. Das ist berechtigte Kritik. Endlich die Schüler bekommen ihre Scheine, bis auf die arme Gesa, deren Führungszeugnis noch nicht eingetroffen ist. Laura bekommt von mir ein Büchlein über Knoten, Spleißen, Takeln. Solche selten gewordenen Interessen müssen unterstützt werden. Am Stegkopf versammeln wir uns zum Gruppenfoto.

Meine Erkältung hat mich im Griff, Stanzerl schläft allein – so hoffe ich doch – in ihrer Hütte. Paprika mit ganz viel Ingwer und Knoblauch sollen mich wieder auf den Damm bringen. Gerne hätte ich noch mit den Leuten zusammen gesessen, doch am Samstag warten zwanzig neue Leute auf mich ...

08.09. Eine wechselvolle Woche

Am Samstag feiert Stella ihren Geburtstag an der Segelschule. Tagsüber habe ich 19 Wochenendschüler begrüßt, die ich dank der Hilfe von Maddel, Dieter, Olaf, Ina und Magdalena gut verteilen konnte. Gleichzeitig verabschieden sich die Studenten, Stanzerl und Cata reinigen danach die Küche und entsorgen viel Abfall. Immer hat mich noch die Erkältung im Griff. Am Sonntag kann ich mit Stanzerl, Cata, Dennis und Chrischi einen kleinen Ausflug zur Seebrücke unternehmen.

Am Montag stehe ich vor fünf neuen Schülern. Am Montag und Dienstag nutzen wir die Zeit mit Maren, Meryem, Ralf, Dani und Daniel, segeln solange es geht. Ab Mittwoch kommt der Regen, teils sehr böiger Wind.

Am Donnerstag gebe ich an Maddel ab, denn Dieter fährt mich zur Zahn-OP nach Neustadt, dort muss er über eine Stunde warten, bis Meißel und Fräse ihr blutiges Werk getan haben. Schon im Vorfeld hat Dieter zwei Kühlpacks für mich besorgt. So schaue ich auch nur aus Entfernung auf die Prüfung. Maren besteht ihren Grundschein, Dani und ein Ostwindler den Sportboot Binnen. Das Stück wird von Axel geleitet vor dem Hintergrund südwestlichen Flachwassers im böigen Regenkleid. In der Hand hält er aber nun das absolute Klemmbrett: pinkfarben und mit Wetterdach.

31.08. Leichtwindwoche!

Am Sonntag herrscht noch einmal ein Bilderbuchtag, wer kann, nutzt den Wind. Ole liegt mit seiner kleinen Yacht am Steg. Unsere Schüler dagegen machen eine künstlerische Pause. Flutschfinger legt mit großem Besteck ab. Stanzerl und Tine lasern – Christian schaut rein, er will mit seinem Finn wieder anlanden. Dieter übernimmt die Ausbildung von Yogi und Lennart.

Am Montag kommen vier neue Grundschüler. Maddel übernimmt mit Moritz die Gleiter – die Javelin wird wieder aktiviert. Abends zeigt Johanna ihre Performance – Kopfstand auf dem Surfbrett, auch dann noch als Maddel sie mit dem Long-Boat schleppt. Der Wind bleibt eher schwach – gerade für die Gleiter nur eine geringe Ausbeute.

So bleibt es auch am Dienstag – da überkommt mich eine Erkältung. So krieche ich abends früh ins Bett – wann hatte ich meine letzte Sommergrippe? Das Ordnungsamt tritt auf den Plan: es gibt große Diskussionen. Die Stadt will keine Wohnwagen, -mobile und Camper dort stehen haben, außerdem darf seit Mittwoch nur noch rechts gegenüber der Segelschule geparkt werden. Die Stadt will ihre Grünflächen, die an meinem Zaun liegen frei haben. Ihr wisst, die von Brennesseln überwucherten Flächen, die Stanzerl und Cata mühsam bereinigt haben. Moritz kassiert den ersten Verwarnungszettel. Ich werde nicht umhin können, einige Stellplätze auf dem Gelände einzurichten. Dora und Asterix müssen im nächsten Jahr wieder ins Wasser, damit wir Platz bekommen. Ich bin voller Rotz und Schleim, doch der Rachen kratzt nicht mehr so, die erste Pfeife geht schon wieder.

So mache ich am Mittwoch leise Grundscheintheorie, segele dann bei Gesa und Johanna, bei Maria und Franz, schließlich bei Laura, Ann-Kristin und Tobias. Segeltheorie mit Yogi, mit Laura das gleiche Thema danach und: der Rückspleiß, den sich Malte auch mit anschaut. Dann wieder früh in die Koje, obwohl ich noch gerne unten bei den Leuten wäre. Mareike ist kurzfristig auf Besuch gekommen.

Der Mittwoch hängt im Nebel, statt der angesagten drei Windstärken spiegeln sich die Vögel im Wasser – wo ist der Schalter???

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