16.07. Piratencamp löst Waldorfschule ab!

Drei tapfere Grundscheinler bei den Waldörflern dürfen ihren Erfolg feiern. Sie verbringen ihren letzten Tag am Strand ... Bei der Raumübergabe gibt es Probleme mit dem Mädchenzimmer – Sauberkeit und Abfallbeseitigung waren hier keine herausragenden Eigenschaften. Die Truppe wollte nicht wirklich vom Segeln überzeugt werden, obwohl die sympathische Leitung alles versucht hat. Gemeinsam chillen war wohl wichtiger. Mein Geburtstag kann ich ganz entspannt genießen: viele Bekannte und Freunde finden den Weg zu mir, zumeist klönen wir im Büro. Wolfgang hat wieder den Weg aus Berlin gefunden, Irene Tüschen gibt sich mit Mann und Tochter die Ehre …, da gilt es viel Geschichte abzugleichen. Ein kurzer Ausflug mit Stanzerl, Anita und Alf zur Seebrücke, dann folgen wir der Spur der Steine, von Dennis, Philipp, Lothar und Peter kommt ein toller Dokotisch mit Drehteller; mit Stanzerl geht es zu den Wiener Philharmonikern in der Elphi; Monika und Jörg, viele Aufmerksamkeiten in Wein und Buch ....

Das Piratencamp füllt sich – Caro, Lucia, Saza, Thomas, Sören und Heaven übernehmen das Kommando. Sazas Weckruf beendet selbst den Schlaf von Stanzerl. Am Montag – ich will gerade zu meinem Walk starten, sehe ich einen seltsamen Menschen Richtung Mole gehen. Ich verharre hinter einem Busch, bleibe aus seiner Blickrichtung, da biegt er beim Grogdenkmal auf unser Gelände ein, betritt den großen Raum und macht sich im Bereich der Kaffeemaschine zu schaffen. Ich stelle ihn zur Rede, er läuft aus dem Raum – ich folge ihm, stelle ihn noch einmal, frage ihn, warum er uns Butter, Bananen und Äpfel geklaut hat. Seine Unschuld beteuernd rennt er davon – von ihm geht keine Gefahr aus, es ist wohl ein „armer Hund“.

Später hat Maddel 26 Schüler im Raum, während meine Auffrischungstruppe 20 Personen umfasst. Vorraussetzung bei mir: sie müssen alle Kentertraining auf der Möwe gehabt haben. Mit den 20 Länderbojen haben wir Slalomkurs ausgelegt, allerdings werden sie desöfteren verschleppt, die Ordnung ist schnelle dahin. Nachmittags trainieren wir Ablegen, Halse und Anlegen. Der Wind wird wieder böiger .... Stanzerl macht mit anderen eine Fahrradtour. Abends sitzen wir mit Cata, Christian, Laura und Dennis an dem neuen Tisch, spielen das Geräuschspiel, das ich von Franzi und Julian geschenkt bekommen habe. Gestärkt haben wir uns mit griechischem Essen.

Dennis und Christian haben ja eine Werbefahrt mit dem Long-Boat in den Kommunalhafen unternommen. Leider haben sie dabei den Plural von „Max der Bruchpilot“ gebildet: Der Besan blieb an einem Schiff hängen, Fußbruch! Den ganze Tag haben sie gebastelt, jetzt ist es besser als vorher. Ich erinnere mich an ähnliche Situationen bei mir – das Gefühl der Peinlichkeit kenne ich zur Genüge. Laura und Melissa kämpfe bei dem Wind mit ihrer mehr als 10 Personen umfassenden Optigruppe. Jonah und Claas habe sich selbstständig an der 505er-Ruderanlage vergangen. In dem Wunsche, sie zu verbessern, haben sie sie nun außer Kraft gesetzt, damit ihr heutiges Tagesprogramm bestimmt. Luna und Franziska haben eine Möwekenterung erlebt, die ich am Steg stehend gar nicht mitbekommen habe. Birthe, auf einem Menhir unterwegs, konnte ihnen helfen. So geht ein ereignisreicher Tag zu Ende.

12.07. Fehmarnfahrt und Luft raus …..

Maddel meint, da wäre wenigstens noch Wind. So stechen wir mit acht Menhiren in See. Mit Uta sichere ich auf dem Schlauchboot, während Franzi und Julian mit dem Long-Boat Begleitschutz geben. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, ein guter, mäßiger Wind bei großen Wellen. Nur zwei Menhire sind ohne Schiffsführer. Uta fährt ich sitze mit dem Gesicht nach achtern hinter ihr, habe immer wieder das Gefühl, mich festhalten zu müssen, da ich die Wellen nicht kommen sehe.  1,5 Stunden später legen wir an der Ostmole an. Einige Waldorfmägen haben die Überfahrt nicht vertragen. Sie nehmen den Landweg, denn die Eltern von Claas haben uns in Orth in Empfang genommen. Der Vater segelt mit uns zurück, im Auto ist kein Platz mehr für ihn. Die Rückfahrt geht noch schneller als die Hinfahrt, bis zur Kreuz im Fahrwasser, zwei Boote müssen wir in Kurzschlepp nehmen.
Wieder an Land erfahre ich das die Zahlen für die Menhirsegel fertig sind. Uta und Nele nehmen das Motorboot. Das Bekleben wird seine Zeit dauer, doch flugs organisiert Nele eine Schar von Helfern, noch vor der Nacht ist alles erledigt. Toll!

Am nächsten Tag herrscht schmaler Wind, die Motivation der Schüler sinkt, dann Wasserschlacht, die über die Grenzen hinausgeht: eine Schülerin fällt zwischen Steg und Bug ins Wasser – der Lehrer muss eingreifen. Nachmittags langes Kentertraining mit der einen Hälfte während die andere in Knotenkunde verstrickt wird. Abend gibt es noch unerfreuliche Luvanleger der Möwen mit der kulminirenden Meinung, daß Beidrehen ein probates Mittel sei.

Am Freitag ziehen die Schüler gen Steilküste. Saza ist erschienen, die Vorhut des Piratencamps. Vor Ort beginnt gegen 14 Uhr die Prüfung unter der Leitung von Axel. Drei Ostwindler sind dabei, diesmal bin ich informiert. Carla, Robert und René – unsere Grundscheinler -  werden mit versorgt. Sie sitzen zusammen mit der SBI-lern bei mir am großen Tisch. Nele hat vorher noch Scheine geschrieben. Danach beginnt die Praxis, Julian begleitet Axel. Dieter hat für das Nachprüfungsgespräch flüssig vorgesorgt. Mittlerweile entfalten sich am Steg die Vorbereitung für das Einspülen neuer Pfähle, ein Wigwam-Gerüst steht über der wunden Stelle, eine Spülpumpe wird mühsam zum Leben erweckt. Lothar, Peter, Ronny, Julian – sie alle helfen dem Projektleiter Dennis. Claas hat sich hervorgetan: die Bojen werden verräumt, eine Plane für die Landmöwe gebaut, am 505er geschraubt – jetzt im Abendlicht geht er mit Jonah auf Lasertour – der Ritt in den Sonnenuntergang. Währenddessen ist Stanzerl eingetroffen. Zuvor habe ich mit Anna-Lena den Ecuador-Film gesehen, sie geht für ein Jahr dort hin. Langsam trifft sich die Gemeinde. Morgen gibt es noch einmal drei Grundscheinprüfungen bei der Schulklasse; die tapfere Nele übernimmt zwei Schnupperschüler – ich kann Morgen relativ frei machen ...

11.07. Ein ruhiges aber windiges Zwischenspiel!

Maddel frischt das Optischlauchboot auf. Julian und ich teilen uns die drei Schüler halbtägig auf. Das Wetter bleibt anstrengend, harte Böen gilt es zu parieren. Belinda und Laura wollen auch Motorboot üben. Zuweilen ziehen Regenschauer über die Bucht.
Am WE kommen vier Damen zum Schnupperkurs, die von Andreas besegelt werden. Jan hat Geburtstag, sein Bruder und seine Mutter sind gekommen, es gibt ein großes Frühstück. Lorenz, Jan und Nele gehen mit Kat und Schlauchboot ins Revier.

Am Sonntag bleibt die Wetterlage angespannt. Mit Simone und Katharina habe ich zwei neue Schülerinnen, wir nehmen Uta noch mit an Bord. Wir übernehmen den Menhir von Andreas, der wegen des harten Windes pausiert. Ich führe die Großschot, um die Böen abzufedern. Nach ein paar Up und Downs, gehen wir auf Vorwindkurs, um danach in die Kreuz gehen zu können. Beide haben schon Vorkenntnisse, die wieder an die Oberfläche gebracht werden müssen. Nachmittags tauschen wir die Crews, bei mir sind Petra, Maren und Gabi. Wir haben gute Stimmung an Bord, machen gegen 14 Uhr eine kleine Pause. Die Schulklasse läuft ein. Der erste Eindruck: sie sind wesentlich ruhiger als die Waldorfschule davor, sind aber auch nur 24 Schüler. Die Jungs sind in unseren Zelten untergebracht, die Mädels schlafen im großen Raum. Der Busch vor der Tür wird zum Bikinibaum. Im Inneren zeigt sich weibliche Unordentlichkeit.

Maddel übernimmt den Unterricht, unterstützt von Stefan, Nele, Andreas, Julian, Michel, Manfred. Claus übernimmt Simone, Gabie und Uta. Mit Jona, Claas, Linn und Katie veranstalte ich eine Einweisung zur Ausbildung. Es zeigt sich, alle können segeln, doch die genaue Performance der Manöver schultechnisch vormachen, fällt ihnen schwer, da sie ihre eigene, unbewusste Methode haben.

Am nächsten Morgen sitze ich mit Nele, Franziska und Jona im Motorboot. Katie und Linn übernehmen eine Crew von Mädels. Es hat wohl nachts Wanderungen gegeben. Weibliche Schülerinnen sind Richtung Jungszelte geschlichen, sind vom Lehrer, der in einem der Zelte schläft, abgefangen worden. Franzi segelt mit Jona Prüfungskurs auf der Möwe, sowie realistisches PüB. Abends gehen Laser und der Grüne auf Törn, während ich auf der Veranda im Tolino lese .... Christian ist mit einem Freund vor Ort, um das Nest für Cata zu bereiten – irgendwie ähnelt es dem Blesshuhn das unter Denk-Mal brütet :)

04.07. Sturmfahrt

Maddel und Julian haben schon abgelegt. Meine Crew - die netten Jungs von nebenan – wollen erst noch ihr Frühstück beenden. Bei heftigen Böen gehen wir in die Kreuz. Da sie kein Ölzeug tragen, sind sie schnell eingenässt. Zwei verziehen sich in die Kajüte, intonieren ein Titanic-Lied. Der motivierteste führt die Pinne. Nachmittags wandert die gesamte Truppe zur Steilküste. Ich segle mit Belinda, Laura und Franzi, ihnen übergebe ich auch die Großschot, damit sie das schnelle Fieren trainieren. In der Fahrrinnen üben wir Wenden auf dem Tonnenstrich. Wieder am Steg segeln sie einen ersten Schlag ohne mich. Eine Kuhwende wird als Steilkurve ausgeführt, sie legen an, der Po ist feucht, sie wollen aufhören für Heute.

Und – Nele ist angekommen, eine Freude sie nach so langer Zeit wieder zu sehen. Abends sitzen wir zusammen mit Julian, Franzi und Michel zum Essen bei mir oben. Am nächsten Tag hören wir die Brandung der nahenden Prüfung. Nele und Andreas legen einen anspruchsvollen Kurs aus. Sehr publikumsfreundlich schwoit eine Boje auf Höhe des Steges vor der Mole, die andere schaukelt auf Höhe der Optiinsel. Zu dritt begutachten wir – Andreas, Michel und ich – die Segelkünste. Nicht schlecht, was uns geboten wird, in der Wende killt das Großsegel zu sehr, der Menhir wird durch den Wind gestoßen. Die Halse ist verbesserungswürdig. Platzwechsel vor Segelwechsel, bis auf wenige Ausnahmen lassen wir sie wiederholen. Nach jeder Runde geben wir Ratschläge, achten darauf, dass sie auch umgesetzt werden: Gewichtsverteilung beim Anlegen, das Schiff parallel zum Steg auslaufen lassen – doch wir geben uns alle Mühe, ihnen gerecht zu werden. Drei Menhire – zwei Frauencrews und nur eine Mannschaft mit Jungs – jetzt machen sie auch schon beim Segeln Geschlechtertrennung :).

In der Theorie habe ich die Hälfte in der Nachprüfung. Es sind unsichere Begrifflichkeiten. Ich gehe mit den Einzelnen auf die Anfänge zurück, vereinfache … und will, dass sie zu denken anfangen. So muss ich leider Andreas abwehren, der mit Astrid auf Kurzbesuch kommt. Um 1700 Blitzstart zur Akustikerin, die neuen Hörgeräte anpassen, kleiner Einkauf und dann noch zwei Prüflinge. Nele schreibt die Scheine, endlich schöne Schrift. Gemeinsam mit der Crew von Gestern grillen wir in den Abend.

Am nächsten Morgen gegen 0500 walke ich um den Binnensee, treffe bei der Rückkehr schon auf die ersten Schüler, die sich auf ihre Abreise vorbereiten – sie spielen Boccia. An der Tafel ein Graffitigruß der Klasse oder zumindest der röhrenden Hirsche: Antifa sponsert Segelschule Bennewichs – da wird mir so richtig warm ums Herz.

02.07. Waldorfschule auf dem Wasser!

Mit den Wasserfahrrädern wird es leider nichts, deshalb gibt Dennis Martha und Finn die Kajaks. Mit Stanzerl, Julian, Henning und Dennis umrunden wir im Long-Boat die Graswarderspitze, um dort den Sonnenuntergang zu genießen. Am nächsten Morgen liegen einige Schüler in Schlafsäcken am Stegkopf, der für sie eine romantische Anziehungskraft besitzt. Der Theorievorlauf findet in zwei Gruppen statt. Maddel im Haus, ich im Optizelt. Es ist erfreulich kühl im Zelt … wir kommen am Nachmittag bis zur Halse. Neu in der Truppe: Ole vom Verein, der die Ausbildungsgrundlagen auf dem Menhir umsetzen soll. Abends ein zweites Sonnenuntergangsankern mit Imbiss und Doko.

Am Sonntag zeigt sich der Himmel wolkenlos, ohne Hut und Sonnenbrille läuft nix. Wir segeln ins Revier – treffen unterwegs auf Anja und Ralf. 9 Menhire kreuzen zwischen Dalben und Stationsboot, die sich durch eine pinkfarbene Flagge bemerkbar macht. Herrliche Bilder – eine Yacht, die am Dalben anlegen will, fragt ob sie stören, kommen aber selbst zu einer Antwort. Für die Ankerlieger ist die Ruhe dahin, Kommandos über Megaphon erfüllen zuweilen die Luft. Stanzerl führt mit mir das Gummiboot, sie möchte das Steuern üben. Als ich kurzfristig übernehme, bekomme ich gleich wieder Schimpfe, weil mein Fahrstil zu eng ist. Zwischendurch machen wir ein paar Aufnahmen von Stephan auf dem Laser. Gegen Mittag steigt Stanzerl auf das Long-Boat, um Dennis beim Ankerauf und Schleppen zu helfen. Probleme auf den Menhiren sind die nachlassende Konzentrationsfähigkeit junger Menschen in der Pupertät bei sportlichen Aktivitäten, die Koordination und Zusammenarbeit in der Crew erfordern. Dazu die Hitze. Hinter dem Haus sitzt nachmittags ein ganze Riege „Hitzefreier“.  Die anderen Menhir gehen noch einmal für kürzere Zeit in der Bucht auf Kurs. 

Am Montag nimmt der Wind zu – West- bis Südwestwind mit Böen versetzt. Wir erklären das Boje-über-Bord-Manöver. Auf drei Menhiren fahre ich vor und lasse nachfahren.  Zunächst bin ich bei Belinda und Laura an Bord, zwei Auffrischungsschülerinnen, die noch neu hinzugekommen sind, dann habe ich drei Jungs und zum Schluss vier Mädels, von denen aber nur zwei an die Pinne wollen. Es ist anstrengend, die freifahrenden Menhire haben Schwierigkeiten sich zu halten. Nachmittags – der Wind hat weiter zugenommen, gehe ich nur mit Sturmgroß raus, jedoch: in den starken Böen luvt das Boot auch mit killendem Großsegel an. Dabei führe ich die Großschot, um schnell genug fieren zu können. BüB ist so nicht möglich, also gehen wir zum An- und Ablegen über. Gegen 1530 Uhr bin auch ich durch mit der Schicht. Eine Mütze Schlaf, dann nehme ich meine Kopfhörer, setze mich an meine Bojen, bastle sie fertig für den Einsatz. Heute am Dienstag segeln wir mit nur drei Menhiren, geführt von Julian, Maddel und mir.

28.06. Böentag!

Möwen und Menhire schliddern durch die Bucht. Stefan fährt Sicherung. Zuweilen gibt es leichte Paukenschläge durch den Wind. Bei Martha und Finn segle ich noch einmal mit, sehe aber, dass sie schon ganz gut sind. Gegen Nachmittag verordnen wir eine Regatta auf Menhiren mit Sturmsegeln. Eine Stunde Einsegeln, dann Gegenwindstart zwischen den Flaggen am Stegkopf und auf der Optiinsel. Kleiner Anlieger zur Luvboje, dann langer Vorwind- bis Raumwindschlag nach Lee. Zurück wir gekreuzt, die ganze Runde 2 x. Es gibt drei Ausreißer, die ihre Position bis zum Ende halten können, einen Menhir, der nach einem verpatzten Start schnell aufholt, ein großes dichtes Mittelfeld und einen verschenkten Sieg, denn es gilt der Anleger am Steg ohne Fremdhilfe. Zum Schluss gibt es einen Zeitunterschied zwischen dem ersten und letzten Boot von 6 Minuten und 43 Sekunden. So nimmt der Tag seinen Lauf.

Um 17 Uhr bin ich mit Burghard verabredet – ich will Martha und Finn den Kat zeigen. Leider ist der Skipper nicht an Bord. Er hat mir zwar erlaubt, die Persenning zu öffnen und das Innere zu betreten, doch traue ich mich nicht so ganz. Stattdessen wiederholen wir die Bootskunde und Knoten auf dem Schiff, weil die beiden ja Morgen in der Ausbildung helfen sollen. Die reist jetzt gerade an, ich habe Dieter als Stallwache, damit alles seinen geregelten Gang geht. Nach kurzem Einkauf lasse ich mich am Binnensee nieder, um dem Konzert einer Sopranistin zu lauschen. Dort treffe ich auf Harald, einen ehemaligen Schüler, er mir einen Weißwein ausgibt. Gegen 21 Uhr bin ich zurück in der Segelschule. Dort empfängt mich Henning mit einem fertigen Steak. So gestärkt halte ich eine Ansprache an die 40 neuen Schüler. Dennis schenkt mir einen fürchterlichen Gartenzwerg, den ich auf die Optiinsel verbannt sehen will. Auf der Veranda lassen wir den Tag ausklingen, Ekkehard, der Lehrer gesellt sich dazu.

Am nchsten Morgen: die erste Probleme. Es sind wohl Lebensmittel verschwunden oder Verpackungen geöffnet worden. Ekkehard möchte es klären. Ich rufe bei der Polizei an, ob dies in letzter Zeit vorgekommen wäre. Nein, meinte der Beamte: das wäre wohl ein internes Problem. Er kenne es von seinen Kollegen, wenn er zur Nachtwache kommt, dann fehlt im Kühlschrank immer etwas. Der Klabautermann, um den es sich zweifelsfrei handelt, hat es vor allem auf Butter abgesehen. Der Freitag – ausreichend Schiffsführer. 10 Menhire und die Pyrmontgruppe mit Lasern, Optis und Möwen gehen auf das Wasser. Kurzfristig sind so 80 Leute unterwegs. Gegen 14 Uhr sollen wir die Barrakuda in den Yachthafen verholen. Um 16 Uhr dürfen Martha und Finn mit den neuen Tretbooten von Oleu fahren, das haben wir Gestern bei einem kurzen Eisstopp an der Seebrücke noch mit Ollie besprechen können…….

27.06. Badetag!

Bein langsam zunehmenden Böen starten sechs Laser, die dankenswerterweise von Michel betreut werden, viele Möwen und drei Menhire. Am Stegkopf Kentertraining mit Goldbaum. Bei der Hitze ein großer Spaß – einziges Handicap: Quallen, die vereinzelt gesichtet werden. Die Kajütjollen üben das An- und Ablegen an der Optiinsel. Die Laser kentern absichtlich, anders ist die Häufigkeit nicht zu erklären, mit der sie ihr Segel auf das Wasser legen. Zu viert will eine Crew mit dem Kenterschiff segeln. Andere bauen auf....

Über Mittag schnell Einkauf mit Dieter: Klopapier, Kaffee etc. müssen dringend her. Dann geht der Jollenzirkus weiter. Die Steuerschüssel im Einsatz: eine Möwe kommt gegen den Westwind nicht zurück, ein 470iger in erfahrener Hand badet im Fahrwasser, ein Laser kentert durch, ein anderer verliert seinen Mast. Alle segeln sie bewusst mit Krängung, suchen die Grenze. Nur wenige erkennen, das waagerecht schnell ist. Konfusion am Steg: Martha und Finn rüsten auf Sturmsegel um. Finn ruft: „Da sind ja keine Stagreiter dran!“ Kann auch nicht, denn es handelt sich um ein Großsegel :-)
Beim Setzen der dann geholten Sturmfock, läuft das Fall unter den Wanten längs .... endlich sind sie startklar, da vollführt Martha einen Anschlag auf meinen Steg: nach einer 360° Pirouette landet sie am Kopf des Steges. Den anfänglichen Frontalangriff konnte ich noch abmildern. Ich musste sie überreden, doch noch mal an die Pinne zu gehen. Beim Anlegen sind oft mehr Leute im Wasser als auf den Schiffen. Keine Blessuren, keine Materialschäden größerer Art – der Tag ist gut verlaufen.

Ich habe auch endlich die Kuhhalse verstanden: geht die Wende nicht, wird die große Halse gefahren mit maximalem Raumgewinn nach Lee. Am Ende heißt es Segel trocknen, rollen, Neos aufräumen, wobei mir einige mehr oder wenig verständnisvoll helfen. Die Hitze steht im Büro, nach kurzem Mailcheck verziehe ich mich in den Strandkorb. Mit der Kamera stehe ich später am Stegkopf, um das Auslaufen der Mittwochsregatta zu beobachten. Bei dem starken Wind gibt es leider keine Spinnakerbilder.

Später sehe ich zwei große Motorboote einlaufen, mache mich auf den Weg, sie im Fischereihafen anzuschauen. Wen treffe ich da? Burghard mit seiner Barrakuda II. Er hat Maschinenprobleme, über Bollo versuche ich jemanden zu finden, der ihm helfen kann. Er erzählt von seinen Südseeabenteuern in bildgewaltiger Sprache ... Ich will ihn Heute Abend mit Martha und Finn besuchen. Dabei muss ich bedenken, dass Heute 42 Schüler aus Stuttgart anreisen, ich will ja auch noch zum Konzert, irgendwie muss ich das regeln. Den Film, den ich mir anstelle, schaffe ich immerhin bis zur Hälfte ....

26.06. Bad Pyrmont

Die Segel-AG trifft ein. Andreas, Stephan, Henning, Dennis, Maddel, Manfred, Dieter übernehmen die Neueinsteiger; Merle, Jannis und Michel helfen mir beim Start der Möwengruppe. Der Start nach Osten klappt mit Paddelunterstützung nicht auf Anhieb, leichter ist es doch, die Jollen per pedes hinauszuziehen. Den Luvanleger setzen sie auch nur teilweise um, sie sollten das Schwert in Bojennähe in der Grund fallen lassen. Das Schiff bleibt dann stehen, sie haben genügend Zeit den Palstek an der Boje zu machen. Ein Schüler – reich an Widerworten – will das Ruderblatt nicht absenken – er hätte sonst kein Rudergefühl. An Bord dieser Möwe gab es ja wohl auch zwischenmenschliche Kommunikationsprobleme. Maddel betreut meine beiden Kinder aus Jordanien – Clara und Finn. Abends im Freisitz gibt es eine Dokorunde mit Henning, Dennis und Jean. Vorher gibt es Salat und indianische Steaks. Ich bin so müde, dass ich froh darum bin meinen Dokostaffelstab an Jannis weitergeben zu können.

Mit acht Menhiren geht es am Dienstag Richtung Orth auf Fehmarn. Maddel hat keine Lust auf Motorboot. Wir einigen uns, dass wir uns abwechseln. Deshalb übernehme ich die Gummiwurst für die Hinfahrt. Ausgerüstet mit Kopfhörer und Musik, meiner Pfeife und Tolino hinter der Spritzschutzscheibe wir es ganz kurzweilig, zumal die Umgebung checke, Durchsagen mache und einige Fotos schieße. Gegen 12 Uhr sind wir an der Mole von Orth. Die Segel-AG hat eine Drohne dabei, doch hier merkt man wie sensibel die Menschen geworden sind. Hafenmeister und Yachtbesitzer beschweren sich sofort beim Start. Die Gruppe spendiert eine Runde Pommes.

Der Aufbruch: Maddel hat noch immer keine Lust auf Motorboot, Dennis keine Lust auf Long-Boat. Also tauschen wir. Dennis schleppt fünf Menhire, bei mir hängen drei. Wir schleppen Richtung Lemkenhafen, damit sie für den Rückweg einen Anlieger haben. Gert mit seinen Begleitern ist während des gesamten Törns dabei. Zwischendurch gibt es eine Fastflaute, doch nur vor drei Uhr legt Maddel mit seiner Crew an und geht zu Anlegemanövern über, weil ja noch Zeit ist. Ich habe mich schon mit dem Long-Boat in vorrauseilender Strategie südlich der Osttonnen positioniert, um meinen Roman „Mörder essen keine Matjes“ weiterlesen zu können. Dann muss ich als erster am Steg sein, um die provisorisch reparierte Stelle dort zu schützen. Wir dirigieren die Luvanleger. Ohne Lücken bitte, bündig aufschliessen. Es ist immer noch Zeit, die ich doch bitte mit Knotenkunde überbrücken soll. Ich zeige den Wasserknoten, den doppelten und laufenden Palstek, den Bootmannsmaatenknoten,die englische Trompete, den Diamantknoten und wie fraumann einen Knoten machen kann, ohne die Tampen los zu lassen.

Danach – es ist sehr heiß – geht es los: Telefonate abhören, zurückrufen, Mails verschicken .... Henning und Dennis verabschieden sich. Jan kommt auf Kurzbesuch, um mit Jannis zu segeln. Gegen 20 Uhr setze ich mich zu Clara, Finn und Kaya, zeige meine Iranbilder und spielen das Länderspiel. Dann weiß ich noch, ich habe einen Film angefangen, nebenbei noch Mails beantwortet und Essen gemacht, das Heute noch unberührt im Rührgrill liegt. Einfach: davongeschlafen :)

24.06. Kaiserwetter

Gegen 5 Uhr breche ich zum Walk auf: Sonnenaufgang! Die Prüfung für Nina und Oliver kann ich noch auf 12 Uhr verlegen, dann sind die anderen Boote am Steg und stören nicht. Die anderen Schüler gehen mit Maddel, Dieter, Stephan, Andreas und Julian an den Start. Für den Prüfer wird eine besegelte Melonengaleere kreiert. Nachmittags kommt Ole vom Verein, er will eventuell helfen. Er segelt mit Lukas und Jonas. Ich mache nach der erfolgreichen Prüfung eine kleine Pause. Wieder am Steg steht Dieter dort allein: alle Menhire suchen das Weite, der Ostwind, der Sonnenschein – der einigen schon zu viel wird – und der gute Wind locken sie in die Ferne. Dennis geht zu Angelina, Waltraud und Renate, die nur einen Tag mitsegeln möchte. Dan starten die Privatboote: Stanzerl, Peter, Lothar, Maren und Bollo, Bernd und Julian auf Laser sowie Merle und Michel auf 470iger. Gegen 1530 Uhr legt endlich der Menhir mit Ole an: eine Stunden arbeite ich mit ihm, weise ihn in unsere Ausbildungsmethode ein. Eine kleine Eispause an der Seebrücke, dann sitze ich mit Stanzerl im Freisitz. Henning läuft ein, müde von der Arbeit und hungrig.

Wir beschließen, etwas vom Chinesen kommen zu lassen, nehmen vorher Kontakt mit dem Long-Boat auf, denn Dennis ist mit Angelina, Peter und Lothar auf diesem Boot gen Orth gesegelt. Sie melden sich von der Osttonne. Nach dem Essen checke ich noch die Mails. Peter will noch sein Schiff taufen, es trägt den Namen seines Vaters. Er würedigt ihn und Lothar, der ihn zum Segeln gebracht hat, mir fällt die Ehre zu als Ersatzpromi, den Sekt auf das Schiff zu verbringen. Zu diesem edlen Zwecke habe ich mir noch schnell ein Taufkleid übergeworfen. Gerd, der Leiter der neuen Gruppe stellt sich ein, wir beschnacken den nächsten Tag, dann ruft die Koje. Um 4 Uhr am nächsten Morgen beginne ich wieder meinen Walk ....

23.06. Sonniges Wochenende!

Der neue Grundscheinbogen hat sich bewährt. Es gibt nur eine Nachprüfung ... die Gruppe von van Huong überreicht mir bei der Abfahrt eine Ginflasche Mare .... Abends spielen wir im Freisitz mit vier neuen Stühlen Doko. Es wird sehr lustig, allein Kreuzfehl nicht zu bedienen ist die Krankheit des Abends, die auch mich nicht ausnimmt. Ungerechterweise bekomme ich zwei totsichere Bubensoli auf die Hand. Dann taucht Dennis auf, der Abend verlängert sich.

Am nächsten Morgen verlasse ich etwas bemüht das Bett – jedoch mit einer Idee im Kopf. Meine Schüler wollen den Törn nach Fehmarn, ein Fall für das Long-Boat unter Kapitän HD. Nachdem der Besanbaum im Laserregal ans Tageslicht gekommen ist – Tipp von Stephan – kann es los gehen. So kann ich mich dem Büro, dem Akustiker und andere Dingen widmen, während Maddel noch mit Heikos Hilfe das Optizelt aufbaut.

Am Samstag übernimmt Maddel die Anfänger, während ich mich um die Prüflinge sowie um Susanne und Ilona bekümmere, die ihr drittes, bzw. viertes WE absolvieren. Es ist ein buntes Gemisch an Neuen. Zwei Schüler, die schon zweimal verschoben wurden, können endlich einsteigen. Eine Familie mit zwei Kindern geht mit Maddel segeln. Julian betreut Vater und Sohn, sowie Waltraud und Angelina. Dazu kommt noch eine einzelne Person. Dennis kümmert sich mit Lothar um den Steg – ein Pfahl hat sich verabschiedet. Der Bohrwurm hat wieder zugeschlagen. Am Horizont zieht das Problem auf, tritt endlich zutage: wir brauchen wieder viele Eisenpfähle, um den Steg dauerhaft zu sichern, neben der Arbeitsorganisation wird das auch ein tiefes finanzielles Loch reißen. Um so mehr ist es wichtig, daß der Laden läuft – ich arbeite an der Anmeldegesamtübersicht.

Am Morgen bin ich das erste Mal wieder die große Runde um den Binnensee gewalkt mit sechs Übungsstationen. Allerdings bin ich aus Versehen schon um 0330 Uhr gestartet – es war ja noch dunkel. Auf dem Gehweg watschelt doch entspannt ein Schwan mit zwei Jungen. Ich mache ein Bogen um sie herum. Zurück kann ich im Büro weiter aufarbeiten, betreue dann Nina und Oliver, gehe zu meinen beiden Damen an Bord ... Nun starten auch die Privatiers: Stanzerl mit Springbok, Lothar mit seiner H-Jolle, Peter mit seinem noch zu taufende Boot sowie Maren und Bollo mit ihrem „Onkel Dieter“. Am späten Nachmittag noch eine Runde Motorboot: Kompaß erklären ... Fototermin mit Stanzerl an der Optiinsel, wir wollen ein Foto von uns mit der Iranflagge verschicken, wir gedenken ob der lieben Menschen in dem Land, die austragen müssen, was die Mächtigen da verzapfen. Abends wird lecker gegrillt. Dennis hat toll Spieße gezaubert, der Rest der Crew schnippelt Salate, während ich meine sprechenden Plüschtiere wieder zum Leben erwecke .... Schließlich beenden wir den Abend mit einem Spaziergang zur Seebrücke.

Am Sonntagmorgen walke ich erst gegen 5 Uhr los, treffe wieder auf den Schwan mit seinen Jungen, passiere diesmal nahebei, was mit einem kleinen Fauchen quittiert wird, während die Jungen Gras fressen. Ostwind steht an .... die Prüfung habe ich nun auf 12 Uhr verlegen können, dann sind die andren hoffentlich am Steg und irritieren meine Prüflinge nicht. Denn diese üben Heute das An- und Ablegen, müssen aber die provisorisch reparierte Stelle aussparen, wodurch sich den Anlegeplatz merklich verkleinert. Es wird spannend ….

19.06. Sturm zu Flaute!

Am Samstag hängt das Gewitter direkt über uns, dennoch versuchen wir den Segelstart. Da bricht der Donner direkt über uns. In vollem Ölzeug geht es zurück ins Haus, wo ich mit Knotenkunde  und –spielen versuche, die Schüler bei Laune zu halten. Gegen 11 Uhr sind sie erschöpft. Wir treffen uns um 13 Uhr, das Gewitter scheint abgezogen, doch heftige Böen ziehen noch über das Wasser. Maddel hat in seiner OSG-Gruppe ein paar hartnäckige Lasersegler, sie wollen unbedingt. Schließlich sind es drei Boote, die mühsam um Haltung kämpfend in der Bucht turnen, zuweilen kentern, leider auch ins Fahrwasser gelangen und durch mangelnde Beherrschung ihres Gefährts die Schifffahrt irritieren. Maddel ist mit dem schnellen Schlauchboot überfordert, es bräuchte für jeden Laser ein Betreuungsboot. Die Menhire gehen zunächst unter Sturmgroß aufs Wasser, es helfen das Janquadrat, Stephan und Dieter…Der Wind nimmt leicht ab, die Fock kann gesetzt werden. Bei mir an Bord: vier Lehrer aus Hamburg, die sich in ihrem Spiegelbild wiederfinden, denn nun  sind sie Schüler ... :)
Mit in der Truppe neben Schnupperleuten, OSG-lern auch zwei Studenten aus Darmstadt.

Am Samstag gegen 15 Uhr reist noch eine Kleingruppe von Personen an, die ihr freiwilliges soziales Jahr gemacht haben – es ist ihre Abschlussfahrt. Am Sonntag entspannt sich die Wetterlage, bei netter Brise laufen wir Richtung Osttonne aus, ein kleines Erlebnis im Sinne von Verkehr und Welle. Parallel endlich Springbok in seiner diesjährigen Jungfernfahrt. Von des OSGlern sind nur zwei verblieben, die sich Lasertechnisch von Maddel versorgen lassen. Meine Lehrercrew ist lernmüde, nur Anja will noch halsen am liebsten auch das BüB üben. So klingt der Tag aus, den Konstanze und ich im Tamatsu bei Entensalat und Poké geniessen. 

Am Montag erscheinen noch zwei Grundscheinschüler, ein IT-ler und eine Buchhändler. Sie kommen in die Crew von Oliver und Ina. Bei leichten und drehenden Winden versuche ich, die ersten Schritte zu vermitteln. Hilfreich bei drehenden Winden, ein längere Strecke auf Vorwindkurs, um Dreher zu erkennen und auszugleichen. Abends fährt Jan netterweise noch mit mit den FSJlern Richtung Dalben baden.

Am Dienstag aus dieser Gruppe zur Grundscheinprüfung an. Sie müssen sich entscheiden: Spaß für nix oder Spaß am Lernen. Sie wollen: also nicht mit der Gruppe auf Sightseeingtour Richtung Fehmarnsundbrücke  sondern Dreieckskurs in der Bucht, zusammen mit meinen beiden anderen Grundschülern und den zwei Darmstädter Studenten, die am Sonntag ihre Prüfung machen wollen. Der Südoster zeigt sich zickig in Richtung und Stärke, egal, die Eckpunkte müssen abgefahren werden, die Kommandos müssen kommen, sie strukturieren die Manöver, wie ich immer wieder merke. Nachmittags Theorie, der große See, Ausweichregeln und vier weitere Knoten, dann Praxis bei leicht auffrischendem Ostwind. Ein Anleger landet am Heck eines unschuldig dort liegenden Menhirs, die Ruderanlage bedankt sich. Kontrollverlust, denn mit einer leichten Kursänderung hätte dies verhindert werden können.

Abends sitzen wir am Lagerfeuer, spielen das Hutspiel, auf dessen Lösung wir erst nach langer Zeit kommen, simpel, wird aber nicht verraten. Heiko kommt zu Besuch, mit ihm Dieter und Theo – ein ehemaliger Prüfer sitzen wir beim Klönschnack und leeren die kleine Ginflasche, die ich Heiko geschenkt habe. Heiko wird auch die Grundscheinprüfung abnehmen, die anderen Schüler machen sie mit, um zu sehen, wo sie stehen. Nur die SFJler gehen wieder auf Törn ... In der Zwischenzeit habe ich einen neuen Grundscheinfrageboten entwickelt, der gleich Premiere haben wird.

11.06. Nun ist die Ruhe zurück!

Unten schlafen nur noch Vater und Sohn sowie Folker, der noch Spuren beseitigt hat. Seine Orga haben der ganzen Veranstaltung den richtigen Fluss gegeben. Die Wetterbedingungen haben sich sehr wechselhaft gezeigt. Zickiger Wind aus Südwest mit ausgeprägtem Flachwasser geben schwierige Voraussetzungen für die Ausbildung. Dieter, Edu, Jörg, Folker, helfen die ersten beiden Tage.

Am Samstag kommen Ina, Julian, Bernd und Jan hinzu, damit sind wir gut aufgestellt, Folker kann Maddel bei den Fortgeschrittenen helfen. Tine und Henning stapellaufen ihr Faltboot. Nils ist mit Heike und Andreas auf Menhirtour – ironische Stimmen verlauten: er kenne nur einen Kurs – nach Fehmarn. Dennis sorgt für mein leibliches Wohl, hilft sonst auch Christian in der Gelbfieberrestaurierung. Immer wieder laufen Sendungen für ihn ein, am schönsten war der Text auf einer Rechnung: „manuelle Toilette mit Begrüßung- und Gutscheinkarte“. Mit seinem Vater spielen wir an dessen 70igsten Geburtstag eine Runde Doppelkopf, die dieser auch in einem fulminanten Endspurt – 5er-Bock – gewinnt. Steffi und Gert gehen mit zwei Menhiren auf Familientörn. Sie bringen Tjeld und Dennis mit, die hier ihren Grundschein machen möchten. Mit ihnen und Franzis, die Julian mitgebracht hat, habe ich eine gute Crew beisammen. Ebenfalls Grundscheinambitionen bei Kerstin und Oliver, die aus Süddeutschland in diese Gruppe heineinkommen.

Am Montag kommt Dieter mit zwei Neulingen zum Einsatz, mit an Bord Sven, der uns bei der großen Schulklasse helfen möchte. Am Montag ist viel Wind angesagt. Zusammen mit Jan treideln wir die Schiffe zum Schluss ziemlich zügig von der Luv- auf die Leeseite des Steges. Der Wind ist dann doch nicht so stark, der Wasserstand oberoptimal. Nina geht trotz Erkältung noch einmal auf das Schiff von Kerstin und Oliver, weil die Halse nicht so richtig klappt. Maddels Gruppe trainiert auf Möwe, Laser und einem 420iger in der Bucht ….

Die Anfänger wollen nachmittags noch einmal auf die offene See. Christian gibt den Vorsitz der Grundscheinprüfungskommission an Dennis ab, der damit vier Leute bindet. So kann ich ebenfalls einen der Menhire führen, die den Ostwind hinter dem Graswarder fühlen wollen. Mit ungezählten Wenden arbeiten wir uns an der Werft vorbei. Auf dem Vorschiff Begeisterung über das Fahrstuhlgefühl durch das Auf und Ab in den Wellen. Die Schüler sind von dem Wechsel beeindruckt, das ruhige Buchtwasser am Steg im Vergleich zur wellige Miene des Meeres an der Osttonne. Das extreme Schaukeln des Schiffes, wenn die Welle von der Seite kommt, das schwierige Steuern bei schräg von achtern auflaufender See. Zurück am Steg – ich brauche eine Mütze Schlaf – beginnt die große Abreise. Nur mit Mühe raffe ich mich auf, um mit Dennis in das Tamatsu einzukehren. Dort treffen wir noch kurz auf die Eltern von Christian – Harald und Helga. Während sich Dennis über seine asiatischen Rollmöpse hermacht, genieße ich ein Chicken-Poké mit einem Hawaiisalat, wie mir die Bedienung erklärt. Auf meine Frage hin, wo denn da Hawaii drin wäre, findet sie dann doch ein paar kleine Ananasstückchen. Zurück in der Schule gibt es noch eine kleines von Rum begleitetes Reflexionsgespräch, das ich für mich aber früh beende, denn ich habe am nächsten Morgen zwei Schüler für einen Crashkurs.

08.06. Die Ruhe ist vorbei!

Mittwoch Nacht reist bereits Folker an. Einem Menschen, der am Steg seine Angel ausgeworfen hat, erkläre ich, dies sei ein Privatgrundstück, er hätte zumindest fragen können. Seine Antwort: ich habe mich nicht getraut. Freundlich erlaube ich ihm weiter zu angeln. Doch er zieht bald vom Feld. Kommt aber am nächsten Tag mit einer Flasche Wein vorbei. Im Herbst will er mir eine Flasche Obstler aus dem Allgäu mitbringen. Er ist Rußlanddeutscher aus Nordsibirien, wo er unter Tage gearbeitet hat. Seine Aufgabe: die Anlage zu vermessen und mit den Oberflächenkoordinaten in Einklang zu bringen. Er spricht von 1000 Metern unter der Erde – ob das wohl Russengarn war? So gehen wir nett auseinander.
Nachmittags gibt es ein langes, heftiges Gewitter. Ich sorge mich um genügend Segellehrer, weil einige Helfer erst am Freitagabend anreisen werden. So sitze ich mit den Studenten am Grill: Cata und Christian stoßen dazu: wir machen eine Weinprobe. Am besten schneidet „Spur der Steine“ ab. Sehr mineralisch. Frauke aus Berlin mit Gefolge trudelt ein – schon geht das Gespräch Richtung Iran. Gegen Mitternacht ruft die Koje.

Der nächste Morgen: Es dauert bis die Studenten für den Unterricht bereit sind. Während Maddel sich um die Fortgeschrittenen bekümmert, habe ich mit Folker, Dieter, Manfred und einem Ersatzmann aus der Olifantencrew meine Schiffsführer zusammen – bei mir an Bord: Oliver, Kerstin und Cata. Nachmittags wagen wir einen Schlag zum Dalben – leichte, drehende Winde – wir trainieren die Wende und zum Schluss das An- und Ablegen. Meine BüB-Produktion hat ihr vorläufiges Ende gefunden – 15 Exemplare warten auf den Einsatz. Zwischendurch habe ich ein Segelkorrekturblatt für Grundscheinheft des VDS entwickelt und in 100 Hefte versenkt, die ich zuvor auch noch gestempelt habe. Nun gibt es gleich Spargelsalat mit Schnitzel und eine Doppelkopfrunde auf die ich mich freue.

02.06. Eine Prüfung der besonderen Art!

Das an einem idealen Tag – Windstärke 3, Sonnenschein und Ostwind. Springbock, Paul, Peter und ein Menhir mit Nils, Angelina und Waltraud laufen aus, während meine Crew für ihren Auftritt trainiert, da flattert schon mal das Nervenkostüm. Gegen 13 Uhr taucht Richard auf, er soll die Prüfungen für den DMYV abnehmen; kurz darauf: Herr Budahn, er soll die Prüfungen für den DSV abnehmen. Zwei Verbände, die ihre Teilprüfungen nicht gegenseitig anerkennen. Doch in trauter Zweisamkeit meistern sie die Situation. Ich stehe mit Bangen am Steg, da einige Manöver sehr frei interpretiert werden. Doch endlich bleibt der Daumen oben, es wird gesungen, gelacht und geherzt. Ein Brotboot mit Käseaufbauten und Wurstmast zeugt von Fantasie. Die Wurst hat es in sich – eine Spezialität aus der Heimat – noch warm von der Schlachtung wird der Darm gefüllt, im Inhalt sind auch die besseren Teile des Schweines. Es wird gleich probiert, dann sitzen wir zum netten Klönschnack auf der Lästerbank. Sie wollen mir noch Stolz ihre Blessuren zeigen, dann warten sie auf die Rückkehr von Angelina, die mit großen Augen von ihrem Törn Richtung Flügge mit Waltraud und Nils erzählt. Peter erhält noch ein Bild für seinen Zirkuswagen, Paul nimmt die Eingangstür in Augenschein. Dann leert sich die Segelschule, Stanzerl macht mit mir noch einen Ausflug an die Seebrücke – sie ist vom Segeln müde, ich von der Prüfung ....

Am Montag herrscht Ruhe. Maddel nicht da, Bollo zu Besuch, mit Dieter einkaufen, Schnack mit Matthias und Angelina mit Kuchen. Am Dienstag noch entspannter, sogar der Wind schläft fast ein, dennoch sehe ich Manfred, Clubmitglied auf der Suche nach Mitseglern, glücklich kann ich ihn zwei Männer verkuppeln, die ein Boot leihen wollen. Mareike und Stefan verweigern ob des mageren Windangebotes. Matthias stellt einen Schaukasten wieder auf. Daniela beginnt mit dem Aufschönen der Innenräume.

02.06. Er ist gekommen!!

Jahrelang haben wir auf diesen Moment gewartet: Hanno mit seinem Seenotretter läuft ein. Ich nichtsahnend stehe im Unterrichtsraum, da kommt er mit seinem Maschinisten rein. Die Überraschung ist groß. Hanno hat vorher versucht, mich telefonisch zu erreichen, doch zuviel ist los, meine Prüflinge brauchen noch Seelsorge. Böiger Südwester, im Stegnahbereich Karusselwind. Heaven will seine Schüler durch die Grundscheinprüfung bringen. Die Scheine liegen glücklicherweise schon fertig auf meinem Tisch.

Doch erst einmal steigen wir mit Dieter, Stanzerl und Stefan über die Reeling des Rettungskreuzers. Im großen Steuerstand gibt es vier Sitze, in denen man sich festgurten kann, unzählige Anzeigegeräte, Webcams für bestimmte Bordbereiche, Feuerlöschüberwachsungsmonitor, Internet – eine beeindruckende Ansammlung, deren Sinn Leben retten soll. Die Steuerung erfolgt über unsagbar kleine Joysticks oder Hebel, die wir uns wie ein Ruderblatt vorstellen müssen, meint Hanno. Ich bin sehr stolz auf ihn, obwohl ich dazu nix getan hab, als kleiner Bub bei uns hat er mit dem Segeln richtig angefangen, war dann einige Jahre verschollen, da er auf großer Fahrt war, hat sich dann wieder in die Schule eingebracht, hier seine Frau kennen gelernt, hat Haus, zwei Kinder und einen tollen Beruf. Auf meine Bitte hin, dürfen wir auch noch einmal in den Maschinenraum, dessen Sauberkeit uns beeindruckt, aber nach Meinung des Maschinisten müsse nach einem Werftaufenthalt noch viel getan werden, um seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Der Sinn dabei, Veränderungen sofort zu erkennen, auch bei schweren Wetterbedingungen. Die „Ostseerundfahrt“ – Originalton Hanno – hätten sie gewonnen, weil sie eine Sattelitenanbindung bekommen, die es erlaubt, dass Meldungen direkt an sie weitergeleitet werden. Vorher wurden sie aufgeschrieben und weitergeleitet, Zeitverzug, Verwechslungen inklusive…….

Wieder am Steg muss ich mich um Ommo und Ralf kümmern, die ihre praktische Prüfung ablegen wollen – durch den Fahrstand des Rettungskreuzers habe ich sie schon beobachten können. Hanno kommt mit, weil er noch Heaven begrüßen will, eine Ikone unserer Segelschule. Also Ablegen – nicht gerade die Poolposition – die zweite Reihe. Außerdem verändere ich den eingeübten Kurs: sie sollen nur Ablegen, Halsen und BüB segeln, dann zurück … Es dauert, der Prüfungsdruck ist da, nicht alles läuft rund. An- und Ablegen werden wiederholt. Parallel segelt Thomas H. mit unserer Schnupperschülerin, bekommt nachmittags noch Zuwachs durch eine zweite. Max segelt mit seiner Freundin, ein Verleih geht raus, Lothar prämiert sein Schiff mit einem ersten Törn. Ronny segelt mit Maddel hinaus, Heaven will nach der erfolgreichen Prüfung noch mit Dirk und der Grundscheincrew einen Ausflug zum Gradwarder starten. Endlich hat sich die Sonne durchgesetzt: Bernd, Stephan und Stanzerl  geben sich ein Laserglitschkonzert. Schöne Bilder, die ich durch meine Kamera versuche, einzufangen.

Der eigentlich stille Held des Tage aber ist Nils. Als die Sonne endlich schien, hat er sich unter das Long-Boat gelegt, geschliffen, gestrichen, während die Anderen weiße Striche durch das Blau des Wassers zogen. Vorher sitze ich noch mit meinen Prüflingen für Morgen zusammen, die natürlich sichtlich nervös sind. Bei der Motorbootübung gibt es nach BüB vier wichtige Dinge: Leerlauf, Heck weg, Ausguck und Rettungsmittel bereit halten. B. hat aus den Rettungsmitteln  Lebensmittel gemacht :). S. kümmert sich liebevoll um den Verleih – ein Herr mit einem kleinen Kind – damit sie sicher an den Steg kommen und in den steggerechten Ruhezustand versetzt werden können. Welch ein schöner praller Tag – wir danken!

31.05. Himmelfahrt

Am Donnerstag gehen wir – Stanzerl, Dieter, Daniela und Mann sowie meine Segelschüler in den Salzspeicher. Uns bedient Angelina, die zuvor einen Schnupperkurs bei uns gemacht hat. Am Abend zuvor, ich wollte eigentlich gerade die Federn aufsuchen, taucht Dennis auf, es wird spät .... Nach unserem lustigen Mahl kehren wir zur Segelschule zurück. Ronny, Heaven mit Freunden, Thomas H. mit Sohn und desser Freundin sind an unsere Gestade gespühlt. Sie kommen wieder. Lothar will sein Schiff, dass er seit einer Woche wässert, auf Dichtigkeit prüfen; Peter will seine neue Jolle zum ersten Mal segeln. Stefan R. hat sich sehr kurzfristig zur See-Prüfung gemeldet. Noch am Abend bringen wir seinen Antrag auf den Weg.

Mareike kommt am Freitag einer Freundin, die bei uns schon die ersten Segeleinheiten gehabt hat, nun will sie weitermachen. Nils, Heike und zwei weitere Freunde gehen auf Fehmarntour. Stefan münzt den Menhir zum Fischkutter um, mit zwei Freunden will er angeln gehen. Am Freitag Morgen – ich walke wieder die kurze Runde – finden wir nicht abgewaschenes Geschirr in der Küche. Alles Leute, die die Segelschule schon lange kennen, ich muss es zur Sprache bringen. Meine Schüler müssen sich mit leichten Winden auseinandersetzen. Die Verwirrung ist teilweise groß, in der Kuhwende wid die Halse gefahren ... nach dem BüB stehen sie im Wind und wissen nicht weiter. Ich versuche zu helfen, gebe den Rat, nachmittags zu viert zu segeln, damit das Ganze auch von außen betrachtet werden kann. Wir beenden den Nachmittag mit Kaffee und Kuchen. Auch die beiden Menhire, die den Fehmarntörn gewagt haben, kommen guten Mutes wieder an den Steg.

Stanzerl hat sich zwischendurch auf den Weg gemacht, um die Spätheimkehrer mit einem Bier zu versorgen. Heaven schenkt mir ein Porträt meiner selbst – in „Öl und Essig“!. Steht jetzt im Unterrichtsraum. So gibt es ein buntes Treiben an diesem Abend: Heavens Crew genießt Fisch, den einer der ihren auf einem Hochseeangelkutter gefangen hat; Mareike und Stefan essen belegte Toastbrote aus ihren rot bis rosa Brotkisten; Nils und seine Mannschaft schnippelt, Thomas H. und Co ebenfalls, Stanzerl bereitet Fenchelgemüse vor; in meinem Rührgrill gart Gemüse, Maddel zündet unten den Grill an – es wird große Mengen an Allem geben. So ist wieder jede Menge Leben in der Segelschule.

29.05. Ahoi und Arbeit!

Elf Schüler stehen am Wochenende bereit. Mit Dieter und Maddel. Drei Damen von Well-Sailing wollen nun doch den Sportboot Binnen machen. Bei mir eine Vierergruppe, die die ganze Woche bleiben und am folgenden Sonntag die Prüfung ablegen möchte. Dabei großes Chaos, denn drei werden die Prüfung über den Deutschen Motoryachtverband und eine Person über den Deutschen Seglerverband ablegen – Inhalt der gleiche, Zusammenarbeit aber nicht möglich. Vier Schnupperer vervollständigen das Bild am Samstag, Es wird bei ständig drehenden und böigen Winden eine anspruchsvolle Arbeit. Fazit: Am Sonntag sind alle erschöpft aber nicht hoffnungslos.

Am Montag entspannt sich die Wetterlage: mein Quartett segelt unter Maddels Regie, da ich auf den Rohrdienst warte. An einigen Stellen sind die Rohre bis 60 % dicht. Nach erster Bestandsaufnahme rücken sie mit schwerem Gerät an. Nach fünf Stunden sind die Ablagerungen beseitigt. Eine Schülerin kommentiert die Regie unter Maddel: „Die Pillen, die der nimmt, hätte ich auch gerne!“ „Da muss man/frau ja Vergnügungssteuer zahlen!“

Am Dienstag verfestige ich die Fähigkeit der Schüler, wir trainieren bestimmte Kurse – das Zusammenspiel von Pinne, Schot und Gewichtsverlagerung. Das Ganze bei relativ stetigem Nordwest, Sonne und schöner Brise. Der Mittwoch gehört dem BüB und der Motorenausbildung. Maddel bekümmert die Gleitjollen. Thorsten legt eine Solotour mit dem Menhir hin. Der Wind flaut ab – ein warmes Licht senkt sich über den Steg.

25.05. Prüfungen und Besucher!

Die Grundscheine sind fast fertig gestellt. Letzte Passbilder werden eingeöst und gestempelt. In meinem Büro wird noch eine schulische Geographiearbeit geschrieben, während Helga schon die Theoriearbeit der Segler überwacht. Herr Rüter übernimmt die Praxisprüfung. Ablandige, um bis zu 70° drehende Winde bilden anspruchsvolle Voraussetzungen. Von Südwest auf Südost springender Wind vor allem im Stegbereich zerren an den Nerven. Bin ich Gestern doch noch mit allen Kandidaten gesegelt, um sie einzustellen, so fallen folgende Dinge doch auf. Bis auf einige Ausnahmen sind die Kommandos, die ja Struktur in die Abläufe bringen soll, unterbewertet. Oft stimmen sie mit den daran anschließenden Handlungen nicht überein. In der Theorie beantworten fast alle das Ablegen richtig, in der Praxis wird die Pinne oft in die falsche Richtung gelegt, das killende Großsegel angezogen, das Umgucken vergessen, das Gewicht im Boot falsch verlagert. Im Kurs auf die erste Boje werden die Segel zu dicht gefahren, bei den Halsen das Stützruder vergessen. In der Kreuz steht die Fock zu lange back – das Alles kann den schwierigen Umständen geschuldet werden, doch beim Anlegen, das von den meisten durch paralleles Auslaufen am Steg gut zu Ende gebracht wird, kommt es zu einem brutalen Ramming des Steges, der mit einer 6 auf der Richterskala reagiert. In Momenten der Verwirrung stur auf das Hindernis zuhalten, nagt am Nervenkostüm des Segellehrers – Durchstarten ist angesagt – zuviel,  wenn der Prüfling im Zirkus der drehenden Wind nur noch eines will: anlegen! Durch leichtes Anluven wäre der Aufprall zu vermeiden gewesen. Abfallen ist die schlechtere Version, denn die extrem luvgierigen Menhire reagieren nur, wenn das Großsegel total gefiert ist und Luvkrängung hinzukommt. Fazit: die Schüler haben eine gute Leistung gezeigt, denn was soll ich nach vier Tagen Übung erwarten? Doch einen Schein wollen viele. Ach, gebe es doch mehr Zeit für die Ausbildung!

Natürlich mache ich mir viele Gedanken über Verbesserung auf unserer Seite: Streßsituationen bewirken nun einmal Verkrampfung, Verharren, obwohl in den meisten Fällen ein „Alles-los-lassen“ besser wäre. Die Wichtigkeit von Kommandos als Strukturmaßnahme für die Manöver ist mir wieder bewusst geworden. So versuche ich auch die Kommunikation an Bord zu fördern, indem der Vorschoter aufgrund seiner Beobachtung auf Am-Wind-Kursen den Rudergänger mit Anluven und Abfallen korrigiert, damit die Begrifflichkeiten umgesetzt werden, die Aufmerksamkeit erhöht und das Crewgefühl verstärkt wird ...

Also gibt es auch nach 49 Jahren Ausbildung immer noch viel zu tun. Auch in der Theorie taucht wieder die Meinung auf, die Wende sei eine Drehung mit dem Heck durch den Wind, was wir ja auch nicht leugnen können. Fast alle wollen beim Ruderlegen in der Wende auch sofort Gewicht verlagern und nicht warten, bis die Krängung nachlässt. Beim Ablegen werden fast alle Kästchen richtig angekreuzt, dieses Wissen aber nicht in die Praxis umgesetzt. Die meisten Minuspunkte werden beim See-Bild produziert, sie stranden hier an den Unsicherheiten in der Begrifflichkeit. Eine Person schafft es, konsequent spiegelbildlich zu arbeiten: Wende, Halse, Anluven und Abfallen sowie die Segelstellung um 180° verdreht. Helga wird es mit ihnen aufarbeiten.

Mittags haben Florian und Axel See-Prüfung bei Axel. Laura besucht mich, sie ist in Heiligenhafen mit einer Freundin verabredet. Am Nachmittag verbringe ich Zeit mit der Restaurierung von BüB-Bojen. Neue Flaggen von Sri Lanka, Iran und New York kommen zum Einsatz. Mit Stanzerl, Christian und Bernd gehe ich ins Restaurant Backbord. Es ist Zeit, denke ich mir, meine Einstellung zum Fisch zu überprüfen, deshalb bestelle ich mir ein Scholle. Na ja, es reicht wieder für einige Jahre. Während die anderen in die Bretterbude weiterziehen, kehre ich in die Segelschule zurück. Peter und Lothar sind mit ihren Schiffen eingetroffen. Rolf, ein Schüler für den SBI trifft ein, Hobbit stellt sich mit Familie vor, sie haben noch Freunde mitgebracht – so füllt sich die Segelschule langsam weiter. Am nächsten Morgen habe ich 11 neue Schüler. Mit Dieter und Maddel gehen wir mit drei Menhiren bei frischen, böigen Winden auf Törn……

23.05. Schulklasse!

Seit Sonntag weilt die Schulklasse von Helga bei uns. Die Schüler sind recht verträglich, viele sind in Zelten untergebracht. Zum Glück unterstützen uns Henning, Dennis, Dieter und Manfred am Anfang. Die Schwachwindlage bietet einen relativ stressfreien Einstieg. Einige der Teilnehmer sind schon zum zweiten Mal hier – da gibt es teilweise noch Grundlagen, auf die wir aufbauen können.

Am Dienstag sind auch einige für das Kentertraining bereit. Möwe 4 nimmt dabei zuviel Wasser und muss ausgetauscht werden. Ein Lob an die Schüler, auspützen, Zeitaufwand – sie nehmen alles gelassen hin. Am Mittwoch geht dann tatsächlich vormittags eine Möwe mit Sturmgroß und drei Personen auf Törn. Ziemlich harte Böen stehen sie gut durch. Einige Menhire legen es darauf an, das Schwert zu zeigen. Nachmittags kommen noch zwei weitere Möwen hinzu. Obwohl es ständig regnet, ist die Stimmung relativ gut. Der Steg ist durch den Möwenschiss arg glatt, zeitweilig stehe ich mit Helga mit Schrubber bewaffnet, um die Planken zu säubern. Gegen Abend kommt die Sonne wieder leicht durch.

Am Donnerstag kommt die Fehmarnfrage auf, doch eine zu befürchtende Winddrehung auf Südwest lässt uns davon Abstand nehmen. Dreizehn Schüler wollen sich der Grundscheinprüfung stellen, mit ihnen werde ich heute Morgen segeln, während Maddel das übrige Feld absichert. Es ist sehr schön, mit Helga zu arbeiten, kennen wir uns und sie die Segelschule doch schon seit den 70iger Jahren.

19.05. Seegras, Rippchen und Segelspaß!

Dichter Nebel klammert sich bei Ostwind an die Wasseroberfläche. Unter den Bäumen hat es geregnet, die Nebeltropfen sind von den Blättern abgelaufen. Leon, der einzige Wochenendgast, wird in die Gemeinschaft integriert. Nach kurzer Theorieeinweisung soll er mit Dieter ablegen. Ein letzter Paulaner, der dort Kontakt mit Schiff und Revier bekommen soll, zieht sich vorzeitig mit Rücken aus der Affäre. Gefrustet gesellt sich Björn zum Seegrasanalyseteam, greift zur Schubkarre und verstärkt den Westwall. Dennis ist der Initiator, hoch schwingt er die Forke, Karre um Karre füllt sich mit dem langen Seegras – Perückenrohstoff!

Strategiewechsel unter Matthias und Marina: drei Anhänger finden den Weg nach Johannistal, eine vierte Ladung steht für Montag bereit. Auch Henning und Nils können sich dem Aufforderungsdruck nicht entziehen, als auch Stanze noch eingreift, hat das Seegras kaum noch eine Chance. Die Sonne kommt durch, erlöst uns aus der grauen Umklammerung. Mareike und Stefan – unsere Jollenreederei – bringt ihre drei Schiffe auf das Gelände, riggen auf. Dann beginnt der Jollenzirkus – Stanzerl und Stefan fegen bei Ostwind der Werft entgegen. Björn, Nils und Henning – drei Musketiere auf Menhir legen ab. Holger, der uns bei der Ausbildung wieder helfen will, setzt mit einem Freund ebenfalls Segel, wobei sie zuvor auch kräftig zur Forke gegriffen haben.

Eine neue Flagge für den Steg. Nach mühsamer Beösung flattert sie auffordernd im Wind – mir kommt das Symbol vor wie zwei Damenschuhe. Dennis mariniert die Rippchen für den Smoker, Nils schnippelt Gemüse, kreiert nebenbei Mojo, die gute spanische Knoblauchsauce. Leon segelt mit Dieter. Fine und Tochter kommen zu Besuch. Holger und Freund sprechen vor: sie möchten ihren Katamaran bei uns unterbringen. Vor Boje ist eine Chance. So bekommt der Tag einen krönenden Abschluss an gemeinsamer Tafel. Linie und Marillenschnaps sorgen für die Verdauung. Endlich kommt das Städtespiel zur Geltung, habe ich doch Dennis versprochen, es vorher nicht zu benutzen. So wird es aus der jungfräulichen Verpackung befreit. Zehn Sekunden bleiben Dir, um die Informationen zu einer Stadt aufzunehmen, dann wird gewürfelt und Du musst einer der acht Fragen beantworten. „Hatte der Mann einen Hut auf?“ bis zu unaussprechlichen Namen von Museen reicht das Spektrum. Leon – unser Jungstar – wird Sieger. Ein voller, runder Tag ¦-)

18.05. Eine ruhige Woche!

Am Montag und Dienstag sind Tine, Henning und Mati noch zu Besuch, so sind die Dokoabende gesichert. Einige Möwen werden umgedreht, damit Maddel sie aufriggen und wässern kann. Mittwoch fahre ich mit Henning nach Hamburg. Stanze hat am Donnerstag Geburtstag. Entspannt besuchen wir vormittags die Sole-Therme: einige Schwimmzüge, dann in der Sole treiben lassen und Tiefschlaf im Kaminzimmer. Gegenüber der Elphi gönnen wir uns ein lecker Essen, bevor wir uns der Kunst hingeben: Laura Aikin singt frühe Lieder von Alban Berg, nach der Pause ertönt die 2. Sinfonie von Anton Bruckner. Wir sitzen unten, können die Künstler gut in Augenschein nehmen: die einzelnen Sätze steigern sich zum Höhepunkt, danach setzt Stille ein, bevor zarte Töne neu einsetzen. Mich beeindruckt auch der körperliche Einsatz der Streicher, die sich mit dem ganzen Körper einsetzen. Im Nachklang ein wunderschöner Tag …..

Wieder in Heiligenhafen gilt es das Wochenende vorzubereiten. Der FC St. Pauli kommt mit historisch niedriger Teilnehmerzahl, bei meinen Schnupperleuten gibt es einige Absagen, so bleibt abzuwarten, was sich ergibt, wenn der zähe Nebel endlich weicht. Dennis zaubert ein sehr schmackhafte Spargelcremesuppe. Leon, ein junger Mann, der von einer anderen Schülerin empfohlen wurde, baut sein Zelt auf. Björn schaut rein. Stanzerl hat ein Käppi von Dennis bekommen – mit selbstgestickter Krone. Am Sonntag reist die Schulklasse von Helga an ……

17.05. Ein schönes Wochenende!

Die Bootseinteilung beschert mir die Venus und vier Damen, Dieter, Maddel und Henning besetzen die anderen drei Menhire. Bei idealen Wetterbedingungen können wir in bester Stimmung die Grundlagen in den Schülern verankern. Einen trifft es beim Anlegen, er fällt ins Wasser – eine der ungezählten Stegtaufen. Abends  - zur Zeit gibt es immer Spargel – finden sich Hannes, sein Cousin Leimes, Henning und Stanzerl zum Doko ein. Es wird ein lustiger Abend.

Der nächste Tag bringt unruhiges Wetter, wir verteilen die Teilnehmer neu. Nur unter Groß bringe ich Ruhe in meine Damenfrauschaft. Henning kümmert sich um Laura und Cornelius, die ihr stürmisches und fast verschneites WE nachholen. Zunächst segelt Jan, der seine Prüfung ablegen will mit ihnen. Später übernimmt Dieter das Schiff. Seine Crew hat die Segel gestrichen, zwei waren wegen Krankheit nicht erschienen, so dass nur ein Paar bei ihm an Bord war. Doch mit den Worten: „Segeln ist nichts für mich“ ging sie von Bord. Neue Aufgabe für Dieter. Mit Hannes als Vorschoter trainieren sie die Manöver. Als Axel erscheint, habe ich meine Crew soweit, dass sie selbstständig segeln können. Denn für die Prüfernachbetreuung gibt es den Zaubertrank im Senioreneck. Als der Nachschub versiegt,  muss ich der Phantasie freien Lauf lassen. Rabarbarsirup  als Grundlage, verfeinert mit einem Schuss Pernod, aufgefüllt mit Fanta und gekrönt mit Marillenschnaps steht die neue Kreation vor mir. Stanzerl schmückt sie mit einer Gurke und Radieschen und die Prüfer werden danach sicher nach Hause verfrachtet.
Nach dem ganzen Trubel – zwischendurch verabschiede ich die einzelnen Crews – entführt mich Stanzerl zu einem Picknick in den Rapsfeldern – welch Farbenpracht und Ruhe.

Am nächsten Morgen kümmert sich Maddel um das ausgerauschte Großfall, jemand hat den Knoten am Schäkel gelöst, dabei nimmt das Boot ordentlich Wasser und muss mühsam gelenzt werden. Vater und Tochter kommen, um einen Menhir zu leihen. Später tauchen Kerschtin, Guido und Ida auf, die Eltern haben sich genau auf den Tag hier in der Segelschule kennen gelernt, das muss gebührend berücksichtigt werden. Nach einer kleinen Segeltour laden sie mich zu Kaffee und Kuchen ein, wir sitzen bei den letzten Sonnenstrahlen auf der Ostwiese. Zwischendurch ist Henning mit Mati eingetroffen, Tine kommt nach, wir werden grillen und Doko spielen.

09.05. Nachlese!

Mit Dieter in der Welle - der Hammer! Dieser Spruch bestätigt unsere Entscheidung, die Hälfte der Schüler mit Lehrer in die offene See zu schicken, während der Rest den Prüfungskurs in der Bucht einübt. Matthias fährt die Steuerschüssel zur Sicherung. Flachwasser und böiger Wind schaffen anspruchsvolle Voraussetzungen. 13 Personen stellen sich der Grundscheinprüfung, die sie gut bestehen - sie können auch stolz auf sich sein. In der Theorie gibt es vier Nachprüfungen, dabei muss ich einsehen, das auch das Heck bei der Wende irgendwie durch den Wind geht. So bleibt ein gutes Gefühl zurück - schwieriges Wetter, beste Stammcrew und soziale Kompetenz haben ein schönes Erlebnis ermöglicht.

17.04. Tonnendoko!

Nach Iran, Tennerifa und New York ein neuer Stern am Eventhimmel. Selbst drei bauchige Männer und eine schöne Frau bringen das Fass nicht zum Überlaufen. Das Wasser ist so warm, dass wir uns genötigt sehen zuweilen Kühlung zu erlangen, indem wir aufstehen.  Unser fürsorglicher Gastgeber umgibt uns mit Getränken, Snacks und einem Ablagetisch, dessen Installation wohl erst einige Stunden zurückliegt. Seine Höhe lässt uns die Hände in Betstellung aufliegen. Jean beginnt wieder mit ihrer Solokarriere…

Maddel flankt aber langfristig dazwischen. Es kostet dann auch ein Kartenspiel, denn einige verschwimmen im Hosenbereich. Immerhin steigen keine verräterischen Blasen auf, obwohl Jean sehr glucklich ist. Prusten, Kiechern und Lachen umwölbt die dampfende Oberfläche. In diese mischt sich der Qualm meiner Pfeife, die nur einige Zentimeter über dem Wasser schwebt. Der Alkohol wirkt verstärkt, so verlassen wir nach drei Stunden unsicheren Schrittes unsere warme Quelle, sicher, einen unvergesslichen Abend erlebt zu haben.

25.09. Ein schwieriges WE!

Am Freitag fallen die Böen ein, das Wasser wird aus der Bucht gedrückt. Antje und ein Überraschungsgast von Ostwind wollen ihre Prüfung ablegen. Aus Sicherheitsgründen findet der Ablauf direkt in Stegnähe statt. Nur unter Sturmgroß und Maddel als Sicherheitsoffizier an Bord. Es geht gerade noch gut. Abends kommt Henning mit zwei St. Paulanern. Danke für die Verpflegung – es ist wieder sehr lecker ....

Am nächsten Morgen ist das Wasser endgültig weg – unsere fünf hölzernen Achterpfähle liegen im Trockenen, zwischen den Fahrrinnen erhebt sich eine kleine Insel, die die Vogelwelt zum Dinner einlädt. Anna-Lena ist angekommen, der Stimme wieder mächtig, möchte sie segeln. Nachmittags wagen sie es: Henning und Björn übernehmen zwei Menhire unter Sturmgroß. Da kommt eine Böenfront, Henning hat es noch an den Steg geschafft, doch Björn muss da durch. Der erste große Herbststurm kündigt sich an, spricht für Montag von 11 Bft in Böen. Doch der Sonntag schaltet sich relativ entspannt dazwischen – unsere beiden Menhire können noch einen schönen Segelausflug genießen.

Dann gibt der Wetterbericht endlich eine kleine Entwarnung, nur noch Böen bis 8 Bft aus Nordwest. Glück gehabt, alle Schiffe sind noch heil am Steg, wenn ich auch eine Möwe verholen musste, die den Wind zu sehr von der Seite bekommen hat und ständig kentern wollte. Die Steuerschüssel liegt auch unglücklich in der Box, nimmt Kontakt zu den Nachbarbooten auf ... Ich komme mit Maddel überein, die Möwen herauszuholen.

Abends See-Unterricht mit dem alten Overheadprojektor. Damit lässt sich das Kursanlegen noch am besten für eine größere Gruppe vormachen. Die ersten Übungsstunden werden vereinbart ....

20.09. Saisonausklang!

Donnerstag schaut Dennis rein, eigentlich wollen wir Doppelkopf spielen, doch es fehlt die vierte Person. So schnacken wir bei Kümmelbrot + Co. über dies und jenes.

Am Freitag übernimmt Maddel meine beiden Schüler. Büroarbeit wartet auf mich. Abends kommen Stanzerl, Heike und Nils zu Besuch. Dieter übernimmt Jens, Arne und Mich in der Motorenausbildung, so kann ich mit Stanzerl das Rasenprojekt - Düngen, Säen und Bewässerung - übernehmen. Letzteres gelingt nur durch Jan, der als Ingenieur, die neuen Geräte zum Laufen bringt. Er bildet mit Jojo den Kern der KWA – der Katamaranwiederaufbereitungsanlage. Melissa und Laura fahren nach Lübeck,  bestehen dort die See-Theorie und bringen für Stanzerl lecker Marzipan mit. Mit ihr mache ich einen schönen Spaziergang zum Graswarder. Wir treffen auf eine Loriot-Denkmal und besteigen den Aussichtsturm der Nabu: eine ganz neue Perspektive erschließt sich uns. Auf dem Gelände steht inzwischen die Kote der Pfadfinder – Beate ist mit ihrer Schar eingetroffen. Thomas H. führt seinen Menhir aus. Maddel macht mit Stephan ein kleinen Laserausflug. Mit ein paar Fischern, die hirnlos ihr Netz von der Mole bis zum Stegkopf legen, wechsle ich einige wütende Worte – ihnen fehlt die geistige Kapazität, über den Tellerrand hinaus zu schauen, die Bedürfnisse anderer zu sehen ...

Heute kommt Jan von Fehmarn, um die praktischen Prüfungen ab zu nehmen. Eine dringende Nachricht wird mir übermittelt, die Gummiswurst im Dienste der KWA will nicht mehr – sie brauchen Schlepphilfe. Ich finde sie an einer Steuerbordtonne festgemacht! Später kontrolliert Bollo den Motor – er kann nix feststellen. In der kommenden Woche segeln Janina und Jörg noch halbtags.

Am Dienstag spielen wir mit Jean, Andrea, Matthias und Maddel eine nette Runde Doko. Jan, Jojo und Gefolge sind noch einmal zurück gekommen, um ihren Kat zu segeln. Am Mittwoch habe ich noch zehn Leute im Seekurs. Der Fischer hat übrigens sein Netz wieder weg genommen und grüßend das Feld geräumt. Derweil wird der Rasen gesprengt – ein Anliegen von Stanzerl. 

Jetzt am Donnerstag hat Jörg sein BüB wiederholt, Dieter mit Antje und Hans dasselbe eingeübt. Ein Verleih hat Schwierigkeiten bei kräftigen Böen aus Südwest wieder in Stegnähe zu kommen. Ich segle mit Janina und Jörg dort hin und steige über. Nur unter Groß kann ich den Menhir zurückbringen – Böen mit Drehern um 20° stellt für Anfänger eine zu große Schwierigkeit dar. Während ich diese Zeilen schreibe, tönt im Hintergrund der Rasenmäher unter Hardy’s Führung ... Sonst ist es ruhig – der Wasserstand soll Morgen um einen Meter fallen – ein schwieriges Wochenende erwartet uns ….

14.09. Wochenstart!

Harter Südwester fegt die Bucht leer, drehender mit starken Böen durchsetzter Wind erschwert die Ausbildung. Meine beiden neuen Schüler – Jörg und Janina – müssen da durch. Maddel arbeitet an den Möwen und Menhiren. Besorgnis erregen die vielen Wanten, die ihren Geist aufgeben. So sollen nun bei den Kajütjollen 4mm-Wanten neu angebracht werden. Meine Crew wird auf einen ersten Törn ohne Lehrer geschickt. Doch kaum aus der Abdeckung heraus, schlagen die Böen zu – da ist schon mal das Schwert zu sehen. Schnell ins Motorboot, den Menhir zum Steg lotsen ... wir brechen die Ausbildung ab.
Abends schauen zwei Leute mit ihrer H-Jolle herein, sie wollen eine Nacht am Steg liegen und zelten. Sie haben die dänische Südsee mit ihrer Jolle besegelt.

Am Mittwoch entspannt sich die Lage etwas. Malina kommt mit an Bord, wir segeln zum Dalben. Alles läuft gut, bis plötzlich eine Front mit Regenschauern über uns hinweg zieht, den größten Teil des Rückweges führe ich die Pinne. Ziemlich durchfeuchtet erreichen wir den Steg. Nachmittags – der Wasserstand hat sich erholt – segeln wir in der Bucht An- und Ableger. Beim Segel setzen wird der Kopf unten angebracht, erst bei den letzten Stagreitern fällt es auf! Zum Schluss können sie ohne Lehrer auf Kurs gehen. Abends trudeln Melissa und Laura ein, sie wollen am Samstag und Sonntag ihre Prüfung ablegen. Um 19 Uhr startet mein Informationsabend – 17 Leute sitzen im Raum – der Kurs beginnt am nächsten Mittwoch.

 

10.09. Fehmarntour – Prüfung und ruhiges WE!

Noch unsicher, ob der Wind ausreichend ist, starten wir mit vier Menhiren, Long-Boat und Schlauchboot Richtung Osttonne. Der Wind stabilisiert sich. Unter dem strahlenden Blau des Himmels ziehen die roten Menhirleiber durch die leicht gewellte Ostsee, erhalten auf der Höhe der Brücke eine kleine Winddüse, die uns an die Westmole von Orth trägt. Bei mir an Bord: Sebastian. Er steuert zuweilen – so kann ich mich den Fotos widmen. Bilderbuchwetter – vor meinem Inneren sehe ich ideale Reklamebilder entstehen. Nach einer sehr schönen Rücktour will ich erwartungsvoll die Bilder sehen, muss aber feststellen: keine Speicherkarte im Gerät (hat auch keinen internen Speicher) ...

Dafür gibt es am Donnerstag beim Kentertraining und Buchtsegeln rund 800 Bilder, von denen ich einige auswähle. Der Freitag beginnt mit Nieselregen – glücklicherweise kommen wir auf die Idee, die Gruppe mit Surfbrettern paddeln zu lassen. Nachmittags nehme ich bei Jasper, Tobias und Philipp die Grundscheinprüfung ab. Abends kommen Stanzerl un Henning.

Der Samstag zeigt sich garstig, der Südwester drängt das Wasser aus der Bucht. Mit Minimalschwert rutschen Christoph, Uwe und Jens, Arne über Grund, trainieren das BüB. Gut, dass keine Gleiter vom OSG aufgetaucht sind, wir hätten sie nicht segeln lassen können. Abends zaubert Henning eine leckere Pilzpfanne. Maddel baut mit Henning das Optizelt ab, das Schlauchboot hängt wie zum Ausbluten an der Birke. Das Saisonende naht. Stanzerl und ich verbringen einige Zeit mit der Vorbereitung unserer Iranreise.

Auf meinem Morgenwalk treffe ich im Hafen auf eine Gruppe von Traditionsseglern, imposant: die Germania VI.

05.09. Nette Hamburger und Wochenstart

Dieter, Maddel und ich weisen die Neulinge ein. Bei mir an Bord: ein IT-ler, eine Architektin und ein Jurist für Seerecht. Ideale Wetterbedingungen verwandeln die Arbeit in ein gemütliches Segeln. Im Umfeld Heiko, der seinen Zugvogel als schönen Bildpunkt ins Wasser zeichnet. Stanzerl ist zunächst im Kajak, später auf Springbok unterwegs. Swantje und Hobbit bringen ihr Neugeborenes zur Aalkate, Moritz mit an Bord. Abends Klönschnack bei Grappa und Rum. Am Sonntag frischt der Wind etwas auf, steigert sich nachmittags zu einem tollen Segeltag, den wir bis zur Osttonne ausdehen. Bei Welle üben wir die Halse ein, während Springbok und Flutschfinger ihre Bahnen ziehen.

Am Montag kommt Martin mit seinem Jugendtreff aus Erlangen und zwei Grundscheinler, zeitweise eingesprenkelt: Malena, die ihre Kenntnisse auffrischen will. Der kräftige Ostwind legt sich am Dienstag, drei Möwen kämpfen sich vom Steg frei. Sie wollten nicht rauspaddeln sondern einen Boxenstart hinlegen. Zurücktreiben und Verstrickungen in der Vorleinen der anderen Schiffe die Folge. Am Nachmittag segeln fast alle schon selbstständig, während Dieter den Gründlern die Halse und BüB zeigt. Nach der Ausbildung begleitet Maddel den Martin, der sich auf dem Laser versucht.

31.08. Prüfung

Jetzt ist die Prüfung zu Ende gegangen. Bilderbuchwetter. Der anfänglich noch starke Nordwester hat sich abgeschwächt. 17 Schüler haben sich vor Ullis und Heikos Augen der Segelprüfung gestellt. Eine Person ist leider wegen BüB durchgefallen. In der Theorie und auf dem Motorboot ging alles klar. Eine liebevolle Schnittchenpräsentation rundete das Bild ab. Gestern noch Fastflaute, obwohl der Wetterbericht mit Böen bis 7 Bft drohte. Diese kamen aber nur ganz kurz gegen 16 Uhr, um dann in einem unendlichen Pladderregen zu weichen. Zeit genug, um einige Laser wie die Fliegen fallen zu sehen.

Im Rückblick eine durchwachsene Woche, die durchaus ihre lichten Momente mit strahlendem Himmel und frischen Winden hatte. Die Gleiter wurden bei Maddel von Hobbit und Bernd unterstützt. Folker wollte lieber bei seiner Gruppe bleiben, wurde dann aber Opfer einer Erkältung. So haben Ina, Julian und ich die Schüler übernommen. Doch Folker wirkte durch die Gruppe hindurch: Orga hat seinen Sinn – die Ordnung war schon eine ganz andere als bei der Gruppe zuvor. Unsere Neuzugänge sind von Ina und Julian gut vorbereitet worden: eine Mutter aus Landshut mit ihrer Tochter, ein Herr, der schon in England einen Grundkurs gemacht, nach seiner Meinung hebt sich die Ausbildung hier deutlich positiv ab; ein junges Pärchen, das wohl von Thomas Weskampf empfohlen wurde, und zwei Dresdner für einen Auffrischungskurs. Sie alle durchlaufen das Kentertraining. Mir fällt die Theorie morgens, mittags und abends zu. Doch nach der Segelphysik haben die Binnler keine Fragen mehr.

Am Dienstag sitzen wir noch mit Jean, Andrea und Daniel beim Doppelkopf im Freisitz ... In der praktischen Ausbildung fällt mir auf, dass die Halsen nicht rund laufen – doch mit der Übung wird es besser. Die Bescheinigungen werden vorbereitet: Nicht alle wollten eine haben, doch nur einigen aushändigen geht nicht, so suche ich für die Leute, die sich nicht fotografieren lassen wollten, Bilder vom Mann mit Südwester, um ein wenig Humor in die Sache zu bringen. Auch unsere Französin bekommt ihren Nachweis in ihrer Sprache – dank Google. So geht der Tag zu Ende.Heiko, der schon Gestern angelandet ist, übernimmt die Grundscheinprüfungen. Im Abendlicht bildet er ein schönes Abschlussbild für diesen Tag.

25.08. Osnabrück und Illmenau!

Der Südwester ist zurück. Ich mache morgens, nachmittags und gegen 16 Uhr Theorieeinheiten. Dieter führt unsere Bayerncrew in die Motorpraxis ein, die ansonsten von Nele geführt wird, Volker hilft im Hintergrund. Folker führt mit Julian und Bernd die Grundausbildung.

Am Dienstag hilft mir Jojo bei der Airbuscrew – sechs Meister an Bord des Long-Boats – wenig Wind aber schöner Sonnenuntergang. Wir erreichen die Osttonne, allerdings ist das Bier schon leer, zu gering habe ich den Verbrauch kalkuliert und der Rest Portwein wird auch noch mit Rasmus geteilt. Mein Bootsmann – Jojo – bewährt sich hervorragend. Ich verteile Ferngläser und eine Seekarte, um die Crew einzunorden. So legen wir nach etwas mehr als zwei Stunden am Steg an. Hier erwartet uns schon Michael, der Grillspieße und Minutensteaks neben drei Salaten und einem Kasten Budweiser serviert. Sherry, Schlangenschnaps und Botucal wird gereicht. Der Michael mischt diesen doch tatsächlich mit Cola .....

Am Mittwoch geht die Schülerschar baden, ich weise auf das Möwehandling hin, stelle den Zusammenrolltisch vor ... Abends kommt Dennis, er führt am Donnerstag das Long-Boat für die Fehmarntour, bei schwachem Wind hin und bei zurück im Schlepp. Abends Doko mit Andrea, Jean, Dennis und später Volker, der mich ablöst, weil die Müdigkeit sich breit macht. Insgesamt läuft diese Gruppe viel ordentlicher als die Woche zuvor, was bestimmt auch an Folkers Orga liegt. Im Hintergrund quetsche ich Dosen, komprimiere den Müll, hänge die Wäsche ab und räume den Waschmaschinenraum morgens leer, dann versorge ich die Klos mit Taps ... Zwischendurch immer wieder Anfragen für einzelne Kurse.  Zum Theorieunterricht erscheint auch Christopher, der Koch aus Weißenhaus, im Gepäck ein Kuchenblech, weil bei ihm Auszubildende eine Prüfung ablegen, deren Ergebenis wir uns munden lassen.

Am Freitag kommt auch Thomas H. mit seinem Sohn, sie wollen auf ihrem Menhir übernachten. Tagsüber ziehen Regenschauer durch das Revier. Maddel und Moritz sind mit ihren Leute auf Menhir uns Sturmsegel im Dalbenrevier, Böen bis 6 Bft. Dann plötzlich erscheint Julian bei mir, sie haben ein Handyanruf bekommen, sie wollen zur Unterstützung mit zwei Motorbooten rausfahren. Bange Zeit verstreicht, dann kommt die leichte Entwarnung: Wante gerissen, auch ein zweiter Menhir zeigt Auflösungserscheinungen im stehenden Gut. Besorgt resümieren Maddel und ich: die Riggs wurden alle nach dem Brand vor zehn Jahren neu gemacht - wir müssen sie alle neu checken. Auf der Terrasse planen wir den Iran, Stanzerl will mit mir dort im November hin, weil es im Frühjahr zu kalt ist. Dennis bucht dagegen schon unsere Flüge nach New York und hat eine schöne Unterkunft in Queens gefunden.

20.08. Studentenkurs

Lorenz und Jannis führen die Ausbildung in die Woche. Unterstützt von Nele, Laura, Jan werden die Schüler an das Segeln herangeführt. Dieter macht die Motorenausbildung. Am Freitag nimmt Volker die Prüfung bei einer Familiencrew ab: ein Junior- und drei Grundscheine sowie Teilnahmebestätigungen für zwei halbtägige Kinder.

Am Mittwoch kommt es noch einmal zu einer schönen Fehmarntour, begeistert kommen sie zurück. Die Segellehrerbesprechungen kommen gut an. Wir sind mit Hilfskräften gut bestückt – es gilt sie nur richtig zu führen. Probleme gibt es mit der Ordnung. Zuviele Dinge bleiben einfach liegen, zwingen Andere zu Aufräumarbeiten. Zweimal räume ich den Waschmaschinenraum rigoros leer. Die Wäscheständer werden ausgemustert, zu schnell ist der Raum vollgestellt, Übersicht nicht mehr möglich. Ich übe mich weiter im Wäsche aufhängen und abnehmen….Inzwischen hat sich herausgestellt, wer die schweren Eisenruderköpfe in den Conainer mit den gelben Säcken geworfen hat; und wer einen nassen Pulli über eine kalte Heizung in einem dunklen Raum wirft, wo weder Wind noch Sonne ihr Trockenwerk verrichten können.Nur zweimal in der Woche mache ich oben bei mir Theorie – Fragestunde/Begriffserklärungen und Zusammenhänge.  Abends sitzen wir mit Tine, Henning, Ronny und Stanzerl auf der Terrasse – eine anstrenged Diskussion über Privat- und Kassenpatienten läuft vom Stapel – ich nehme meine Hörhilfen ab!

Am Samstag fordert zickiger Südwest die Crews heraus. Als Schauspiel gibt es Scharen von Vögeln, die über dem Graswarder aufsteigen. Ich übernehme die Prüfungsvorbereitungen, korrigiere die Anleger ... es gibt ein Gewusel am Steg, da noch vier SBI-ler dazu gekommen sind. Nele ist mit einem Menhir unterwegs, auf dem ein Ehepaar einen eintägigen Auffrischungskurs machen will, sie äußern sich später sehr positiv über ihre Schiffsführung. Bei ihr mit an Bord – ein weiterer SBI-ler ... Dazu kommen einige Leihboote – so sind am Ende die Nerven der Prüflinge angespannt. Stanzeerl ist in Badelaune, hat sie schon am Vortag mit Tine zusammen die Wasseroberfläche bombardiert, so gibt sie Heute für Sabine und Lothar zunächst Einparkhilfe, bevor sie sich den Fluten hingibt.
Am Computer werden die Prüfungsbescheinigungen generiert, die Bootslisten vorbereitet. Abends gibt es heißen Stein mit Stanzerl, Moritz, Folker und Henning.

Am Sonntag hat sich die Windsituation etwas entspannt. Volker betreut den Übungskurs. Parallel laufen die Vorbereitungen für den Crewwechsel – die Schlafräume müssen vorbereitet werden. Mein Stanzerl läuft zur Höchstform auf, Daniela muss schnell arbeiten, Sanitärräume checken und säubern – ihre Tochter hilft. Die Prüfung läuft gut und schnell: Herr Cox und Ulli sind bis 15 Uhr fast durch.  Abschied von den Studenten, während ich mit Dieter bei einem kleinen Zaubertrank sitze. Dann treffen die Osnabrücker und Illmenauer ein – um 19 Uhr führen wir eine Hausbesprechung durch. Folker hat die Orga übernommen: zwei Wochen warten auf uns – die Jugend ist weg, jetzt haben die Alten wieder das Ruder in der Hand.

13.08. Wochenende

Das Wasser ist zurück, aber heftige Winde sind angesagt, deshalb versuchen wir die Anfänger optimal zu versorgen. Auf einen Schiffsführer kommen zwei Schüler. Jojo und Maddel betreuen 10 OSG-ler. Der Vormittag ist noch segelbar. Doch dann sollen Böen bis 8 Bft kommen, deshalb macht Jannis Gruppe Theorie, während drei Laser bald ihre Grenzen erfahren. Dafür zeigen sich tolle Wolkengebirge am Himmel. Unsere Spezialschülerin – Anita – kommt erst gegen Mittag. Wir beschließen, erst am nächsten Tag mit ihr zu segeln. Stattdessen besuchen wir mit ihr und Alf die Steilküste.

Am Sonntag hat sich das Wetter beruhigt: ich weise Anita ein, versuche in der Theorie Vorhandenes frei zu spülen. Mit Louisa geht sie an Bord, Stanzerl mit dabei. Schnell zeigt sich, sie kann Kurs halten und die Schräglage mit der Großschot im Griff halten. Louisa ist schon souverän, legt bei dieser Gelegenheit auch ihre Prüfung für den Grundschein ab. Laura ist zu Besuch, mit Ihr, Anita, Alf + Stanzerl machen wir ein gemeinsames Abendessen auf der Veranda. Unsere Studenten kommen gut vorwärts und wollen schon am Montag das Kentertraining auf der Möwe machen. Heike hat sich kurzfristig entschlossen, noch eine Woche zu bleiben und den Binnen-Schein zu bestehen. Mit in der Gruppe auch Lea, die schon einmal bei uns war.
Am Montag wandern dann fünf Leute zum Arzt, um ihre Atteste zu bekommen. So werden am nächsten Sonntag 14 Leute in die Prüfung gehen.

11.08. Die Woche!

  • Wo liegt der Koppelort – Der Schüler macht sich auf die Suche nach einer Ortschaft.
  • Warum ist die Besteckversetzung immer negativ – weil der Bindestrich negativ interpretiert wird ¦)

Drei Leute möchten plötzlich die See-Theorie in Lübeck ablegen. Nach einer kleinen Einführung in die Navigation lernen sie selbstständig. Der PA zeigt sich erstaunlich entspannt, nimmt die Kandidaten noch auf, obwohl die Papiere noch nicht vollständig sind. Maddel repariert bei großer Hitze Gleiter, laminiert unter der Maske im Inneren eines 470igers. Derweil führe ich meinen Komprimierungstanz im Container der gelben Säcke auf. Um der allgemeinen Unordnung Herr zu werden, räume ich den Waschmaschinenraum frei von privaten Dingen, nehme trockene Wäsche ab, stopfe Altkleider in Säcke … Am Dienstag  Abend noch einmal eine schöne Runde Doppelkopf  mit Anja, Ralf, Sören und Heaven.

Mittwoch -  leichte südliche Wind sind angesagt – noch einmal die Chance für einen Fehmarntörn. Es wird dann doch ein Anlieger bei Nordwest. Unter der Führung von Nils und Heaven: das Long-Boat – die Großschotführung hakt noch.

Am Donnerstag entscheiden wir, die praktischen Prüfungen vor zu verlegen, denn für den Freitag ist böser Wind angesagt. Stefan übernimmt die Rolle des Prüfers. Schon am Abend macht sich der Menhir von Thomas H. samt Grundbefestigung auf die Reise. Es ist dann nicht der Wind, der das Segeln vereitelt, es ist das fehlende Wasser, in kürzester Zeit fallen die Schiffe trocken, stehen die Schwäne im Wasser. Der Abend wird dann noch sehr schön, das warme Abendlicht zaubert wunderschöne Bilde in das spiegelglatte Wasser. Für das Wochenende sind viele Leute angesagt: zehn neue Jollenschüler und 12 OSGler.

07.08. Badespaß und Gleiterwind!

Katze, ME, Laura und Stefan samt Kinder zu Besuch. Es wird ein großer Badespaß, bei dem es heißt: Hai Konstanze, hat sie doch von mir eine aufschnallbare Haifischflosse geschenkt bekommen. Hase ist auf ihrer Jolle mit Elisabeth unterwegs. Sie möchte in Zukunft individuelle Segelstunden geben. Sie will Anfänger und Fortgeschrittene ansprechen, dabei selbst mobil sein, um von verschiedenen Standorten aus zu operieren. Meine neue Crew: eine WE-Schülerin, ein Schnupperer und zwei SBI-ler. Später besuchen wir das Kiter-Fest an der Seebrücke.

Am Sonntag kommen Dennis und Philip vom Wacken-Fest zurück, auch Haeven läuft ein. Das Wochenende genießen die Segellehrer samt Anhang beim Gleitersegeln. Meine Schüler trainieren das An- und Ablegen, dann gehen wir auf zwei Menhiren Richtung Dalben. Dort treffen wir auf den Grünen im Schlepp der Gummiwurst. Die Rudersicherung hat sich verbogen und dann die obere Aufhängung. Jan und sein Co-Pilot sind aber sichtlich bemüht der Schäden Herr zu werden. Der Sonntag hat endlich Wind gebracht, schon an der Seebrücke haben die Wellen die Badeplattform überspült.

Der Montag kommt wieder ruhiger daher. In der Jollengruppe tummeln sich 15 Leute, bei den Optis unter der Leitung von Laura – der erste selbstständige Kurs – sind es 6 Kinder und zu meiner ganz persönlichen Freude kommt Roland zum Einsatz. Merle kümmert sich noch einmal liebevoll um Lena und ihre Freundin, endlich wird die Mittelmeerjolle bewegt. Ein lustiger Doppelkopfabend auf der Terrasse beendet den Tag ….

04.08. Das zweite Piratencamp 2018!

Unser Nils hat sein Camp wie schon in der Woche zuvor Thomas H. mit Bravour geleitet. Badetemperaturen, leichte Winde erleichtern der Crew die Arbeit, wenn auch die Küche Unmengen an Wasserflaschen organisieren muss. Es ist gut, dass die Kinder soviel trinken. Eine große Hilfe: Elisabeth regelt den Einkauf. Für einige Tage kommt uns auch Solveigh besuchen. Andreas aus Lübeck zaubert gelassen das Essen in der Küche – Caro und Saza stehen beratend und eingreifend zur Seite. Mit den Externen befinden sich rund 45 Schüler in der Ausbildung: sechs Gleiter von Maddel und Jojo geführt, zwölf Optimisten mit Merle und Laura, der Rest: Junioren und Grundscheinler unter den Fittichen von Lorenz und Jannis. Claus und Manfred unterstützen in den ersten beiden Tagen, über die Woche zusätzlich Ole und Michel. Auch Melissa und Luise beteiligen sich in der Ausbildung und ambesonders am Piratencamp.

Am Mittwoch entscheide ich an der Seebrücke bei leichter Brandung und Wind aus Nordwest: Fehmarntörn ist möglich! Elf Menhire stehen gestiefelt und gespornt am Steg – ein schönes Bild. Der Olifant begleitet die Flotte. Mir bleibt die Filmarbeit. Hast sich doch das Schnittgerät verabschiedet. Eine Neuinstallation führt zum Verlust der Sonderfunktionen. Auch hier helfen die Leute aus Kiel, übersenden mir einen Freischaltcode für das DVD-Brennen. Das Filmen übernimmt Finn, ein Ablatus von Nils. Er bemüht sich, generiert vor allem viel Material – über 1000 Szenen darf ich schneiden. Fast 40 Minuten bringt das Werk auf den Schirm, denn zum Kürzen bin ich nicht mehr gekommen. Da wird es wohl noch eine Menge Nacharbeit geben. Finn hat sich als Kameramann ganz gut entwickelt.

Donnerstag Abend bringt mir Saza nach alter Tradition wieder seine Frikadellen, die meinen Magen bedenklich füllen. Über die Woche begleiten uns Cata und Christian, die sich inzwischen mit ihrem Gelbfieber sehr verbunden fühlen. Thomas H. segelt mit seiner Frau seinen eigenen Menhir, mit dem er zwei Wochen in Schweden gewesen ist. Steffen und Björn – Schüler aus den 80igern – kommen zu Besuch. Mein Schnittgerät berechnet über vier Stunden die DVD.

Freitag gibt es am Vormittag noch ein Kentertraining – dann kommt die große Prüfung. Mit L. habe ich die Führerscheine vorbereitet. Verwirrend nur, dass mein Unterschriftenstempel unter dem Passbild der Prüflinge erscheint. Tipp-Ex und Überkleben ist angesagt, Namensverwechslung und Fehlausstellungen kosten Zeit und Nerven. Stefan Roseland nimmt die Prüfungen ab, gegen 1630 Uhr können wir die Scheine übergeben. Nach dem glücklich fertig gestellten Piratenfilm, hebt wiederum ein Grillen an, Stanzerl läuft ein, begierig, die Gelbfieberstory zu hören. Der schönste Platz bei diesen Temperaturen ist die Terrasse der Wulf-Schanze, so ein leichter Wind weht.

Ole übernimmt für Samstag das freie Segeln und den Bootsverleih. Ich werde mit einigen Neuen die Ausbildung starten – Die Segellehrer- und Helfercrew wird wohl ausschlafen, jedenfalls treffe ich sie bei meinem Walk-Start auf Höhe der Autokrafthalle in bester Stimmung.

30.07. Ruhiges Wochenende und schönes Walken!

Am Samstag vertue ich mich, bin nicht um 0430 auf Tour sondern um 0330. Es ist noch dunkel, dafür sehe ich den roten Mond und erlebe den Sonnenaufgang nach meiner Rückkehr an der Schule. Der gute Tageswind wird von den Segellehrern und Stanzerl gut genutzt. Laser, 470iger und eine Möwengruppe tummeln sich auf dem Wasser. Hase läuft mir ihrer Jolle ein, baut sie im Laufe des Tages auf. Nacht feiert eine Gruppe bis in der frühen Morgen, da die Wasseroberfläche bei Flaute weit trägt, können wir ihre Stimmen bis zur Terrasse hören – ein ganzer Pulk sitzt später am Stegkopf.

Am Sonntag muss ich sie dann noch einmal wecken. Vom Walk zurück habe ich Stanzer rechtzeitig um 0600 wecken können, sie wollte in den Sonnenaufgang segeln, schmollt aber ob des Schwachwindes. Die letzten Vorbereitungen laufen: erwarten wir doch 27 Piratenkinder.
Andreas kommt aus Lübeck, organisiert die Küche, Elisabeth, Luise, Melissa und Marie helfen. Caro und Saza stehen beratend zur Seite. Die von mir sanft geweckten Segellehrer mit Anhang stehen tatsächlich auf, säubern ihr Schlachtfeld. Hase tauft ihr Schiff, mit dem sie eine mobile Segelschule betreiben möchte. Dann ist es schon soweit: vier Motorboote legen mit den Piraten in den Sonnenuntergang ab.

28.07. Besuch aus der Vergangenheit

Drei Kameraden aus meiner Bundeswehrzeit Anfang der 70er Jahre stehen mit ihren Frauen vor mir. Wir klönen ein wenig, dann ruft wieder die Arbeit: 35 Führerscheine und Sonderbelege müssen erstellt werden. Kleben, Ösen, Stempeln und Schreiben. Glücklicherweise hilft mir Birthe. Da sitze ich in voller Konzentration, um keine Fehler zu machen, taucht doch Paul auf, den ich vor 20 Jahren in Kenia kennengelernt habe, eine treue Seele, die jedes Jahr erscheint. Er merkt, dass ich wenig Zeit habe. Kunden, Segellehrer – viele strömen hoch, um etwas zu klären. So bin ich froh, dass alle Daten gesammelt, alle Bilder gedruckt sind. Abends sitzen wir mit Christel, Ralf und Anja auf der Terrasse zum Doppelkopf. Christel – büschen müde und nicht ganz bei der Sache – spielt uns unter den Tisch ....

Am Freitag kommt der richtige Wind: die Junioren, Optis und Grundscheinler machen bereits gegen 1030 Uhr ihre Praxis, damit meine Binnler nicht in das Gewusel kommen. Wir können Hardy als Prüfer gewinnen; Lorenz kümmert sich um meine Leute, damit ich den Film fertigstellen kann – es fehlen Segelaufnahmen – wieder ist es unsere Birthe, die hilft. Die Theorieprüfung findet oben bei mir im Büro statt. Meine Crew hat Schnittchen mit zwei kleine tollen Details gemacht: eine Paprikakrabbe und eine Bananendelfin. Überraschend kommen noch zwei Kandidaten der Ostwind-Schule hinzu. Nach bestandener Prüfung und kleinem Zaubertrank kommt um 16 Uhr die Scheinvergabe.

Stanzerl, Flo und Nils sind eingetroffen. Schon während der praktischen Prüfung veranstalten die Fortgeschrittenen und Segellehrer eine Laser-Show und ein Gleiterfest. Der Wind kommt aus Ost und baut sich zu einem satten Fünfer auf. Dann beginnt das große Grillen, gegen 20 Uhr läuft der Piratenfilm – dann muss ich in die Koje.

26.07. Zwei Flautentage!

300 Flaschen Wasser fallen der Hitze täglich zum Opfer. Jetzt heißt es wohlbehütet zu sein. Meine Truppe zieht an den Dalben. Ich bastle mir wieder einen Sonnenschirm. Beobachte die langsam dahinziehenden Menhire und Möwen. Letztere versuchen, ohne Ruder zu segeln, eigentlich möglich, doch ohne Wind? Ein 470iger mit schlaffem Spi gesellt sich zu uns. Nacheinander gehen Joshua, Anja und Marco über Bord, um sich von ihren Schiffen wieder einfangen zu lassen. Abends Theorie mit meinen Binnen-Leuten.
Die 25 Piraten haben das Feuerwerk genossen, ihre Abendfahrt auf den Motorbooten erlebt. Surfbrettziehen, Tauwerkziehen mit zwei Menhiren, Tauchen nach Schätzen, Piratenralley und ganz viel Badespiele bilden das Rahmenprogramm. Abends schneide ich die Filmaufnahmen zusammen. Die Gleiter versuchen sich auf Laser und auf 470iger.

Am Mittwoch großes Kentertraining. Die Optis gehen an den Dalben - den zwischendurch Lisa krönt –
Wir sichten einen großen Motorkatamaran, wollen eigentlich mit Crescent Ausbildung fahren,doch der Motor springt sehr schlecht an, geht bei Gaswechsel und Schalten grundsätzlich aus. Da muss unser Bollo wieder ran: die Vergasernadel ist gebrochen. Nachmittags kommt ein ganz leichter Wind auf. Die Schiffe tummeln sich in der Bucht. Anja zeigt der Freundin von Jannis das BüB auf der Möwe. Inzwischen hat Bollo den Motor repariert, unsere Prüflinge können wieder trainieren. Ich sitze am Filmschnitt, treffe mich abends mit den Segellehrern auf der Terrasse – Gedanken über die Ausbildung und das Team. Etwas früher als Gestern breche ich zum Walk auf, kann den Sonnenaufgang an der Seebrücke erleben. Stand-up-Paddler sind schon unterwegs – es ist wieder warm.

24.07. Sommerbilder!

Axel und Theo erscheinen zur Prüfungsabnahme. Die Theorie läuft reibungslos, während schon auf dem Motorboot gefahren wird. Pitt und Dirk legen die besten Leistungen hin – da macht das Zugucken Spaß. Die Schnittchen sind von überzeugender Qualität – werden auch komplett vertilgt. Im Nachklang vier mal Zaubertrank mit Dieter im Gefolge. Neben dem Steg Badespaß der Segellehrer mit Umfeld, die neue Badeinsel wird besetzt, die Frisbee-Scheibe fliegt über das Wasser – Sommerfeeling. Mit Stanzerl zur Seebrücke, Eis fassen und auf den Liegen entspannen. Auf dem Rückweg zwei Minnilebkuchenherzen zur Aufmunterung unseres Sonnenopfers. Nudeln mit Melone – Stanzerls Sommeressen – vergnügt meinen Gaumen, später sitzen wir auf der Terrasse, hören nur noch das Feuerwerk, bevor wir die Kojen aufsuchen.

Am Montag verzichte ich auf den Walk, um Stanzerl zu verabschieden. Wie wird der Tag verlaufen? Erste Listen habe ich schon erstellt – Schiffsführer organisiert: Holger, Claus, Jojo, Jan, Jannis, Niklas, Dieter, Maddel stehen bereit. Die Gleitergruppe umfasst zehn Personen, acht Optis und 28 Junior- und Grundscheinschüler mit einem Binnenmenschen füllen das Bild, in dem auch noch acht Leute aus der Vorwoche hervorlugen. Caro, Saza und Marie organisieren souverän das Piratencamp. Sazas Rufen dringt gnadenlos in die Gehörgänge der noch Schlafenden. Es läuft ganz rund. Jojo unterstützt Maddel. Jan geht mit meiner Vollgesichtsmaske tauchen/suchen. Mit Birthe werde ich bei der HVB vorstellig, um den Auftritt des Orchesters 2020 zu planen. Philipp hat schon Bühnenideen. Dennis geht es etwas besser, so sitzt er zusammen mit Anja, Ralf, Christel und mir beim Doppelkopf. Er geht aber früh ins Bett, wird von Marco ersetzt – endlich wieder ein nettes Spiel.

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