Motor, Motor, Motor


Es war ein volle Woche. Vom Ententeich bis zur Ostwelle begleitet mich das Wetter bei unzähligen Motorstunden. Am Mittwoch gibt es eine nette Ausnahme: Constance segelt mit mir, sie will wieder segeln lernen. Herausforderung und Privileg, sich nur auf eine Person zu fokussieren zu müssen. Am Donnerstag wird die Welle hart, ich muss meine Schüler auf die möglichen Gefahren hinweisen. Da erreicht mich die Information: einer Seglerin werden bei einem Springmanöver zwei Finger abgerissen. Ich kann mich nur an einen Hubschrauber erinnern, der kurz über dem Yachthafen schwebte. Glücklicherweise werde ich vor solchen Katastrophen bewahrt. Doch dann kommt es: die Seilzüge beim Motorboot brechen. Ein Tag vor der Prüfung – mein Pulsschlag schnellt in die Höhe – Ich rufe unseren Bollo an, er kommt, Ersatz haben wir noch in der Werkstatt. Hilflos schaue ich seinen geschickten Fingern zu. Um 18 Uhr kann ich wieder Ausbildung machen – die Prüfung ist gerettet. Freitag gibt es am Morgen noch zwei weitere Einheiten und gegen 14 Uhr beginnt die Prüfung. Alle 18 Teilnehmer/innen bestehen. Bei Schnittchen/Plätzchen und Schlangenschnaps feiern wir den Erfolg.

Der Samstag beginnt mit Theorieunterricht Sportboot Binnen. Drei ehemalige See-Schüler freuen sich auf den Unterricht. Abends verbringe ich einen schöne Zeit mit Eva und Winnie bei Kaiserschmarren und Klosterschnaps. Sie weihen mit mir ihre Palisade ein, die aus unseren vom Bohrwurm mit Kanälen durchzogenen Brückenpfählen kunstvoll errichtet wurde. Nebenbei lasse ich über vier Stunden Lothars Schiff lenzen, steige mehrfach in die Wathose, um das Ergebnis zu begutachten. Am Sonntag herrscht Ruhe, bis auf den Ostwind, der einen Menhir vom Steg löst. Also in die Klamotten, in die Steuerschüssel, die Ostwelle steht, ich muss beim Knoten auf meine Hände achten. Über Allem schwebt die Ukrainekatastrophe, ich spüre in meiner Hilflosigkeit eine große Wut auf den Massenmörder Putin. Möge er vor dem Spiegel der Erkenntnis seiner Verbrechen in seinen eigenen Tränen ertrinken. Vollkommen erschüttert lese ich von seinen Internettrollen, die versuchen, seine Untaten schön zu schreiben.

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