22.07. Der Samstag

Philipp, Folker und Hobbit kommen zu Besuch, sie wollen mit Marie das Absegeln besprechen. Nach einem Eisausflug an die Seebrücke sitzen wir in gemütlicher Runde bei Tafelspitz – gezaubert von Caro und Saza. Die ersten Piratenkinder sind bereits eingetroffen. Meine Prüflinge werden von Dieter auf dem Motorboot betreut. Der Segelwind schwächelt – mein Hausarzt hat eine Jolle gemietet und bittet um Schlepphilfe. Gelbfieber legt ab – Stanzerl und andere sind empört, dass sie sich nicht verabschieden. Später muss Jannis zu Dennis, der sich einen Sonnenstich eingefangen hat. Nach dem Abendessen wird das Leergut quer durch den Hafenfestrummel zur Entsorgung gebracht. Auf dem Rückweg gibt es wohl mehr Aufsehen, weil Hobbit das Stanzerl im Einkaufswagen hat und sie Schnittwunden hat, jedenfalls macht er sich so Platz ... Eine schöne, lustige Aktion.

Der Prüfungssonntag beginnt bedeckt. Ich muss die Schüler wecken, weil der Grillbereich nicht aufgeräumt wurde – Ansage muss sein.

21.07. Wochenbilanz

Am Mittwoch und Donnerstag werden wir von guten Winden verwöhnt. Stanzerl kommt endlich zu ihrem Segelerlebnis. Eine Möwe kentert. Stanzerl kommt in Einsatz und segelt die Möwe zum Steg zurück. Lisa rauscht mit dem Laser durch die Bucht. Fast alle Möwen im Einsatz. Die Bucht füllt sich mit einer Vielzahl von Segeln. Mareike und Stefan sind mit ihrem RS500 am Start. Dennis, der uns brav in der Ausbildung geholfen hat, kümmert sich jetzt um Gelbfieber, der auf Törn gehen will. Cata und Christian reisen an. Sie hat Geburtstag und bekommt von uns einen zukunftsweisenden Schmöker. Stephan steht im Wasser und verspeist einen Pflaumenkuchen.

Saza und Caro, die Vorhut des Piratencamps legt an – lecker Kartoffelsalat mit Bratwurst und knusprige Hähnchen sind das kulinarische Erlebnis. An der Fischereibrücke sitze ich mit Stanzerl, um den Sonnenuntergang zu bewundern, allerdings der Wind kühlt uns aus. Die Musik aus dem Hafen malträtiert unsere Ohren.

Am Freitag – 30 Scheine sind geschrieben – übernimmt Birthe die Prüfungen für die Optis, Junioren und Grundscheinler. Ds Motorboot ist dank Bollo wieder im Einsatz – endlich kann ich mit meiner Sonntagscrew üben. Ein Abstecher führt Birthe und mich morgens ins Gemeindehaus, denn die Entscheidung ist gefallen: am 27. Und 28. Juni 2020 findet das 50igjährige Bestehen der Segelschule statt. Birthe wird ein 20igköpfiges Orchester organisieren. Die Truppe wird für eine Woche bei uns bleiben und sucht noch weitere Auftrittsmöglichkeit – die Kirche sagt zu, am Montag haben wir dann ein Gespräch mit der HVB. Vorsorglich rufe ich schon einmal bei den Veranstaltungsleitern und Großenbrode und Fehmarn an.

Nach der Führerscheinvergabe – Alle sind glücklich – rüsten Stanzerl, Birthe samt Kindern und meine Wenigkeit zum Sonnenuntergang an der Steilküste auf. Bis auf meine Müdigkeit und die vielen Sandfliegen ein schönes Erlebnis. Gegen 4 Uhr am nächsten Morgen rüste ich zum Walken, den Sonnenaufgang erleben. Dabei treffe ich beim Hin- und Rückmarsch noch auf Grüppchen aus der Autokrafthalle. Der Wind scheint Heute zu schlafen, spiegelglatt präsentiert sich das Wasser.

15.07. Ein schöner Geburtstag!

Gegen 18 Uhr läuft Franziska ein. Sie muss sich erst einmal stärken, bevor sie dann auf dem Long-Boat steht und uns in dieser Atmosphäre mit ihrer Stimme verzaubert. Im Hintergrund klappern die Fallen, plätschert das Wasser, das von leichten westlichen Böen gekräuselt wird. Wir sitzen auf der Terrasse von Stanzerl .... Dennis hat mit Heikos Hilfe den Smoker ins Spiel gebracht. In einer Gesangespause greifen wir zu: schnell musste noch Gemüsebeilage gezaubert werden, Heiko steuert Kartoffeln bei. In meinem Rührgrill liegen später knusprige, panierte Zwiebelringe, während in der Pfanne 1 Kilo Erbsen und Wurzeln wärmen.

Zu meiner besonderen Freude sind auch Rolf aus Großenbrode, Wolfgang aus Berlin, Uta und Kai – nebenbei präsentieren sie flugs eine kleine Cocktailbar mit besonderen Gin-Sorten – und viele liebe andere Menschen erschienen. Den Lärm des Hafenfestes versuchen wir auszublenden. Den letzten Akt vollzieht unsere Mezzospopranistin dann im Bereich der Lästerbank, vom Wind geschützt und Schallschutz gegen die Dum-Dum-Musik aus der Autokrafthalle. Neben kleinen und großen emsigen Vorbereitungen schaffen wir es noch, einen kleinen Segelausflug zu organisieren. Mit dem Long-Boat lege ich mich auf Höhe der Osttonne vor Anker. Springbok, Heiko und der Finn segeln an mir vorbei. Verzweifelt versuche ich Fotos zu machen. Doch das Schiff schaukelt zu sehr, außerdem habe ich auf dem Apparat ein falsches Programm eingestellt, es entstehen Bilder mit Geisterspiegelungen.

Noch am Morgen habe ich vier neue Schüler eingewiesen, die Dieter dann aufs Wasser geführt hat. Am Samstag tauchen dann weitere acht Schüler auf, die ich mit Niklas betreue, während Maddel und Dieter die Schüler vom Vortag betreuen. Steffi und Gert kommen mit einer ganzen Truppe, nehmen Menhir und Möwen. Merle weht herein. So ergreift mich früh die Müdigkeit, wir versuchen mit Oropax dem Lärm in den Schlaf zu entkommen. Beim Aufstehen sichte ich ein Liebespaar im Strandkorb von Stanzerl – sie entschuldigen sich - am Ufer sitzt eine wahrscheinlich bekümmerte Lady, auf dem Weg an der Autokrafthalle vorbei kommen mir Schlag auf Schlag Taxis entgegen, die die letzten gehunfähigen Nachtgespenster einsammeln wollen. Nach meinem Walk rüsten Stanzer, Steffi, Lothar, Peter, Uta und Kai zum Sonnenaufgangssegeln – etwas zu spät ¦) aber sie können die frühen Morgenstunden geniessen .....

18.07. Wochenbeginn!

Am Sonntag trudeln die ersten neuen Gäste ein, während Jutta, Katrin, Bea, Samuel, Dirk und Pitt noch auf den Menhiren üben. Anna-Lena, die uns wieder besucht geht mit Christian auf die Möwe. Abends sitze ich mit Pitt und Dirk im Freisitz bei der Segelphysik. Zum Essen tischen Uta und Kai noch leckeres Beef dazu.

Am Montag kommt der erste Ansturm. Maddel und Jannis dirigieren 37 Neuanfänger, Niklas übernimmt 12 Optimisten, erreicht damit seine Kapazitätsgrenze. Allein das ruhige Wetter hilft. Südwest 4 bis 5 Bft, das Chaos wäre perfekt. So aber trainiere ich mit meiner Gruppe das BüB. Nachmittags verhole ich mich mit dem Long-Boat nach Osten: Kentertraining ist angesagt: Bea und Lisa führen es vor, dann kommen Vater und Sohn – Dirk und Pitt – gefolgt von Samuel und Jutta. Den lustigen Schlusspunkt setzt unser Damentrio: Miriam, Katrin und Ina. Geschmückt mit viel Diskussion und Lachen unterhalten sie uns vorzüglich. Sie dürfen auch die Möwe wieder zum Steg segeln. Hier zeigt Ina, dass sie segeln kann .... Nun kommen Schüler der anderen Gruppe, einige wollen auch kentern. Und – siehe da – während ich die Binnen-Theorie gebe, gibt es am Steg eine weitere Kenterarie. Abends sitzen wir auf der Terrasse, haben den kleine Ofen an – da springt ein Scheit heraus und ein Funkenregen ergießt sich, kann aber schnell gelöscht werden.

Am Dienstag übernimmt Lisa eine kleine Lasereinweisung: Bea, Ina und Samuel dürfen ausprobieren. Der Rest steht um die Landmöwe herum, Auslegertechnik. Aus der Gruppe Jannis/Maddel kommen noch weitere Umsteiger, so segeln schließlich zehn Möwen zwischen Menhiren, Lasern und Optis bei leichten Winden. Abends gibt es Würstliches von Dennis – mein Magen verträgt es wohl nicht – ich verbringe des Rest leicht leidend im Bett. Am nächsten Morgen – Bewegung muss her – ich walke um den Binnensee – es tut sich was….:-))

14.07. Helgas Klasse macht sich (bei gewissen Verlusten)

Auch am Dienstag brist der Wind wieder auf. Teilweise segeln die ersten Crews selbstständig. Doch dann gibt es einen Vollcrash: ein Menhir rast im rechten Winkel auf den Steg, der Rumpf platzt auf einer Seite im vorderen Bereich auf. Ein zweiter Kandidat landet mit Extremruderlage an der Mole. Aber das gehört zu unseren schmerzlichen Erfahrungen.  Die Anlegesituation schwierig, da der Wind fast aus Stegrichtung kommt, sie müssen längsseits anlegen. Abends sitze ich mit Kea, Ina und Heiko beim Doppelkopfberbringspiel. Ein zarter Samen wird gelegt, der gepflegt werden will. 

Glücklicherweise lässt der Wind am Mittwoch etwas nach, bald schon sind die Sturmsegel zu klein für das Angebot. Nachmittags findet das Kentertraining großen Anklang. Niklas leitet vom Motorboot aus. Bei seiner Methode geht er davon aus, dass kein Kenterball gefahen wird, deshalb schwimmt einer sofort zum Schwert, während der andere den Mast stabilisiert, erst dann wird geklettert. Mit Stanzerl, Bettina und Heiko kehren wir beim Chinesen ein.

Am Donnerstag starte ich wieder früh zum Walken. Es ist wunderschön, um 0430 Uhr stehe  ich an der Brücke der DLRG-Station, um zu erleben, wie sich die Sonne bei schönen Rahmenwolken aus dem Meer erhebt. Zwei große Kaninchen begegnen mir, es wird schnell warm, ein Stück walke ich am Strand, dann bin ich wieder am PC, um meine Fotoschätze zu sichten. Die Schüler brechen mit Helga, Maddel und Niklas Richtung Dalben auf. Auf dem Rückweg gibt es Arger: ein Mitarbeiter des Tonnenhofes pöpelt die Leute an: ihre Fahrweise würde den Verkehrsfluss stören. Da werde ich wohl mal ein klärendes Gespräch führen müssen, das wird schwierig. 48 Jahre Erfahrungen mit Kreuzen in der Fahrrinne ... am liebsten würde ich mit denen mal auf den Menhir gehen, damit sie die Situationen richtig einschätzen können. Wie aber soll man so wichtige Leute von ihrem Podest holen, so dass gemeinsame Lösungen gefunden werden können. Das andere Problem: unser Motorboot für die Seeausbildung ist ausgefallen – der Hydraulikmotor ist kaputt. Es kann lange dauern, nächste Woche bräuchte ich das Boot. Notfallplan: Steuerschüssel oder Long-Boat.

Am Nachmittag frage ich noch einmal nach, wie viel Schüler Prüfung für den Grundschein machen möchten, es sind dann doch 19 Personen. Ich bereite die Scheine vor, drucke zweimal Passbilder aus. Stanzerl hilft mir die Hüllen vorzubereiten. Abends spielen ich mit Stanzerl, Matthias, Jean und Dennis in meinen Geburtstag hinein, der mit Torte und Kuchen verinnerlicht wird. Herr Dennis nimmt sich der Prüflinge an, während ich vier neue Schüler an der Tafel einweise und dann an Dieter übergeben kann. Gegen 13 Uhr können wir dann die Grundscheine unter das Volk bringen. Unter großem Applaus wird der vielen helfenden Hände gedacht. Sie räumen sehr gut auf, allerdings nehmen sie auch aus dem großen Schlafraum zwölf Schonbezüge mit. Dann beginnen die Vorbereitungen für das kleine Fest.

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