23.05. Schulklasse!

Seit Sonntag weilt die Schulklasse von Helga bei uns. Die Schüler sind recht verträglich, viele sind in Zelten untergebracht. Zum Glück unterstützen uns Henning, Dennis, Dieter und Manfred am Anfang. Die Schwachwindlage bietet einen relativ stressfreien Einstieg. Einige der Teilnehmer sind schon zum zweiten Mal hier – da gibt es teilweise noch Grundlagen, auf die wir aufbauen können.

Am Dienstag sind auch einige für das Kentertraining bereit. Möwe 4 nimmt dabei zuviel Wasser und muss ausgetauscht werden. Ein Lob an die Schüler, auspützen, Zeitaufwand – sie nehmen alles gelassen hin. Am Mittwoch geht dann tatsächlich vormittags eine Möwe mit Sturmgroß und drei Personen auf Törn. Ziemlich harte Böen stehen sie gut durch. Einige Menhire legen es darauf an, das Schwert zu zeigen. Nachmittags kommen noch zwei weitere Möwen hinzu. Obwohl es ständig regnet, ist die Stimmung relativ gut. Der Steg ist durch den Möwenschiss arg glatt, zeitweilig stehe ich mit Helga mit Schrubber bewaffnet, um die Planken zu säubern. Gegen Abend kommt die Sonne wieder leicht durch.

Am Donnerstag kommt die Fehmarnfrage auf, doch eine zu befürchtende Winddrehung auf Südwest lässt uns davon Abstand nehmen. Dreizehn Schüler wollen sich der Grundscheinprüfung stellen, mit ihnen werde ich heute Morgen segeln, während Maddel das übrige Feld absichert. Es ist sehr schön, mit Helga zu arbeiten, kennen wir uns und sie die Segelschule doch schon seit den 70iger Jahren.

19.05. Seegras, Rippchen und Segelspaß!

Dichter Nebel klammert sich bei Ostwind an die Wasseroberfläche. Unter den Bäumen hat es geregnet, die Nebeltropfen sind von den Blättern abgelaufen. Leon, der einzige Wochenendgast, wird in die Gemeinschaft integriert. Nach kurzer Theorieeinweisung soll er mit Dieter ablegen. Ein letzter Paulaner, der dort Kontakt mit Schiff und Revier bekommen soll, zieht sich vorzeitig mit Rücken aus der Affäre. Gefrustet gesellt sich Björn zum Seegrasanalyseteam, greift zur Schubkarre und verstärkt den Westwall. Dennis ist der Initiator, hoch schwingt er die Forke, Karre um Karre füllt sich mit dem langen Seegras – Perückenrohstoff!

Strategiewechsel unter Matthias und Marina: drei Anhänger finden den Weg nach Johannistal, eine vierte Ladung steht für Montag bereit. Auch Henning und Nils können sich dem Aufforderungsdruck nicht entziehen, als auch Stanze noch eingreift, hat das Seegras kaum noch eine Chance. Die Sonne kommt durch, erlöst uns aus der grauen Umklammerung. Mareike und Stefan – unsere Jollenreederei – bringt ihre drei Schiffe auf das Gelände, riggen auf. Dann beginnt der Jollenzirkus – Stanzerl und Stefan fegen bei Ostwind der Werft entgegen. Björn, Nils und Henning – drei Musketiere auf Menhir legen ab. Holger, der uns bei der Ausbildung wieder helfen will, setzt mit einem Freund ebenfalls Segel, wobei sie zuvor auch kräftig zur Forke gegriffen haben.

Eine neue Flagge für den Steg. Nach mühsamer Beösung flattert sie auffordernd im Wind – mir kommt das Symbol vor wie zwei Damenschuhe. Dennis mariniert die Rippchen für den Smoker, Nils schnippelt Gemüse, kreiert nebenbei Mojo, die gute spanische Knoblauchsauce. Leon segelt mit Dieter. Fine und Tochter kommen zu Besuch. Holger und Freund sprechen vor: sie möchten ihren Katamaran bei uns unterbringen. Vor Boje ist eine Chance. So bekommt der Tag einen krönenden Abschluss an gemeinsamer Tafel. Linie und Marillenschnaps sorgen für die Verdauung. Endlich kommt das Städtespiel zur Geltung, habe ich doch Dennis versprochen, es vorher nicht zu benutzen. So wird es aus der jungfräulichen Verpackung befreit. Zehn Sekunden bleiben Dir, um die Informationen zu einer Stadt aufzunehmen, dann wird gewürfelt und Du musst einer der acht Fragen beantworten. „Hatte der Mann einen Hut auf?“ bis zu unaussprechlichen Namen von Museen reicht das Spektrum. Leon – unser Jungstar – wird Sieger. Ein voller, runder Tag ¦-)

17.05. Ein schönes Wochenende!

Die Bootseinteilung beschert mir die Venus und vier Damen, Dieter, Maddel und Henning besetzen die anderen drei Menhire. Bei idealen Wetterbedingungen können wir in bester Stimmung die Grundlagen in den Schülern verankern. Einen trifft es beim Anlegen, er fällt ins Wasser – eine der ungezählten Stegtaufen. Abends  - zur Zeit gibt es immer Spargel – finden sich Hannes, sein Cousin Leimes, Henning und Stanzerl zum Doko ein. Es wird ein lustiger Abend.

Der nächste Tag bringt unruhiges Wetter, wir verteilen die Teilnehmer neu. Nur unter Groß bringe ich Ruhe in meine Damenfrauschaft. Henning kümmert sich um Laura und Cornelius, die ihr stürmisches und fast verschneites WE nachholen. Zunächst segelt Jan, der seine Prüfung ablegen will mit ihnen. Später übernimmt Dieter das Schiff. Seine Crew hat die Segel gestrichen, zwei waren wegen Krankheit nicht erschienen, so dass nur ein Paar bei ihm an Bord war. Doch mit den Worten: „Segeln ist nichts für mich“ ging sie von Bord. Neue Aufgabe für Dieter. Mit Hannes als Vorschoter trainieren sie die Manöver. Als Axel erscheint, habe ich meine Crew soweit, dass sie selbstständig segeln können. Denn für die Prüfernachbetreuung gibt es den Zaubertrank im Senioreneck. Als der Nachschub versiegt,  muss ich der Phantasie freien Lauf lassen. Rabarbarsirup  als Grundlage, verfeinert mit einem Schuss Pernod, aufgefüllt mit Fanta und gekrönt mit Marillenschnaps steht die neue Kreation vor mir. Stanzerl schmückt sie mit einer Gurke und Radieschen und die Prüfer werden danach sicher nach Hause verfrachtet.
Nach dem ganzen Trubel – zwischendurch verabschiede ich die einzelnen Crews – entführt mich Stanzerl zu einem Picknick in den Rapsfeldern – welch Farbenpracht und Ruhe.

Am nächsten Morgen kümmert sich Maddel um das ausgerauschte Großfall, jemand hat den Knoten am Schäkel gelöst, dabei nimmt das Boot ordentlich Wasser und muss mühsam gelenzt werden. Vater und Tochter kommen, um einen Menhir zu leihen. Später tauchen Kerschtin, Guido und Ida auf, die Eltern haben sich genau auf den Tag hier in der Segelschule kennen gelernt, das muss gebührend berücksichtigt werden. Nach einer kleinen Segeltour laden sie mich zu Kaffee und Kuchen ein, wir sitzen bei den letzten Sonnenstrahlen auf der Ostwiese. Zwischendurch ist Henning mit Mati eingetroffen, Tine kommt nach, wir werden grillen und Doko spielen.

18.05. Eine ruhige Woche!

Am Montag und Dienstag sind Tine, Henning und Mati noch zu Besuch, so sind die Dokoabende gesichert. Einige Möwen werden umgedreht, damit Maddel sie aufriggen und wässern kann. Mittwoch fahre ich mit Henning nach Hamburg. Stanze hat am Donnerstag Geburtstag. Entspannt besuchen wir vormittags die Sole-Therme: einige Schwimmzüge, dann in der Sole treiben lassen und Tiefschlaf im Kaminzimmer. Gegenüber der Elphi gönnen wir uns ein lecker Essen, bevor wir uns der Kunst hingeben: Laura Aikin singt frühe Lieder von Alban Berg, nach der Pause ertönt die 2. Sinfonie von Anton Bruckner. Wir sitzen unten, können die Künstler gut in Augenschein nehmen: die einzelnen Sätze steigern sich zum Höhepunkt, danach setzt Stille ein, bevor zarte Töne neu einsetzen. Mich beeindruckt auch der körperliche Einsatz der Streicher, die sich mit dem ganzen Körper einsetzen. Im Nachklang ein wunderschöner Tag …..

Wieder in Heiligenhafen gilt es das Wochenende vorzubereiten. Der FC St. Pauli kommt mit historisch niedriger Teilnehmerzahl, bei meinen Schnupperleuten gibt es einige Absagen, so bleibt abzuwarten, was sich ergibt, wenn der zähe Nebel endlich weicht. Dennis zaubert ein sehr schmackhafte Spargelcremesuppe. Leon, ein junger Mann, der von einer anderen Schülerin empfohlen wurde, baut sein Zelt auf. Björn schaut rein. Stanzerl hat ein Käppi von Dennis bekommen – mit selbstgestickter Krone. Am Sonntag reist die Schulklasse von Helga an ……

09.05. Nachlese!

Mit Dieter in der Welle - der Hammer! Dieser Spruch bestätigt unsere Entscheidung, die Hälfte der Schüler mit Lehrer in die offene See zu schicken, während der Rest den Prüfungskurs in der Bucht einübt. Matthias fährt die Steuerschüssel zur Sicherung. Flachwasser und böiger Wind schaffen anspruchsvolle Voraussetzungen. 13 Personen stellen sich der Grundscheinprüfung, die sie gut bestehen - sie können auch stolz auf sich sein. In der Theorie gibt es vier Nachprüfungen, dabei muss ich einsehen, das auch das Heck bei der Wende irgendwie durch den Wind geht. So bleibt ein gutes Gefühl zurück - schwieriges Wetter, beste Stammcrew und soziale Kompetenz haben ein schönes Erlebnis ermöglicht.

Weitere Beiträge ...

Segelschule Ralph Bennewitz | Kapitän-Nissen-Straße 3 | D-23774 Heiligenhafen | segelschule(at)bennewitz.de | Fon 04362 - 2244 | Fax 04362 - 5292