14.09. Wochenstart!

Harter Südwester fegt die Bucht leer, drehender mit starken Böen durchsetzter Wind erschwert die Ausbildung. Meine beiden neuen Schüler – Jörg und Janina – müssen da durch. Maddel arbeitet an den Möwen und Menhiren. Besorgnis erregen die vielen Wanten, die ihren Geist aufgeben. So sollen nun bei den Kajütjollen 4mm-Wanten neu angebracht werden. Meine Crew wird auf einen ersten Törn ohne Lehrer geschickt. Doch kaum aus der Abdeckung heraus, schlagen die Böen zu – da ist schon mal das Schwert zu sehen. Schnell ins Motorboot, den Menhir zum Steg lotsen ... wir brechen die Ausbildung ab.
Abends schauen zwei Leute mit ihrer H-Jolle herein, sie wollen eine Nacht am Steg liegen und zelten. Sie haben die dänische Südsee mit ihrer Jolle besegelt.

Am Mittwoch entspannt sich die Lage etwas. Malina kommt mit an Bord, wir segeln zum Dalben. Alles läuft gut, bis plötzlich eine Front mit Regenschauern über uns hinweg zieht, den größten Teil des Rückweges führe ich die Pinne. Ziemlich durchfeuchtet erreichen wir den Steg. Nachmittags – der Wasserstand hat sich erholt – segeln wir in der Bucht An- und Ableger. Beim Segel setzen wird der Kopf unten angebracht, erst bei den letzten Stagreitern fällt es auf! Zum Schluss können sie ohne Lehrer auf Kurs gehen. Abends trudeln Melissa und Laura ein, sie wollen am Samstag und Sonntag ihre Prüfung ablegen. Um 19 Uhr startet mein Informationsabend – 17 Leute sitzen im Raum – der Kurs beginnt am nächsten Mittwoch.

 

10.09. Fehmarntour – Prüfung und ruhiges WE!

Noch unsicher, ob der Wind ausreichend ist, starten wir mit vier Menhiren, Long-Boat und Schlauchboot Richtung Osttonne. Der Wind stabilisiert sich. Unter dem strahlenden Blau des Himmels ziehen die roten Menhirleiber durch die leicht gewellte Ostsee, erhalten auf der Höhe der Brücke eine kleine Winddüse, die uns an die Westmole von Orth trägt. Bei mir an Bord: Sebastian. Er steuert zuweilen – so kann ich mich den Fotos widmen. Bilderbuchwetter – vor meinem Inneren sehe ich ideale Reklamebilder entstehen. Nach einer sehr schönen Rücktour will ich erwartungsvoll die Bilder sehen, muss aber feststellen: keine Speicherkarte im Gerät (hat auch keinen internen Speicher) ...

Dafür gibt es am Donnerstag beim Kentertraining und Buchtsegeln rund 800 Bilder, von denen ich einige auswähle. Der Freitag beginnt mit Nieselregen – glücklicherweise kommen wir auf die Idee, die Gruppe mit Surfbrettern paddeln zu lassen. Nachmittags nehme ich bei Jasper, Tobias und Philipp die Grundscheinprüfung ab. Abends kommen Stanzerl un Henning.

Der Samstag zeigt sich garstig, der Südwester drängt das Wasser aus der Bucht. Mit Minimalschwert rutschen Christoph, Uwe und Jens, Arne über Grund, trainieren das BüB. Gut, dass keine Gleiter vom OSG aufgetaucht sind, wir hätten sie nicht segeln lassen können. Abends zaubert Henning eine leckere Pilzpfanne. Maddel baut mit Henning das Optizelt ab, das Schlauchboot hängt wie zum Ausbluten an der Birke. Das Saisonende naht. Stanzerl und ich verbringen einige Zeit mit der Vorbereitung unserer Iranreise.

Auf meinem Morgenwalk treffe ich im Hafen auf eine Gruppe von Traditionsseglern, imposant: die Germania VI.

31.08. Prüfung

Jetzt ist die Prüfung zu Ende gegangen. Bilderbuchwetter. Der anfänglich noch starke Nordwester hat sich abgeschwächt. 17 Schüler haben sich vor Ullis und Heikos Augen der Segelprüfung gestellt. Eine Person ist leider wegen BüB durchgefallen. In der Theorie und auf dem Motorboot ging alles klar. Eine liebevolle Schnittchenpräsentation rundete das Bild ab. Gestern noch Fastflaute, obwohl der Wetterbericht mit Böen bis 7 Bft drohte. Diese kamen aber nur ganz kurz gegen 16 Uhr, um dann in einem unendlichen Pladderregen zu weichen. Zeit genug, um einige Laser wie die Fliegen fallen zu sehen.

Im Rückblick eine durchwachsene Woche, die durchaus ihre lichten Momente mit strahlendem Himmel und frischen Winden hatte. Die Gleiter wurden bei Maddel von Hobbit und Bernd unterstützt. Folker wollte lieber bei seiner Gruppe bleiben, wurde dann aber Opfer einer Erkältung. So haben Ina, Julian und ich die Schüler übernommen. Doch Folker wirkte durch die Gruppe hindurch: Orga hat seinen Sinn – die Ordnung war schon eine ganz andere als bei der Gruppe zuvor. Unsere Neuzugänge sind von Ina und Julian gut vorbereitet worden: eine Mutter aus Landshut mit ihrer Tochter, ein Herr, der schon in England einen Grundkurs gemacht, nach seiner Meinung hebt sich die Ausbildung hier deutlich positiv ab; ein junges Pärchen, das wohl von Thomas Weskampf empfohlen wurde, und zwei Dresdner für einen Auffrischungskurs. Sie alle durchlaufen das Kentertraining. Mir fällt die Theorie morgens, mittags und abends zu. Doch nach der Segelphysik haben die Binnler keine Fragen mehr.

Am Dienstag sitzen wir noch mit Jean, Andrea und Daniel beim Doppelkopf im Freisitz ... In der praktischen Ausbildung fällt mir auf, dass die Halsen nicht rund laufen – doch mit der Übung wird es besser. Die Bescheinigungen werden vorbereitet: Nicht alle wollten eine haben, doch nur einigen aushändigen geht nicht, so suche ich für die Leute, die sich nicht fotografieren lassen wollten, Bilder vom Mann mit Südwester, um ein wenig Humor in die Sache zu bringen. Auch unsere Französin bekommt ihren Nachweis in ihrer Sprache – dank Google. So geht der Tag zu Ende.Heiko, der schon Gestern angelandet ist, übernimmt die Grundscheinprüfungen. Im Abendlicht bildet er ein schönes Abschlussbild für diesen Tag.

05.09. Nette Hamburger und Wochenstart

Dieter, Maddel und ich weisen die Neulinge ein. Bei mir an Bord: ein IT-ler, eine Architektin und ein Jurist für Seerecht. Ideale Wetterbedingungen verwandeln die Arbeit in ein gemütliches Segeln. Im Umfeld Heiko, der seinen Zugvogel als schönen Bildpunkt ins Wasser zeichnet. Stanzerl ist zunächst im Kajak, später auf Springbok unterwegs. Swantje und Hobbit bringen ihr Neugeborenes zur Aalkate, Moritz mit an Bord. Abends Klönschnack bei Grappa und Rum. Am Sonntag frischt der Wind etwas auf, steigert sich nachmittags zu einem tollen Segeltag, den wir bis zur Osttonne ausdehen. Bei Welle üben wir die Halse ein, während Springbok und Flutschfinger ihre Bahnen ziehen.

Am Montag kommt Martin mit seinem Jugendtreff aus Erlangen und zwei Grundscheinler, zeitweise eingesprenkelt: Malena, die ihre Kenntnisse auffrischen will. Der kräftige Ostwind legt sich am Dienstag, drei Möwen kämpfen sich vom Steg frei. Sie wollten nicht rauspaddeln sondern einen Boxenstart hinlegen. Zurücktreiben und Verstrickungen in der Vorleinen der anderen Schiffe die Folge. Am Nachmittag segeln fast alle schon selbstständig, während Dieter den Gründlern die Halse und BüB zeigt. Nach der Ausbildung begleitet Maddel den Martin, der sich auf dem Laser versucht.

25.08. Osnabrück und Illmenau!

Der Südwester ist zurück. Ich mache morgens, nachmittags und gegen 16 Uhr Theorieeinheiten. Dieter führt unsere Bayerncrew in die Motorpraxis ein, die ansonsten von Nele geführt wird, Volker hilft im Hintergrund. Folker führt mit Julian und Bernd die Grundausbildung.

Am Dienstag hilft mir Jojo bei der Airbuscrew – sechs Meister an Bord des Long-Boats – wenig Wind aber schöner Sonnenuntergang. Wir erreichen die Osttonne, allerdings ist das Bier schon leer, zu gering habe ich den Verbrauch kalkuliert und der Rest Portwein wird auch noch mit Rasmus geteilt. Mein Bootsmann – Jojo – bewährt sich hervorragend. Ich verteile Ferngläser und eine Seekarte, um die Crew einzunorden. So legen wir nach etwas mehr als zwei Stunden am Steg an. Hier erwartet uns schon Michael, der Grillspieße und Minutensteaks neben drei Salaten und einem Kasten Budweiser serviert. Sherry, Schlangenschnaps und Botucal wird gereicht. Der Michael mischt diesen doch tatsächlich mit Cola .....

Am Mittwoch geht die Schülerschar baden, ich weise auf das Möwehandling hin, stelle den Zusammenrolltisch vor ... Abends kommt Dennis, er führt am Donnerstag das Long-Boat für die Fehmarntour, bei schwachem Wind hin und bei zurück im Schlepp. Abends Doko mit Andrea, Jean, Dennis und später Volker, der mich ablöst, weil die Müdigkeit sich breit macht. Insgesamt läuft diese Gruppe viel ordentlicher als die Woche zuvor, was bestimmt auch an Folkers Orga liegt. Im Hintergrund quetsche ich Dosen, komprimiere den Müll, hänge die Wäsche ab und räume den Waschmaschinenraum morgens leer, dann versorge ich die Klos mit Taps ... Zwischendurch immer wieder Anfragen für einzelne Kurse.  Zum Theorieunterricht erscheint auch Christopher, der Koch aus Weißenhaus, im Gepäck ein Kuchenblech, weil bei ihm Auszubildende eine Prüfung ablegen, deren Ergebenis wir uns munden lassen.

Am Freitag kommt auch Thomas H. mit seinem Sohn, sie wollen auf ihrem Menhir übernachten. Tagsüber ziehen Regenschauer durch das Revier. Maddel und Moritz sind mit ihren Leute auf Menhir uns Sturmsegel im Dalbenrevier, Böen bis 6 Bft. Dann plötzlich erscheint Julian bei mir, sie haben ein Handyanruf bekommen, sie wollen zur Unterstützung mit zwei Motorbooten rausfahren. Bange Zeit verstreicht, dann kommt die leichte Entwarnung: Wante gerissen, auch ein zweiter Menhir zeigt Auflösungserscheinungen im stehenden Gut. Besorgt resümieren Maddel und ich: die Riggs wurden alle nach dem Brand vor zehn Jahren neu gemacht - wir müssen sie alle neu checken. Auf der Terrasse planen wir den Iran, Stanzerl will mit mir dort im November hin, weil es im Frühjahr zu kalt ist. Dennis bucht dagegen schon unsere Flüge nach New York und hat eine schöne Unterkunft in Queens gefunden.

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