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Ralphs Tagebuch



Am 13. um 13 Uhr beginnt die Prüfung. Edith und Jan übernehmen die Regie. Wir beginnen mit der praktischen Segelprüfung von Peter und einer Ostwindlerin – bis zum Schluss hat sie mit ihrem Segellehrer geübt, zuvor war sie bei mir auf dem Schiff, doch die Ausbildungsmethoden sind zu verschieden. Peter besteht routiniert, wenn er auch beim Ablegen die Pinne in die falsche Richtung legt. Auch die Ostwindlerin besteht trotz großzügiger Interpretation der Manövertechnik. Weiter geht es mit der Motorenprüfung – alle bestehen. Im Haus nimmt Jan die Prüfung für Binnen und FKN ab. In der praktischen Prüfung erfahren sie auch Neues. Es besteht wohl die Gefahr, die Austrittsöffnung für Fackel und Rakete zu verwechseln….und beim PüB kann der orange Rauch verwendet werden – so lerne auch ich hinzu. Die Prüfungs-Canapés schmelzen dahin. Der rote Buddha hat seinen Dienst getan. Zur bestandenen Prüfung fällt mir der Satz ein: „…noch ist nur ein Schein, erfüllt ihn bitte mit gutem Sein“! Eine kleine Hafenrundfahrt mit A. und P. rundet den Tag ab.

An diesem Tag sammle ich 14 Flaschen Wein ein, beginne ein wenig früh mit der Weinprobe. Abends sitzen wir mit Lucia, Solveig, Nikolas, Jan, Niklas, Henning und Stanzerl beim Grillen.



OSG-Laserwochenende fängt mit böigem Starkwind ein. Schnell trennt sich die Spreu vom Weizen, zwei Gruppen werden gebildet. So kann ich während meiner Motorenausbildung mit Gudrun und Eddi auch noch ein paar Fotos machen. Ab 16 Uhr gehen auch Stanzerl, Lucia, Soveig, Maddel und Hardy aufs Wasser. Abends gibt es Spargel mit französischem Iberico, ein wenig Wein und ein schönes Dokospiel mit Jean. Jannis kommt uns besuchen. Morgens kommen Darina und Jens zu ihrem zweiten Segeltag, wieder sind Brötchen samt Aufschnitt im Gepäck – ich komme so zu meinem zweiten Frühstück. Holger übernimmt die Beiden, die Laser gehen auf Picknickfahrt gen Dalben…..






Am Vormittag trainieren wir auf dem Menhir, der Kurs bei Westwind zur Westtonne, Halse und Kurs auf die Optiinsel. Von dort wieder mit ein zwei Wenden zum Steg und Anlegen…die Aufregung ist groß, die Knoten noch verwirrt.

Meine beiden Damen gehen in die Prüfung, Fred wird Vorschiffmann. Unter Dieters kritischen Augen finden sie Zustimmung. Die Theorie wird in meinem Büro geschrieben. Danach dürfen sie segeln, jetzt endlich darf auch Fred wieder an die Pinne. Zum Abschluss werden die Knotenknäuel entwirrt. Glücklich kann ich die beiden Grundscheine in erleichterte und begeisterte Hände übergeben. Abends präsentiert Niklas ein Nudelgericht. Niklas und Jan führen den neuen Kat aus. Stanzerl hat mit dem Schwert von Springbock Probleme.

Am nächsten Morgen: Zwei Schnupperleute kommen mit belegten Brötchen, ein Binnenschüler kommt hinzu. Bei leichten aber stetigen westlichen Winden starten wir die Ausbildung. Es läuft so gut, dass sie nachmittags gegen Ende schon selbstständig segeln können. Sie sind selbst von ihren Erfolgen überrascht und ich bekomme einen Ritterschlag auf die Schulter. Gegen 16 Uhr kommt Andrea zur Motorübung, doch ich bin angespannt. Zwei Anrufe habe ich abgehört. Sie beziehen sich auf einen Menhirverleih, der der Brücke zu nahe gekommen ist. Die Strömung hätte sie durchgezogen. Sie haben nicht angerufen. Stanzerl und Jan machen sich mit dem Auto auf die Suche. Nils mit Dora unterwegs, entdeckt sie – sie haben sich von einer Yacht durch die Brückendurchfahrt zurückziehen lassen. Bei Westwind hatten sie auch keine andere Chance. Sie fuhren dann westlich der Brücke ohne große Höhe herum, doch Nils konnte ihnen die Bedeutung des Schwertes näherbringen- Sie landen endlich am Steg. Derweil habe ich die Motorstunde beendet. Abends zaubern wir eine Riesenpizza – jeder hat seinen eigenen Belag. Bei mir dürfen Ananas und Peperoni nicht fehlen. Bettina und Heiko laufen ein. Thomas H. und Nils übernachten auf ihren Menhiren. Am Sonntag kommt der Menhirverleih zur Standpauke – eine Kiste Wein mit mineralischem Nachhall – ist da schon drin. Nun kommt Peter – eine Binnenmensch – allein. Nach Halse, Beidrehen und BüB sind wir mit dem Programm fast durch, dann zeige ich ihm noch, wie er den Menhir alleine segeln kann- Er setzt es sehr gut um. Abends präsentieren Bettina und Heiko eine Soljanka. Niklas arbeitet an seiner Hütte und beginnt, den großen Schlafraum leer zu räumen. Wir wollen das Zelt aufstellen, doch die Planen sind hinüber – so müssen wir einige Dinge in der Hütte zwischenlagern. Denn am Wochenende kommen OSG-ler zum Laserkurs, Gudrun und Eddi wollen mit mir Motorenkunde machen. Zusätzlich hat sich noch eine Schnupperschülerin angemeldet. Heute – am Montag – hat Astrid Geburtstag – Claas und Till haben versucht anzurufen. Bettina hat etwas vorbereitet – Tafelbild, Kuchen und liebe Kleinigkeiten. Von Stanzerl und mir bekommt sie Walkingstöcke. Am Vormittag kommt ein ukrainischer Junge, der zusammen mit Peter und Niklas auf Törn geht. Am Nachmittag kommt noch eine Ukrainerin hinzu. Vielleicht ist das ja der richtige Weg. Ich nehme einzelne Kinder von Geflüchteten in die laufenden Kurse auf. Den Tag abschließen werden meine drei Binnen-Leute, die eine Vorprüfung inklusive FKN ablegen werden. Das ganze umgeben von einem frischen, von Sonne durchtränkten Ostwind.




Eine weitere Woche neigt sich dem Ende entgegen. Drei neue Schüler freuen sich am Montag auf den Unterricht. Mit dem Menhir segeln wir zur Ost-Tonne. Nachmittags verbringen wir die Zeit in der Bucht, um Kreuzen und Wenden zu üben. Abends warten drei Herren auf Ihren Unterricht: Fachkundenachweis. Am Dienstag – der Wind bleibt mäßig – übernimmt Niklas am Abend Opti-Ausbildung.

Mit Babs, Tina und Fred – so meine Segelschüler, bauen wir den Kenntnisstand kontinuierlich aus. Ich versuche ein paar neue Herangehensweisen. Am Mittwoch segeln sie das erste Mal selbstständig. Abends sitzen wir im Seestern – ich bekomme eine Ostseescholle, mein jährliches Fischkontrollessen. Als Kind habe ich viel Fisch gegessen, kann ihm Heute nix mehr abgewinnen. Einmal im Jahr probiere ich, ob es sich geändert hat – schauen wir mal im nächsten Jahr. Am Donnerstag – ich habe vorher die Ausweichregeln erklärt – suchen wir Opfer, Yachten, die draußen segeln. So kann ich Steuerbord- und Backbordbug sowie die Leestellung erklären. Nachmittags üben sie den Prüfungskurs, wobei ich der Verwirrung gedankt noch einmal an Bord gehe. Eva kommt mit einer potentiellen Schülerin vorbei, sie will endlich auch an einem Kurs teilnehmen ;.)). Ein ukrainischer Junge wird mir vorgestellt, er möchte ab Montag Kurs machen. Später kommt noch eine ukrainische Schülerin dazu. So gibt es vielleicht einen kleinen Anfang….Gegen 16 Uhr starte ich die Motorenübungen mit Andrea, Jesper und Jonathan, die bei der Flaute allerdings nicht so sehr gefordert werden. Wir verabreden uns für die nächste Woche, wenn auch Wind ist. Stanzerl kommt von ihrem Workshop zurück, sticht mit ihrem Kajak in See. Mit Nils, Niklas und Jan verbringen wir das Abendessen und bedenken die Zukunft der Segelschule.