08.08. 505er + Smoker

Am Sonntag kommen Philip und Dennis direkt von Wacken. Ich freue mich über sie, schenke ihnen das Buch „Feuer und Flamme - 100 Grillrezepte“. Wir klönen über Südafrika und die Zukunft der Segelschule. Merle, Jan, Lorenz, Laura und Lucia stecken in 3xl-Sweat-Shirts, sind mit Flyern bewaffnet, um eine Werbeaktion zu starten.

Jojo und Lorenz wollen meinen 505er segeln – böiger Südwester – ich kann ihren Wunsch verstehen, habe jedoch ein mulmiges Gefühl. Das Großsegel ist nicht hoch genug gesetzt, da fehlen noch 10-15 cm, wodurch der Großbaum extrem niedrig ist. Und dann – ich kenne das ja von mir, von früher – wollen sie einen Kavalierstart hinlegen. Der Spi wird gezogen – leider fehlt, wie Lorenz mir erzählte, die Toppnante, so kommt die Blase nicht zum Stehen. Der Spi verschwindet wieder in der Trompete.

Ich widme mich meiner Büroarbeit. Da erreicht mich ein Anruf von Michelle: der 505er ist hinter dem Dalben gekentert. Mit Merle, Lucia und Daniel machen wir Crescent klar. Da kommen sie uns aber schon entgegen. In der Abendsonne sieht der 505er gut aus, ich verspüre Lust, ihn mal wieder zu segeln, wenn die Schmerzen im rechten Bein endlich nachlassen.

Die Jungs schreiben ihren Bericht:
Wir hatten heute Gelegenheit, den 505er „Vervolgungswahn“ auszuführen. Die Freude über das gut laufende Boot erhielt jedoch einen frühen Dämpfer, da auf dem ersten Schlag aus der Bucht heraus das Fockfall riss. Segel und Vorschoter fielen über Bord. Nach dem Bergung reagierten wir mit einer Reduzierung der Riggspannung und der Umfunktionierung  von Spifall (als Vorstag) und Toppnant (als Fockfall). Da wegen Seegang das Vorschiff unzugänglich war, landeten wir dafür am leeseitigen Ufer hinter Strandhusen. Der Toppnant hielt jedoch nicht lange in seiner Klemme, dann kam die Fock abermals herunter.
Nun ohne Möglichkeit, sie wieder  zu setzen, begannen wir die Kreuz zurück zur Segelschule, nur unter Groß. Trotz des Verlaufs der Fahrt sind wir zufrieden, da wir Schäden am Material und Kenterungen vermeiden konnten.
.... Lorenz / Jojo

Interessant wird das Wiedereinfädeln des Tauwerkvorläufers für die Fock. Denn augenscheinlich ist das Fall mit dem Tauwerkauge in den Haken gehängt worden – das kann nicht halten. Fazit: sie waren mit der Technik überfordert, hätten ruhig an Land alles überprüfen sollen. In der Hoffnung auf ihre Lernfähigkeit bin ich froh, das Crew und Schiff nix Schlimmeres passiert ist.

Später verhole ich mich an das Lagerfeuer. Daniel, Lucias Freund, hat sich an den abgestorbenen Holunderbaum gemacht. Resultat: jede Menge Zunder.

Am Montag sind wir dann 30 Schüler, Lorenz leitet die Gruppe, Maddel, Ole, Volker und Jan Laisse helfen in der Ausbildung. Dennis und Philip haben das Projekt Smoker und die Umsetzung des ersten Rezeptes aus Grillbuch ins Leben gerufen. Zwischenzeitlich führe ich ein nettes Gespräch mit Herrn Gabriel von der HVB. Um dem Ordnungsamt meine Willigkeit zu demonstrieren habe ich ein Schild installiert: In der Straße darf nur noch links geparkt werden, keine Wohnmobile und –wagen mehr.
Abends – das Essen ist die Wucht – sitzen wir mit Maddel beim Doppelkopf, bis mich die Müdigkeit in die Koje verweist….

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