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Ralphs Tagebuch





Ich begleite Dascha bei der Ausbildung für einen ukrainischen Jungen. Am nächsten Tag stelle ich noch einmal meine Methode vor, wobei sie nur übersetzt. Dazu habe ich noch einige Seiten mit englischen Vokabeln und Sätzen erstellt, damit ich mich mit Dascha abstimmen kann. Abends geht es mit Crescent in die Dalbenbucht: Der Grüne ist mit Dascha und Nikki besetzt, auf dem Kat sind Claas und Jan. Ich schätze die Windstärke auf 4 Bft, blauer Himmel, nur leichte Welle – so kann ich einige schöne Aufnahmen machen. Auf dem Rückweg entdecke ich die „Cape Diem“ beim Auslaufen. Ich kehre extra noch einmal um, damit ich sie von allen Seiten sehen kann. Leider läuft sie nur unter Fock, gerne hätte ich sie im Vollkleid gesehen. Maddel und Claas basteln: ein Möwemast wird auf den Menhir angepasst, ein Slipwagen bekommt neue Auflagen. Inzwischen ist ein Karton mit zwölf Flaschen Wein aus Österreich eingetroffen. Wolfgang hat mir neben einer besonderen Flasche dieses Probierpaket zukommen lassen. Niklas kümmert sich um die beiden Schüler, den Boots- und SUP-Verleih. Mit Dieter fahren wir zu Bauer Kruse, um dort den 505er von Hobbit auszulösen. Es liegen aber noch mehrere Leichen im Scheunenkeller: 2 Contender und einen Laser 400 können wir verorten. Bei einem Quadratmeterpreis von 20 €/Jahr läppert sich einiges zusammen. Claas, Dascha und Nikki eröffnen eine Antiefeuaktion. Am Donnerstag steche ich mit Maria, Jekor, Lidiia, Olga und Dascha in See. Bei leichten drehenden Winden brauchen wir eine Weile, um aus der Bucht heraus zu segeln. Maria und Jekor langweilen sich bald, während Olga und Lidiia unentwegt schnacken, dann aber auch einmal die Pinne übernehmen. Per Mail haben sich inzwischen drei Familien auf die Ferienanzeige in Hamburg gemeldet, insgesamt wollen fünf Kinder am 10. Juli anreisen, um für eine Woche Segelcamp zu machen, ich warte bis Sonntag, dann gehe ich in die Feinplanung. Auf alle Fälle brauchen wir eine Person für das Kochen und Übersetzer. Stanzerl hilft mir mit englischen Texten. Wir wollen höchstens zehn Kinder aufnehmen. Sollte mehr Nachfrage entstehen, haben wir noch Luft im zweiten Piratencamp.

Am Freitag steht bei mir eine Grundscheinprüfung an, während Edith Sportboot See abnimmt sowie Motorpraxis für eine andere Segelschule. Dessen Segellehrer muss ich zusammen stauchen, weil er beim Aufstoppen den Motor zu brutal aufheulen lässt, dass sich alle Anderen erschrecken. Ich bin so sauer, dass ich ihm sage; „ Wenn ich das noch einmal höre, stoppe ich die Motorprüfung“! Die fremden Segellehrer müssen eingewiesen sein, das nehme ich als Ergebnis mit. Daneben aber eine Augenfreude: Ute segelt den Menhir allein, sogar beim An- und Ablegen ohne fremde Hilfe. Als Eva an der Reihe ist, geht der Wind fast schlafen. Nun muss ich den Leichtwindtrimm erklären: eine Person auf den Bug und Leekrängung. Parallel fahre ich mit dem Motorboot und begutachte die Segelkünste. Am frühen Nachmittag sitzen wir mit Winni, Ingrid, Stanzerl, Claas und Nikki bei einem kleinen Sekt, bevor wir uns verabschieden. Am Samstag herrscht schönes, warmes Wetter: kurze Hose, Hemd und Weste reichen zum Segeln. Zuvor habe ich die Bilder am Tor gesäubert und neu aufgehängt. Während ich zum Putzen unten auf dem Boden liege, spricht mich eine Frau weg SUP-Verleih an, die Preise, merke ich, habe ich nicht richtig parat….Nikki ist plötzlich in seinem Element, zwei weitere 470iger sollen verkauft werden. Vorher noch Fotos machen. Zusammen mit Stanzerl und sichtlicher Freude kurvt er gekonnt um den Stegkopf. Mit Olga und Springbok im Gefolge segeln wir Richtung Dalben. Erste Übung auf der Möwe: im Stehen segeln, die Füße müssen die Bordwand berühren, der Ausleger senkrecht gehalten werden, dann leichte Gewichtsverlagerungen nach Lee und Luv, um die Reaktionen der Jollen zu spüren. Übung 2: Olga darf jetzt, während sie Kurs hält und das Groß fiert, den Platz wechseln und dabei hinter dem Rücken mit der Großschot an den senkrechten Ausleger greifen. Übung 3: die Wende, die Pinne wird am Ausleger zum Segel geführt, dabei die Großschot dichter geholt. Bei nachlassender Krängung die Hockstelle mit Überlegen des Auslegers. Groß geht rüber, Standstellung, Schothand greift mit 90°-Drehung des Oberkörpers den Ausleger und Du gehst in die neue Luvposition. Nach ca 30 Wenden wird der Bewegungsablauf flüssig. Springbok kreist um uns herum, will mit dem Wind nicht so richtig glücklich werden. Am Steg übt Olga noch einige Aufschiesser. Die Grundlage ist gelegt! Am Sonntag gibt es einen Temperaturabfall – 13 statt 26°. Niklas und Claas kümmern sich um die Schnupperer, während ich weitere Aushänge für den Markt, den Yachthafen und für unsere Schaukästen erstelle. Nikki und Class stürzen sich auf Hecken-, Baum- und Gestrüppbeschneidung. Stanzerl mit dabei. Dann neigt sich der Tag dem Abend entgegen….



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Dienstag wird fleißig trainiert. Meine Damencrew muss von der Ansteuerungstonne zurück kreuzen. Eva bringt den Menhir ohne mein Eingreifen durch die Enge an der Werft. Am Mittwoch startet der gesamte Kurs gen Orth. An Bord von Eva, Ute und Ingrid werden von Sophia sicher begleitet. Wolfgang fährt Geleitschutz mit seiner Yacht. Auf die rasche Hinfahrt folgt ein Rückweg mit Schlepphilfe. Niklas und Jan bereiten die Schüler auf die Prüfung vor. Meine Damen erlernen die Halse. Im Vorfeld habe ich schon 50 Grundscheinformulare gestempelt. Sophia schreibt 13 Exemplare für die Gruppe aus. Claas trinkt Tee, verwandelt sich so in einen Prüfer. Bei der Überreichung der Scheine werden kleine Reden gehalten und Gruppenfoto gemacht. Von mir der Satz: „Noch ist es nur ein schöner Schein,

erfüllt ihn mit gutem Sein!“ Dann fahren die Schüler in zwei Schichten ab, es kehrt Ruhe ein in der Segelschule. Mich erwartet gleich Theorie mit dem Trio, darauf Praxis und Prüfung. Niklas hat einen Schnupperer und drei Einzelstunden. Morgen kommen noch zwei Schnupperer hinzu – insgesamt ein ruhiges Wochenende.